Machbarkeitsstudie positiv abgeschlossen: Gute Chancen für Reaktivierung der oberen Edertalbahn

Wiesbaden(pm). Wie der Nordhessische VerkehrsVerbund dem Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen mitgeteilt hat, wurde eine technische Machbarkeitsstudie für die Reaktivierung der Bahnlinie Battenberg-Frankenberg (obere Edertalbahn) positiv abgeschlossen. Die Studie betrachte ein gemeinsames Konzept mit der Strecke der Kurhessenbahn zwischen Marburg-Frankenberg und Korbach. Die Nutzen-Kosten-Untersuchung für das Gesamtkonzept laufe derzeit noch. Dies ging aus der Beantwortung einer Anfrage der beiden Grünen-Landtagsabgeordneten Jürgen Frömmrich (Frankenberg) und Daniel May
(Korbach) hervor. „Der positive Abschluss der Machbarkeitsstudie ist ein starkes Signal für den Schienenverkehr in Waldeck-Frankenberg, aber auch für Fahrten nach Marburg, ins Rhein-Main-Gebiet, über Brilon und in Richtung Rhein-Ruhr“, erklärt Jürgen Frömmrich, Parlamentarischer Geschäftsführer der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen und Kreistagsabgeordneter in Waldeck-Frankenberg.

„Die Reaktivierungen und Modernisierungen der Eisenbahn sind aktiver Klimaschutz, weil sie Teil der Verkehrswende sind, sie steigern die Attraktivität der Region als Wohnort und sie dienen der Tourismusförderung.“ Neuigkeiten gibt es zudem zu der Ederseebahn. Für die Strecke Bad Wildungen-Hemfurth teilte der NVV mit, dass derzeit die Vorbereitungen zur Beauftragung eines Gutachterbüros zur Ermittlung des Nachfragepotenzials für den Reaktvierungsabschnitt laufen. Sollte auf der Grundlage des Untersuchungsergebnisses ein Nachfragepotenzial erkennbar sein, das weitergehende Untersuchungen nahelegen, würde im Anschluss eine technische Machbarkeitsstudie und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung erstellt.


Für beide Strecken unterstelle der NVV vorbehaltlich der noch ausstehenden Untersuchungsergebnisse im Falle einer Reaktivierung die Integration in das umgebende Nordwest-Hessennetz. Das Nordwest-Hessennetz wird derzeit von der Kurhessenbahn, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn AG, betrieben. Die Initiativen zur Verkehrsverlagerung auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) stimmen laut dem Verkehrsministerium mit den Zielsetzungen der Landesregierung überein, den ÖPNV aus Gründen der Umwelt- und Klimapolitik, aber auch zur zur Verbesserung der Anbindung des ländlichen Raumes zu stärken. „Die Bahn hat in den letzten Jahren ein beispielloses Comeback gefeiert“, meint Daniel May, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen in Waldeck-Frankenberg und Landtagsabgeordneter und ergänzt: „Die Erfahrungen der bisher gelungenen Reaktivierungen der Eisenbahnlinien Korbach-Volkmarsen sowie Korbach-Marburg zeigen, dass die Bürgerinnen und Bürger die Angebote der Bahn wieder annehmen. Die prognostizierten Fahrgastzahlen wurden bei weitem übertroffen. Der schienengebundene Personennahverkehr ist besonders attraktiv, denn er bietet mehr Platz für Gepäck, Kinderwagen oder Fahrräder, mehr Laufruhe und die Integration in ein nationales wie internationales Netz auch des Hochgeschwindigkeitsverkehrs.“

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