Hatzfeld(pm). Am Sonntag, 22.06.2025 – 17.00 Uhr, findet in der romanischen Emmauskapelle in Hatzfeld ein besonderes Orgelkonzert statt. Prof. Peter Waldner, ausgewiesener Experte für historische Aufführungspraxis wird an der Rindt-Orgel ein Konzert spielen, das unter dem Titel „Tanz, Vitalität, Heiterkeit & Lebensfreunde – Eine Spurensuche im italienischen & deutschen Orgelrepertoire des 17. Jahrhunderts“ steht. Auf dem Programm stehen Werke italienischer und deutscher Komponisten: Johann Jacob Froberger, (1616 – 1667), Gregorio Strozzi (17. Jahrhundert), Bernardo Storace (17. Jahrhundert), Johann Pachelbel (1653 – 1706), Bernardo Pasquini (1637 – 1710) und Dieterich Buxtehude (um 1637 – 1707). Der Cembalist und Organist Peter Waldner stammt aus Mals im Vinschgau und studierte Musikwissenschaft und Germanistik an der Leopold – Franzens Universität in Innsbruck sowie Cembalo, Orgel und Klavier am Tiroler Landeskonservatorium bei Reinhard Jaud und Bojidar Noev. Von 1992 bis 1995 spezialisierte er sich mit Hilfe eines Stipendiums des Landes Tirol und des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst in Holland, Frankreich und der Schweiz auf die Interpretation Alter Musik an historischen Instrumenten: er studierte Cembalo bei Gustav Leonhardt in Amsterdam und William Christie in Paris, erhielt Unterricht bei Hans van Nieuwkoop und Kees van Houten an den historischen Orgeln von Amsterdam, Haarlem, Alkmaar und Helmond und bildete sich bei Jean-Claude Zehnder an der „Schola Cantorum“ Basel im Clavichord- und Orgelspiel fort.
Weiters besuchte er zahlreiche Meisterkurse in ganz Europa bei Gustav Leonhardt, Luigi Ferdinando Tagliavini, Jean-Claude Zehnder, Jesper Christensen, Kenneth Gilbert, Harald Vogel, Pierre Hantai und Daniel Roth. Seit 1988 ist Peter Waldner Organist der Landschaftlichen Pfarre Mariahilf in Innsbruck. Derzeit unterrichtet er Cembalo, Orgel und Generalbaß am Tiroler Landeskonservatorium in Innsbruck und am Mozarteum in Salzburg. Eine rege Konzerttätigkeit führte ihn in die wichtigsten Länder Europas, bei vielen Festivals für Alte Musik war er zu Gast. Zahlreiche CD- und verschiedene Rundfunkaufnahmen (ORF, RAI, Holländischer Rundfunk KRO) dokumentieren seine Vielseitigkeit. Seit 1994 spielt Peter Waldner in regelmäßigen Abständen CDs mit Alter Musik an historischen Tasteninstrumenten ein, die zunächst im Eigenverlag, später dann beim ORF Tirol und Vorarlberg, beim Label „Extraplatte“ Wien und in der ORF – Edition Alte Musik erschienen und von der internationalen Fachpresse sehr positiv rezensiert wurden. Seine beiden CDs „Orgellandschaft Ritten I & II“ wurden mit dem Pasticcio-Preis des Österreichischen Rundfunks Ö1 ausgezeichnet. Peter Waldner ist künstlerischer Leiter der Konzertreihe für Alte Musik „Innsbrucker Abendmusik“ (1988 – 2013: „Abendmusic – Lebensmusik“) und Gründer des Tiroler Ensembles für Alte Musik „vita & anima“, mit dem er seit vielen Jahren unterschiedlichste Konzertprojekte realisiert. Regelmäßig konzertiert er auf verschiedensten historischen Tasteninstrumenten, an Orgel, Cembalo, Virginal, Spinett, Clavichord, Lautenclavier und Fortepiano. Seit vielen Jahren arbeitet er vor allem an Johann Sebastian Bachs Orgel- und Cembalowerk, das er in einem groß angelegten Zyklus zu neuem Leben erweckt. Mehrfach spielte er Bachs bedeutendste Kompositionszyklen für Clavier und Orgel im Konzert: die „Kunst der Fuge“, beide Bücher des „Wohltemperierten Claviers“, die „Goldberg- Variationen“, die „Französischen Suiten“, die „Inventionen & Sinfonien“, das „Musicalische Opfer“, das „OrgelBüchlein“, die Leipziger und die Schübler Choräle. Immer wieder kam es auch zur Zusammenarbeit mit anerkannten Ensembles für Alte Musik: La Capella Reial de Catalunya & Le Concert des Nations (Jordi Savall), Atalanta Fugiens Milano, La Venexiana, Prihsna Ensemble, Les Sacqueboutiers de Toulouse, Piccolo Concerto Wien und Oni Wytars. 1989 erhielt Peter Waldner ein Stipendium der Klavierfirma Bösendorfer Wien, 1991 den Musikförderungspreis der Tiroler Sparkassen und 1994 den Jacob-Stainer- Preis des Landes Tirol für seine Verdienste um die Interpretation Alter Musik an historischen Tasteninstrumenten. Peter Waldner gilt als profunder Kenner des reichhaltigen Repertoires für die Tasteninstrumente Cembalo, Orgel, Fortepiano und der entsprechenden historischen Aufführungspraxis. Sein interpretatorisches Interesse gilt vor allem der Musik der Renaissance, des Barock, der Frühklassik sowie im Besonderen dem kompositorischen Schaffen Johann Sebastian Bachs.
Der Eintritt beträgt 15,00 € an der Abendkasse.
TANZ, VITALITÄT, HEITERKEIT & LEBENSFREUDE
Eine Spurensuche im italienischen & deutschen Orgelrepertoire des 17. Jahrhunderts
Johann Jacob Froberger
(1616 – 1667)
Toccata III FbWV 103
(aus: Libro secondo di Toccate, Fantasie, Canzone, Allemande, Courante, Sarabande, Gigue, et altre Partite – autographes Manuskript – Wien, 1649)
Gregorio Strozzi
(17. Jahrhundert)
Balletto primo
Corrente seconda
(aus: Capricci da sonare cembali et organi – Napoli, 1687)
Bernardo Storace
(17. Jahrhundert)
Passagagli in a
(aus: Selva di varie compositioni d’intavolatura per cimbalo ed organo – Venezia, 1664)
Gregorio Strozzi
Balletto secondo
Corrente terza
(aus: Capricci da sonare cembali et organi – Napoli, 1687)
Bernardo Storace
Ballo della Battaglia
(aus: Selva di varie compositioni d’intavolatura per cimbalo ed organo – Venezia, 1664)
Gregorio Strozzi
Euphonia – Aria con partite
(aus: Capricci da sonare cembali et organi – Napoli, 1687)
Bernardo Storace
Ciaccona
(aus: Selva di varie compositioni d’intavolatura per cimbalo ed organo – Venezia, 1664)
Gregorio Strozzi
Mascara sonata e ballata da più Cavalieri Napolitani nel Regio Palazzo
(aus: Capricci da sonare cembali et organi – Napoli, 1687)
Johann Pachelbel
(1653 – 1706)
Aria Prima in d-Moll
(aus: Hexachordum Apollinis – Nürnberg, 1699)
Bernardo Pasquini
(1637 – 1710)
Variazioni capricciose
Johann Pachelbel
Ciacona in C-Dur
Dieterich Buxtehude
(um 1637 – 1707)
Canzonetta in G-Dur BuxWV 171
Johann Pachelbel
Arietta in F-Dur
Peter Waldner – Orgel (Johann Christian Rindt, 1706)

