Bürgermeisterwahl Korbach: Sorge wegen der Grundsteuerneuberechnung

Korbach(pm). Bürgermeisterkandidat Stefan Kieweg besucht den Kreisbauernverband Waldeck (KBV) und die LBH Steuerberatung GmbH in ihren Räumlichkeiten in der Christan-Paul-Str. 13 in Korbach. Im Fachgespräch mit der Geschäftsführerin des KBV, Andrea Bohle, und Wolfgang Brida, Steuerberater der LBH wurden verschiedene aktuelle Fragestellungen, u.a. in Bezug auf die Grundsteuerreform erörtert. LBH und KBV teilen sich ein gemeinsames Gebäude, welches als energieeffizienter Neubau an der Christian-Paul-Straße, Ecke Strothe Straße errichtet wurde und in 2022 bezogen. Bohle hob die sehr gute Zusammenarbeit mit der Stadt Korbach im allgemeinen und besonders bei diesem Neubauprojekt hervor. Der Bauernverband beschäftigt eine Vollzeit- sowie zwei Teilzeitkräfte sowie eine Minijobberin. LBH wiederum hat derzeit ca. 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie fünf Auszubildende. Die Auszubildenden der LBH können die Berufsschule in Korbach besuchen, für Auszubildende in den „grünen Berufen“ müssen dafür leider nach Fritzlar reisen.


Im Moment ist eine große Unsicherheit bei den Mitgliedern des Bauernverbandes in Bezug auf die Neuberechnung der Grundsteuer vorhanden. Auch wenn gesetzlich festgelegt ist, dass die Grundsteuerneuberechnung „aufkommensneutral“ umgesetzt werden muss wiesen Bohle und Brida auf eine Besonderheit im Bereich der Landwirtschaft hin: wurden vor der Neuberechnung landwirtschaftliche Wohnhäuser zusammen mit land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken unter der Grundsteuer A veranlagt ist dies mit der Neuberechnung nun geändert worden: landwirtschaftliche Wohnhäuser werden nunmehr der Grundsteuer B unterworfen. Beim Berufsstand herrscht nunmehr die Sorge vor, dass nicht beide Grundsteuern zusammen aufkommensneutral betrachtet werden, sondern jede Grundsteuer für sich was zu teilweise deutlichen Mehrbelastungen führen würde. Hier wurde klar der Appell an die Kommunen gesendet, dass beide Steuern zusammen betrachtet werden müssen. Weitere Themen im Gespräch mit dem Bürgermeisterkandidaten waren die steuerliche Betrachtung von Kalimitätsflächen (Borkenkäfer und Windwurf), Pachtvergabe und Sonderregelungen in Pachtverträgen der Stadt Korbach, Flächenverbrauch, Freiflächen-Photovoltaik, Feldwegebau bzw. die Beschädigung im Zuge von Infrastrukturprojekten und ganz aktuell das Großprojekt Rhein-Main-Link.

Eine klare Forderung wurde zudem vom Bauernverband formuliert: Keine weiteren naturschutzfachlichen Ausgleichsmaßnahmen mehr auf Ackerland da dieses zwingend für die Produktion von Lebens- und Futtermitteln benötigt wird. Andrea Bohle wies zudem auf ein Projekt der Öffentlichkeitsarbeit hin welches vom Bauernverband umgesetzt wurde: durch die Zusammenarbeit mit der Uni Marburg wird im Projekt ProfiWerk Lehramtsstudierenden der Fachrichtung Biologie für Grundschulen und weiterführende Schulen die Möglichkeit gegeben, direkt vor Ort auf landwirtschaftlichen Betrieben Erfahrungen zusammen. Das Projekt war in der Vergangenheit ein großer Erfolg und soll weitergeführt werden. Stefan Kieweg bedankte sich für den umfassenden Austausch und die angeregte Diskussion.

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