Sachlicher und konstruktiver Dialog bei Rhein-Main-Link weiterhin notwendig

Korbach-Lengefeld. Bereits vor einigen Wochen hatte sich der heimische Bundestagsabgeordnete Jan-Wilhelm Pohlmann (CDU) an das Bundeswirtschaftsministerium mit dem Ziel gewendet, bei der Umsetzung der geplanten Hochspannungsleitung Rhein-Main-Link die Anliegen der besonders betroffenen Anwohner im Korbach Stadtteil Lengefeld besser zu berücksichtigen. Nun kam es zu einem Meinungsaustausch zwischen Pohlmann, drei verantwortlichen Mitarbeitern des mit der Projektausführung betrauten Übertragungsnetzbetreibers Amprion sowie Martin Schulz, der stellvertretend für andere Anwohner die Bedenken und Sorgen der Lengefelder vortrug. Die Teilnehmer stimmten darüber ein, dass es an der insgesamt rund 600 Kilometer langen Trasse nur sehr wenige Ortschaften gäbe, die von dem Projekt so stark betroffen seien wie Lengefeld. Dies liegt vor allem daran, dass der Stadtteil von gleich drei Himmelsrichtungen (Norden, Osten und Süden) durch die Leitung umgeben sein wird und die Trasse nach bisherigem Planungsstand sehr dicht entlang der Wohnbebauung verlaufen würde.

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Auch herrschte Einigkeit, dass es grundsätzlich wünschenswert wäre, wenn man die Trasse einfach einige hundert Meter in östliche Richtung verschieben könnte, um somit den Abstand zu den Wohnhäusern zu vergrößern. Der für Hessen zuständige Amprion-Projektsprecher Jonas Knoop machte aber deutlich, dass dem das bestehende Wasserschutzgebiet der Schutzzone II entgegenstehe, da Eingriffe in diesen Gebieten gesetzlich nicht zulässig seien. Zudem sei auch eine westliche Umgehung von Legefeld durch ein Waldgebiet zwar geprüft worden, habe sich aber insbesondere aufgrund der topographischen Probleme und zahlreicher weiterer Kriterien als die deutlich schwierigere und schlechter umsetzbare Trassenvariante erwiesen.

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Die Amprion-Mitarbeiter versicherten, dass es Ziel des Genehmigungsverfahrens sei, einen raum- und umweltverträglichen Verlauf für das Projekt Rhein-Main-Link zu ermitteln. Insbesondere werde man darauf achten, dass die immissionsschutzrechtlichen Vorgaben eingehalten werden, die Voraussetzung für die Genehmigung des Vorhabens durch die Bundesnetzagentur sind. Voraussichtlich im November 2026 wird Amprion die konkretisierenden Planungsunterlagen der Bundesnetzagentur vorlegen. Dann dürfte etwa in den Monaten Dezember 2026 bis Februar 2027 die Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt werden. In diesem Prozess bestünde für alle betroffenen Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, ihre Einwände nochmals detailliert vorzubringen. Zudem dürfte etwa Mitte des Jahres 2027 nochmals für den Streckenabschnitt im Waldecker Land ein Erörterungstermin stattfinden, bevor schließlich die Entscheidung über den genauen Trassenverlauf des Rhein-Main-Link anstünde.

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Martin Schulz erläuterte die Sorgen der Lengefelder Bevölkerung hinsichtlich der gesundheitlichen Auswirkungen, die sich durch die elektromagnetische Strahlung der Stromleitung ergeben könnten. Die Amprion-Verantwortlichen versicherten, dass an allen Stellen die gesetzlichen Grenzwerte nicht nur eingehalten würden, sondern um ein Vielfaches über den tatsächlichen Strahlenwerten liegen würden. Um den Sorgen der Anwohner jedoch Rechnung zu tragen, boten sie an, dass es zu Begehungen mit Messgeräten sowohl im Vorfeld als auch nach Fertigstellung der Baumaßnahme kommen könnte, um somit die tatsächliche Strahlungsbelastung feststellen und dokumentieren zu können.

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„Angesichts der herausragenden Bedeutung des Gesamtprojektes für den deutschen Wirtschaftsstandort war es die richtige Entscheidung, dass die Bundesnetzagentur das Genehmigungsverfahren für den Rhein-Main-Link in eigener Zuständigkeit regelt und die verschiedenen politischen Akteure auf unterschiedlichen staatlichen Ebenen dort keine Befugnisse haben. Ansonsten würden aus verständlichen Gründen, alle betroffenen Bundes-, Landes- und Kommunalpolitiker immer Argument finden, warum die Trasse gerade in ihren Wahlkreisen und Kommunen so nicht gebaut werden kann und wir würden letztlich solche Infrastrukturprojekte überhaupt nicht mehr umgesetzt bekommen“, so Pohlmann. „Gleichwohl ist es mir wichtig, dass ich als zuständiger Bundestagsabgeordneter den Meinungs- und Informationsaustausch zwischen der Bevölkerung und dem Vorhabenträger weiter fördere. Daher freue ich mich, dass es in Lengefeld zu einem so sachlichen und konstruktiven Dialog zwischen den Anwohnern und Amprion gekommen ist und werde gerne meinen Beitrag dazu leisten, dass dies auch künftig so bleibt“, so Pohlmann abschließend.

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