Im Dialog mit Traditionsunternehmen Plücker: Gemeinsam für einen starken Standort

Waldeck-Alraft. Um die aktuellen Herausforderungen und Zukunftsperspektiven einer der wichtigsten Arbeitgeber der Region zu erörtern, besuchte Landrat Jürgen van der Horst kürzlich die Bäckerei Plücker an ihrem Hauptsitz in Waldeck-Alraft. Begleitet wurde er vom Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Waldeck-Frankenberg, Dimitrij Schmalz und dem Bürgermeister der Stadt Waldeck, Nicolas Havel. Ziel des Termins war ein offener Austausch über Themen, die das Familienunternehmen beschäftigen. Vor 112 Jahren hat Urgroßvater Plücker das Unternehmen in Alraft gegründet. Seither hat sich so einiges getan. Inzwischen beschäftigen die beiden Geschäftsführer Malte und Christian Plücker rund 350 Mitarbeitende und betreiben 45 Filialstandorte in Waldeck-Frankenberg, Kassel und in den angrenzenden Ortschaften von Nordrhein-Westfalen. „Wir sind hier tief verwurzelt und möchten unsere Erfolgsgeschichte fortschreiben. Herausfordernd sind allerdings der mangelnde bezahlbare Wohnraum und auch der Berufsschulstandort für angehende Bäcker. Zum aktuellen Zeitpunkt können wir lediglich Nachwuchskräfte im Bereich der Verwaltung ausbilden. Damit wir aber auch in Zukunft wieder junge Fachkräfte aus der Region für das Bäckerhandwerk begeistern können, brauchen wir passende Rahmenbedingungen, von bezahlbarem Wohnraum bis hin zu einer erreichbaren Berufsschule“, erklären Malte und Christian Plücker.

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Seit dem Schuljahr 2026/27 müssen angehende Bäcker nach Gießen fahren, um dort am Berufsschulunterricht teilzunehmen. Landrat Jürgen van der Horst erörtert: „Unternehmen wie Plücker sind das Rückgrat unserer heimischen Wirtschaft. Es ist unsere Aufgabe, zuzuhören und pragmatische Lösungen zu entwickeln. Fachkräftemangel und Wohnraum sind Themen, die viele Unternehmen in Waldeck-Frankenberg beschäftigen. Wir befinden uns hierzu im Austausch mit Wohnungsbaugenossenschaften und denken über weitere Angebote nach, welche die Ausbildung am Standort vereinfachen. Denkbar wäre zum Beispiel, einen regionalen Campus mit weiteren Unternehmen zu gründen oder eine Internatslösung zu schaffen.“ Ob erneuerbare Energien, der Einsatz von E-Fahrzeugen, wo es möglich ist, oder andere technisch durchdachte Ergänzungen – die Bäckerei Plücker sei hier bereits gut aufgestellt.

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Allerdings, so die Brüder, würden langwierige und bürokratische Verfahren bei der Beantragung von Fördermitteln die Innovationskraft oft bremsen, weshalb man diese eher selten in Anspruch nehme. Hier bot Dimitrij Schmalz von der Wirtschaftsförderung eine stärkere, unbürokratische Unterstützung an. Formate wie das Unternehmerfrühstück seien dabei eine ideale Plattform, um solche Themen zu besprechen und schnelle Lösungen zu finden. Weitere Gesprächsthemen waren der Abbau von Sprachbarrieren bei Mitarbeitenden aus der Ukraine, die Mobilität von Jugendlichen zum Arbeitsplatz sowie der Glasfaserausbau.

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„Die Bäckerei Plücker ist ein entscheidender Wirtschaftsfaktor. Wir treiben daher die Erschließung von Alraft mit Glasfaser konsequent voran und bleiben im direkten Austausch, um die Rahmenbedingungen stetig zu verbessern“, unterstrich Bürgermeister Nicolas Havel. Gemeinsam konnten im Gespräch bereits erste Lösungen entwickelt und gemeinsame Punkte für die weitere Entwicklung festgehalten werden. Landrat Jürgen van der Horst betonte, dass ein enger Schulterschluss von Unternehmen, Stadt oder Gemeinde und dem Landkreis wichtig sei, um den Wirtschaftsstandort Waldeck-Frankenberg nachhaltig zu stärken. Die Wirtschaftsförderung sei hier zudem auch ein wichtiger Ansprechpartner.

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