Über 500 Kleinprojekte werden in Hessen gefördert

Das Regionalbudget ist in den hessischen LEADER-Regionen ein voller Erfolg

Waldeck-Frankenberg(pm). In den hessischen LEADER-Regionen standen im Frühjahr 2020 die Telefone nicht mehr still. Der Grund: Das neue Förderangebot für Kleinprojekte, welches im Jahr 2020 erstmals in fast allen hessischen LEADER-Regionen angeboten wurde, das sogenannte Regionalbudget. Über das Regionalbudget können Vereine und Verbände, Kirchen oder Kommunen in den ländlichen Regionen eine Förderung für die Umsetzung von kleineren Projektideen und Maßnahmen beantragen. Die Entscheidung über eine Förderung wird in den hessischen LEADER-Regionen getroffen.

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Die lokalen Akteure in Hessen wählten in diesem Jahr insgesamt 547 Kleinprojekte aus, dahinter verbirgt sich eine Gesamtinvestition knapp 5,5 Millionen EURO. Die Projektträger können für die Umsetzung ihrer Projekte eine Förderung von 80 % bzw. jedoch max. 16.000 EURO erhalten. Der Bund und das Land Hessen werden die Umsetzung dieser zahlreichen Kleinstprojekte über den Sonderrahmenplan für die ländliche Entwicklung mit einer Fördersumme von 4 Millionen EURO unterstützen. Die hessischen LEADER-Regionen stockten diesen Betrag noch einmal um 410.000 EURO auf und legten die Schwerpunkte für eine Förderung über das Regionalbudget fest.

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Das Ergebnis sind unterschiedliche Projektideen von der Anschaffung einer Saatgutsammelmaschine zum Schutz der Artenvielfalt in Hersfeld-Rotenburg über die Konzeption eines „Uphill-Flow-Trails“ für Mountainbiker in der Stadt Bad Sooden-Salmünster bis zur Eichrichtung einer Verleihstation für E-Lastenräder im mittelhessischen Linden. Interessante Projekte gab es auch im kulturhistorischen Bereich, an der Welterbestätte Grube Messel bei Darmstadt werden Skulpturen zu den Themen „Kunst, Wald und Fossil“ eingerichtet, im nordhessischen Felsberg wird ein Projekt zur Aufarbeitung der jüdischen Geschichte unterstützt. Besonders erfreulich sind auch die zahlreichen Projekte für Kinder- und Jugendliche, wie zum Beispiel die Anschaffung der Veranstaltungstechnik für die Barock-AG in der Stadt Bad Arolsen oder ein Zirkuszelt für das Jugendfestival „Besser als Nix“ im Rheingau.

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„Diese und andere Projektideen tragen erheblich zur Attraktivität der ländlichen Regionen bei und zeigen, dass die Förderung des ländlichen Raumes in Hessen auf einem guten Weg ist.“, so die Vorsitzende der hessischen Regionalforen Marion Klein (LEADER-Region Lahn-Dill-Bergland).
Das Bundesland Hessen stellte im Jahr 2019 als eines der ersten Bundesländer das Förderangebot des Regionalbudgets zur Verfügung, hierfür wurde die Hessische Richtlinie zur Förderung der ländlichen Entwicklung angepasst. Ansprechpersonen für das Regionalbudget sind die Regionalmanagements der hessischen LEADER-Regionen, welche sich auch um die Abwicklung des gesamten Programms kümmern.

In den drei LEADER-Regionen des Landkreises Waldeck-Frankenberg wird das Regionalbudget bereits seit zwei Jahren angeboten. Im Jahr 2020 haben die Entscheidungsträger der Regionen insgesamt 65 Projekte ausgewählt. Ein Großteil der Projekte wird durch die regionalen Vereine und Verbände getragen, diese erhalten für die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen eine Förderung in Höhe von 520.000 EURO, die Investitionssumme liegt bei 700.000 EURO.

Hintergrund:
Das Regionalbudget ist ein Förderprogramm des Bundes im Rahmen von „Integrierte ländliche Entwicklung“ in Kooperation mit dem Land Hessen. Damit sollen Kleinprojekte zwischen 1.000 und 20.000 Euro im ländlichen Raum gefördert werden. Ziel ist eine Unterstützung des bürgerlichen Engagements vor Ort. Es kann einmal im Jahr beantragt werden und läuft bis Ende 2023.
Insgesamt werden in Hessen 547 Projekte, darunter 350 von Vereinen und Verbänden sowie 156 kommunale Maßnahmen gefördert mit einem Gesamtvolumen von 5.472.713 Millionen Euro und einer Fördersumme von 3.964.130 Millionen Euro. 410.000 Euro sind Eigenanteil der beteiligten LEADER-Regionen.
LEADER ist die Abkürzung des französischen “Liaison entre actions de développement de l’économie rurale” und wird übersetzt mit “Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung des ländlichen Raums”. LEADER ist ein methodischer Ansatz der Regionalentwicklung, der es lokalen Akteuren ermöglicht, regionale Prozesse mit zu gestalten. In Hessen gibt es 24 LEADER-Regionen.

Projektbeispiel Nord-Waldeck. Foto: Bioline

Region Diemelsee-Nordwaldeck: Ansprechpartner Bernd Wecker , Anzahl der geförderten Vorhaben (insgesamt): 21. Zuwendungsfähige Ausgaben :250.432,09 €, Beantragte Fördersumme 179.976,00 €

Region Kellerwald-Edersee: Ansprechpartnerin: Lisa Küpper, Anzahl der geförderten Vorhaben (insgesamt):22, Zuwendungsfähige Ausgaben , 206.179,66 €, Beantragte Fördersumme : 164.943,73 €

Region Burgwald-Ederbergland:Ansprechpartnerin: Franziska Ta Van, Anzahl der geförderten Vorhaben (insgesamt): 22, Zuwendungsfähige Ausgaben :250.000,00 €, Beantragte Fördersumme:180.000,00 €

Besonderheiten in den LEADER-Regionen:

Burgwald-Ederbergland: Fokus des Projektaufrufs „Stärkung ehrenamtlicher Aktivitäten“ als Querschnittsthema; die kommunalen Projekte unterstützen ebenfalls ehrenamtliche Initiativen; Regionalbudget ist ein gutes Instrument, um die „Schaffenskraft“ der Menschen auf dem Land zu unterstützen – Vorhaben sind meistens mit Veranstaltungen/Aktionen verknüpft „get together“ à Stärkung der Dorfgemeinschaften & soziale Aspekte

Diemelsee-Nordwaldeck: Bühnenausstattung für die Barock-AG in Bad Arolsen; Dokumentation der örtlichen Mundarten durch den Waldeckischen Geschichtsverein e.V. Arolsen; Haus der Blasmusik in Ober-Waroldern und QR – Codes in der Altstadt Rhoden

Projektbeispiel Kellerwald-Edersee. Foto: Bioline

Kellerwald-Edersee: Die „Edersee-Atlantis-App“ wird erweitert, so dass man u.a. auch bei vollem Edersee eine virtuelle Darstellung des Dorfes Alt-Berich erhält; Das versunkene Dorf Alt-Bringhausen soll im Rahmen eines Filmprojektes virtuell wieder auferstehen; In Waldeck-Freienhagen entsteht eine Verarbeitungs- und Seminarküche für Erzeugnisse aus der Direktvermarktung

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