Familie und Zwillinge wieder vereint

Frankenberg(pm). Nach fast vier Jahren ist eine syrische Flüchtlingsfamilie wieder vereint. Überglücklich konnten sie ihre Tochter Sevin wieder in die Arme schließen. „Nun können wir in Frieden leben und an unsere Zukunft glauben“, sagte Familienvater Kamal Asmr.

Im Jahr 2015 musste die kurdische Familie Asmr über Nacht aus dem Kriegsgebiet um Raqqa in Syrien fliehen, dass von den IS-Truppen eingeschlossen war. Tragischer Weise war eines ihrer Zwillingsmädchen so schwer erkrankt, dass sie die Strapazen einer Flucht nicht überlebt hätte. Schweren Herzens ließen sie die zweijährige Tochter bei den Großeltern im Dorf zurück, mit der Absicht, sie so schnell wie möglich nachzuholen. Unmittelbar, nachdem die Familie in Frankenberg (Eder) angekommen war, begannen sie mit ihren Bemühungen, ihre kleine Tochter Sevin nach zu holen. Durch die eilige Flucht aus dem Kriegsgebiet und der Tatsache, dass die Behörden in Syrien nicht mehr gearbeitet haben, war die Familie ohne wichtige Dokumente in Deutschland angekommen.

Ein Versuch im Jahre 2018 scheiterte. Im Mai diesen Jahres, drohte ein weiterer Versuch zu scheitern. Amr ging davon aus, dass er in der Gültigkeitszeit eines 4 Wochen Visums, das Visum zur Ausreise für seine Tochter durch die deutsche Botschaft in Erbil ausgestellt bekommen könnte. Leider konnte die deutsche Botschaft ihm das nicht zusichern. Nachdem vier Wochen verstrichen waren und noch kein Termin in Aussicht war, drohte die Familienzusammenführung erneut zu scheitern. Integrationshelfer und Freunde in Frankenberg (Eder) erkannten die Dramatik und kontaktierten Dr. Edgar Franke, Mitglied des Deutschen Bundestages und Opferschutzbeauftragter der Bundesregierung. Es musste schnell gehandelt werden. Dr. Edgar Franke wurde eingeschaltet und konnte über das Auswärtige Amt die Terminvergabe in der deutschen Botschaft in Erbil kurzfristig ermöglichen. Es wurde das Visum erteilt und die Familie Asmr nach vierjährigen Bemühungen wieder zusammengeführt.

Kamal Asmr hat sich nach seiner Flucht mit seiner Familie sehr gut in Frankenberg (Eder) integriert. Er hat Sprachkurse erfolgreich besucht und spricht inzwischen fießend Deutsch. Ab August wird Asmr wieder seinen Job aufnehmen können, den er aufgrund des längeren Aufenthaltes in Syrien kurzzeitig aufgeben musste.

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