Medikamentenmissbrauch im Jugendalter

Forum Jungenarbeit und Anlaufstelle LOBBY der Caritas informieren Fachkräfte und Eltern

Kreis Paderborn (krpb). Zum Berauschen und für die Ausdauer, zur Unterstützung des Muskelaufbaus oder zum Beruhigen und für einen besseren Schlaf: junge Menschen greifen heutzutage zunehmend zu Pillen, Medikamenten und Aufbaupräparaten. Der Nervenkitzel oder das angestrebte Schönheitsideal sind verlockend. Doch schnell droht die Abhängigkeit und mit ihr gravierende Nebenwirkungen wie z.B. Haarausfall, Leberschäden und Erektionsstörungen. Zusätzlich steigt das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Thrombosen oder Depressionen.

 

Um Fachkräfte der offenen Kinder- und Jugendarbeit, Schulsozialarbeiter, Fachkräfte des allgemeinen Sozialen Dienstes, Eltern und weitere Interessierte für die Thematik zu sensibilisieren, laden die Leiterinnen des Forums Jungenarbeit im Kreis Paderborn, Stefanie Lang (Kreis Paderborn) und Mareike Wahl (Stadt Paderborn), in Zusammenarbeit mit Michael Hartmann von der Anlaufstelle LOBBY der Caritas in Paderborn zu einem Fachtag ein. „Medikamentenmissbrauch“ so lautet die Überschrift des Infoabends, der am Dienstag, den 25. Oktober um 18 Uhr im Berufskolleg Schloß Neuhaus stattfindet. Anmeldungen sind ab sofort möglich unter: www.kreis-paderborn.de/beteiligung-nrw. Am Abend werden sowohl präventive und intervenierende Maßnahmen erörtert als auch präsentiert, inwiefern dem Problem fachgerecht begegnet werden kann. Den fachlichen Einstieg am Infoabend gibt Michael Hartmann. Er und sein Team kümmern sich täglich um Kinder und Jugendliche in Konfliktsituationen. Um ihnen im Alltag die Problematik zu veranschaulichen, bedient er sich des brandneuen und so genannten Methodenkoffers. Dieser enthält neben thematischen Einstiegsübungen auch umfangreiches Anschauungsmaterial, erklärt den Weg in die Sucht und fängt auch direkte Einschätzungen und Meinungen der Jugendlichen zum Thema ein.

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Im Anschluss berichten Prof. Dr. Dr. Martin Hörning und Dr. Verena Kopp von der Katholischen Hochschule Abteilung Paderborn über das Projekt „No Roids Inside Reloaded“, das sich mit der Prävention des Medikamentenmissbrauchs bei männlichen Jugendlichen befasst. Beide haben sich innerhalb der letzten Jahre mit dem Missbrauch von Steroiden im Sport auseinandergesetzt und ein Angebot zur anonymen Beratung und präventiven Aufklärung geschaffen. Das Projekt klärt über Nebenwirkungen des missbräuchlichen Konsums Anaboler Steroide (AAS) auf und vernetzt die Akteure vor Ort. „Der missbräuchliche Konsum von Medikamenten im Jugendalter nimmt rapide zu und gilt als ernsthaftes Problem“, warnt Michael Hartmann von der Anlaufstelle LOBBY. Gerade bei Jugendlichen ist klar erkennbar, dass gerne zur Tablette gegriffen wird, wenn es um die Bewältigung von Problemen geht. Rund 8 % der Klientinnen und Klienten der Anlaufstelle zeigen ein problematisches Verhalten hinsichtlich ihres Medikamentenkonsums. Das waren im vergangenen Jahr 33 Personen. „Mit steigender Tendenz“, so Hartmann.

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Warum das so ist, lässt sich nur vermuten. Die Fachleute halten einen Zusammenhang mit dem Coronageschehen der vergangenen 2 ½ Jahre für wahrscheinlich. Wenn es aktuell auch ein bisschen ruhiger um das Virus geworden ist, so drehte sich doch lange Zeit im Alltag alles darum, was geht, was nicht geht, was erlaubt ist und was geahndet wird. Viele dieser Maßnahmen trafen besonders junge Menschen hart. Die Veranstaltung am 25. Oktober im Berufskolleg Schloß Neuhaus ist öffentlich und kostenlos.  Anmeldungen sind möglich unter www.kreis-paderborn.de/beteiligung-nrw. Rückfragen zur Veranstaltung beantworten Mareike Wahl vom Kinderbüro der Stadt Paderborn unter ma.wahl@paderborn.de und Stefanie Lang vom Kreisjugenamt unter langst@kreis-paderborn.de.

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