Eine Zahl und eine blau-weiß gestreifte „Uniform“

Öffentliche Führung durch die Dauerausstellung „Ideologie und Terror der SS“

Büren/Kreis Paderborn(nh). Eigentlich war „Max Schubert“ sein Name. Was nach der Ankunft des Mannes im Konzentrationslager in Wewelsburg blieb, war eine Zahl. Eine Zahl und eine blau-weiß gestreifte „Uniform“. Die Sommerjacke des Häftlings, weitere Exponate aus dem Lebensumfeld der Opfer sowie Realien aus dem Umfeld der SS-Täter sind am kommenden Sonntag, den 13. August im Rahmen einer öffentlichen Führung durch die Dauerausstellung “Ideologie und Terror der SS” in der Wewelsburg zu sehen. Start der Führung durch die historischen Räume des ehemaligen Wachgebäudes ist um 15 Uhr. Treffpunkt ist das Eingangsfoyer im ehemaligen Wachgebäude. Mit ihrer Zivilkleidung verloren die neuen Häftlinge auch ihren persönlichen Namen. Sie wurden zu einer Nummer in der Masse der Gefangenen. Das Einkleiden nach ihrer Ankunft im Konzentrationslager schockte und demütigte die neuen Häftlinge zugleich. In den gestreiften Uniformen sollten sie ab sofort wie Strafgefangene aussehen. „Wir standen manchmal die Nacht auf dem Appellplatz bei 20, 22 Grad Kälte, nichts drunter, nur diese Klamotten. Der Wind pfeift dadurch. Das war ungefähr wie eine Schafherde. Jeder wollte in die Mitte rein“, beschrieb der ehemalige Häftling Gerhard Claus seine letztlich unvorstellbaren Erlebnisse. Überlieferte Zitate von KZ-Häftlingen wie dieses sind an den Wänden in der Dauerausstellung nachzulesen. 1285 Häftlinge starben in Wewelsburg an den qualvollen Arbeits- und Lagerbedingungen.Auf einer Fläche von 850 Quadratmetern bettet die Ausstellung die lokale Geschichte der SS in der Wewelsburg und des hiesigen Konzentrationslagers in eine umfangreiche Gesamtdarstellung der Schutzstaffel ein. Zu sehen sein werden am Sonntag auch die im Nordturm der Wewelsburg befindlichen, in NS-Architektur erhaltenen Räume.Bei der Dauerausstellung handelt es sich um die einzige museale Gesamtdarstellung der Geschichte und Verbrechen der SS. Inhaltlich endet die Ausstellung nicht 1945, sondern beleuchtet unter anderem die Aufarbeitung des SS-Terrors nach dem Krieg, die heutige Rezeption des historischen Ortes Wewelsburg und das Nachkriegsleben von Tätern und Opfern.
Entgelt für die Führung: Erwachsene 3 €, ermäßigt 1,50 €, Familienkarte 6 €. Für Inhaber einer Jahreskarte ist die Führung kostenlos.

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