Waldeck-Frankenberg(pm).Der „Tag des Geotops“ findet in diesem Jahr am 21. September statt. Initiator des Geotoptages war die Akademie für Geowissenschaften und Geotechnologien e. V., ehemals Akademie der Geowissenschaften zu Hannover. Im Mittelpunkt stehen geologische Sachverhalte sowie die Bedeutung der Geotope und des Geotopschutzes; Schirmherr des „Tags
des Geotops“ ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung, die UNESCO unterstützt die Veranstaltung. Auch der Nationale Geopark GrenzWelten beteiligt sich regelmäßig am Tag des Geotops, wie bereits in den vergangenen Jahren auch in 2025 durch mehrere kostenfreie Sonderführungen. Im Angebot ist u. a. eine Wanderung zum Geotop des Jahres 2025, den Blockschutthalden am Edersee, ausgerichtet gemeinsam mit dem Nationalpark Kellerwald-Edersee. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Geoparks freuen sich auf hoffentlich zahlreiche Gäste bei den Sonderführungen, denen sie die Faszination unserer Erdgeschichte durch einen genaueren Blick auf die Geotope vermitteln können.
Führungen
Auf der Bloßenberg-Route zu den Blockschutthalden am Edersee als „Geotop des Jahres 2025“
Die Blockschutthalden am Edersee sind ein Relikt aus der Zeit der Mammuts und Neandertaler. Sie entstanden im periglazialen Klima der letzten Eiszeit, also in einer Zeit mit einem völlig anderen Klima, als wir es heute in unserer Region kennen. Die Blockschutthalden als Zeugnisse der letzten Eiszeit im Bereich des Edersees bilden einzigartige Habitate für seltene Tiere und Pflanzen: Wärmeliebende Flechten- und Insektenarten schätzen die sonnig-trockenen Seiten der Fels- und Blockfluren, z. B. Steppengrashüpfer oder Schlingnatter sowie die Pfingstnelke kommen als Eiszeitrelikt vor. Einen idealen Lebensraum für Moose und Farne bilden die schattigen Felshänge und Blockhalden mit ihrer hohen Luftfeuchte und ihrem kühlen Mikroklima.
Im Rahmen der Führung, die der Geopark gemeinsam mit dem Nationalpark Kellerwald-Edersee ausrichtet, wird die neu errichtete Infotafel (Blockschutthalden – Relikte der Eiszeit) vorgestellt und es gibt weiterführende Infos zur Geologie und zum Lebensraum „Blockschutthalde“. Eine Anmeldung ist erwünscht, aber nicht erforderlich. Treffpunkt: 10 Uhr Nationalpark-Eingang und Wanderparkplatz „Kirchweg“, Edertal-Bringhausen; Dauer: ca. 2,5 Stunden/ 3,8 km; Auskunft/ Anmeldung: Projektbüro Nationaler Geopark GrenzWelten, Tel. 05631 954-1512, E-Mail geopark@lkwafkb.de.
Tag des Geotops an der „Weißen Kuhle“
Die längste Zechsteinhöhle Westfalens, Überwinterungsplatz von Höhlenbären, Abbau von „Mehlstein“ für herausragende Kunstwerke und der besondere Lebensraum der Kalkmagerrasen. Dafür steht die Weiße Kuhle. Begleitet uns auf dieser außergewöhnlichen Reise durch Zeit und Natur. Eine Anmeldung ist erforderlich und bis 20. September möglich beim Stadtmarketing Marsberg, Tel. 02992 3388, E-Mail: info@stadtmarketing-marsberg.de. Treffpunkt: 13:30 Uhr Parkplatz im Glindetal an der Straße nach Obermarsberg; Dauer: 2
Stunden, ca. 2,5 km; Auskunft: Geoparkführer Manfred Pauly
Tag des Geotops am „Lüchtenberg“
Klippen aus Diabas verraten diesen Berg als ehemaligen Vulkan. Auf immer noch in Bewegung befindlichen Blockschutthalden stocken uralte knorrige Baumriesen und auf der Hochfläche steht ein beeindruckender Buchenbestand. Kommen Sie mit auf diese spannende Zeitreise und „begreifen“ Sie im wahrsten Sinne des Wortes 400 Millionen Jahre Erdgeschichte. Eine Anmeldung ist erforderlich und bis 20. September möglich beim Stadtmarketing Marsberg, Tel. 02992 3388, E-Mail: info@stadtmarketing-marsberg.de. Treffpunkt: 13:30 Uhr an der rechten Einmündung eines Feldweges in die Landstraße L716 von Padberg nach Adorf, 150 m südlich der Diemelbrücke; Dauer: 3 Stunden, ca. 7 km; Auskunft: Geoparkführer Gerd Rosenkranz
Tolle Steinbrüche, Fossilien und einmalige Ausblicke
Der markante Kreuzberg in Düdinghausen steht im Mittelpunkt dieser ca. zweistündigen Rundwanderung. Zunächst geht es am wuchtigen steinernen Freistuhl-Denkmal (Seelenort) vorbei über den bald 175 Jahre alten Kreuzweg bergan zum Gipfel mit Kapelle und einmaliger Aussicht auf die Landschaft des Sauerlandes. Die nächste Station im Vitsenböhl-Steinbruch bietet einen außergewöhnlichen Blick in über 300 Millionen Jahre alte Erdgeschichte. Der Borghagen-Steinbruch am nördlichen Fuße des Kreuzbergs lässt 370 Millionen Jahre zurück in eine Zeit blicken, als Düdinghausen noch im Devonmeer lag. Zum Abschluss gibt es eine Einkehr ins Museumscafé mit duftenden Waffeln. Eine Anmeldung ist erforderlich und bis 20. September möglich.
Treffpunkt: 14 Uhr Kirche Medebach-Düdinghausen (Parkmöglichkeit: Parkplatz Heimathaus, Oberschledorner Str. 19); Dauer: ca. 2 Stunden, 2-3 km; Anmeldung/Auskunft: Geoparkführer Horst Frese, E-Mail: horstfrese@t-online.de, Tel. 0160 8471524
Die Bruchhauser Steine
Uralt sind sie – entstanden im Erdaltertum vor ca. 370 Millionen Jahren. In dieser Zeit war das Sauerland tischeben und von Wasser bedeckt. Dann aber wurde die Erde am Meeresgrund unruhig. Flüssige Lava drang aus dem Erdinneren und erkaltete zu sehr hartem Quarzporphyr. 100 Millionen Jahre später (Karbon) wurde die Erdkruste durch gewaltige Kräfte zu riesigen Falten zusammengeschoben, im Laufe von Jahrmillionen der umgebende Tonschiefer abgetragen und der harte Quarzporphyr blieb senkrecht stehen. Und so ragen die Bruchhauser Steine noch heute aus den Baumwipfeln des Istenberges hervor. Anfahrt: Zugang über Infocenter Bruchhauser Steine (Ausschilderung im Ort)/ B 480 bis Olsberg-Assinghausen/ Ortsmitte oder B 480 in Olsberg-Ortsmitte nach Bruchhausen; Uhrzeit: 10 – 18; Anmeldung/Auskunft: Stiftung Bruchhauser Steine, Schlosshof 1, 59939 Olsberg-Bruchhausen, www.bruchhauser-steine.de, Tel. 0160 750 64 58, E-Mail fuerstenberg@gaubreben.de.
Der Sonne entgegen
Den Tag auf eine besondere Art zu begrüßen ist Ziel dieser geführten Wanderung auf die Quastholle bei Diemelstadt-Rhoden. Die Hochebene „Quast“ nordöstlich von Rhoden bildet im Prinzip den Wächter an der nördlichen Grenze des Geoparks. Bei der Wanderung werden die Teilnehmenden bei hoffentlich phantastischer Fernsicht einen wunderschönen Sonnenaufgang erleben. Zum Gipfelkaffee gibt es die ein oder andere geologische Erkenntnis, z. B. warum dort oben Muscheln zu finden sind und welche spannenden Grenzen hier aufeinandertreffen. Der Rückweg wird durch kleine poetische Köstlichkeiten passend zur Tageszeit versüßt. Eine Anmeldung ist erforderlich und bis zum 19. September möglich. Treffpunkt: 6:20 Uhr Parkplatz unterhalb des „Quast“, Kreisstraße K1 von Diemelstadt-Rhoden nach Wethen, hinter der Autobahnüberquerung nach links auf den Feldweg abbiegen, bis zum Waldrand; Dauer: ca. 3 Stunden; Anmeldung/Auskunft: Henrik Bodenhausen, Tel. 05691 61044 (AB), E-Mail info@oxbo.de.
Radeln an den Küsten und auf dem Grund des Zechsteinmeeres
Genießen Sie mit dem Fahrrad die Landschaft und erfahren Sie von Natur- und Geoparkführer Peter Hankel auf der Tour Wissenswertes über die Geologie entlang eines Teilabschnittes der GeoRadroute Ruhr-Eder. Ihr Weg führt durch das Zechsteinmeer von Korbach, das Reiherbach- und Werbetal und wieder zurück. Es besteht die Pflicht, einen Fahrradhelm zu tragen. Eine Anmeldung ist erforderlich und bis 20. September möglich. Treffpunkt: 10:30 Uhr Parkplatz Korbacher Spalte, Frankenberger Landstraße 24, 34497 Korbach; Dauer: 4-5 Stunden, ca. 40 km; Anmeldung/Auskunft: Peter Hankel, Tel. 0173 9585120, E-Mail: peter.hankel@gmail.com.
Führung an der Korbacher Spalte und im GeoFoyer Kalkturm Korbach
Erleben Sie die älteste Fossilspalte Europas und das GeoFoyer Kalkturm Korbach. Tauchen Sie ein in die Erdgeschichte – in eine Zeit vor 250 Millionen Jahren, als die Hansestadt Korbach noch am Meer lag. Lernen Sie die ältesten Vorfahren der Säugetiere und Dinosaurier kennen, darunter auch Procynosuchus, den „Korbacher Dackel“. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Treffpunkt: 11:15 Uhr Infopavillon Korbacher Spalte, Frankenberger Landstraße 24, 34497 Korbach; Dauer: ca. 1,5 Stunden; Auskunft: Wolfgang-Bonhage-Museum, Kirchplatz 2, Korbach, Tel. 05631 53289, www.korbacher-spalte.de.
Kostenpflichtige weitere Veranstaltung zum „Tag des Geotops“
Die Briloner Hochfläche – Auf den Spuren eines urzeitlichen Korallenriffs Im Rahmen einer naturkundlichen, geowissenschaftlichen Wanderung werden besondere Geo-Punkte zum Thema „Karst und Korallenriff“ in Alme besucht. Der Wanderweg führt durch eine Landschaft, die vor 350 Millionen Jahren entstand und zu jener Zeit noch im Bereich des Äquators lag. Auf dem Weg erreichen die Teilnehmenden eine bedeutende Karstquelle oder besser gesagt viele Quellen. Denn am Nordhang des Briloner Massenkalkes treten im Alme-Quellteich 104 Karstquellen zutage, eine der stärksten und saubersten Quellschüttungen Deutschlands. Es handelt sich um eine leichte Wanderung, dennoch wird festes Schuhwerk und der Witterung angepasste Kleidung, sowie eine kleine Rucksackverpflegung empfohlen. Die Wanderung wird bei jedem Wetter durchgeführt. Treffpunkt: 10 Uhr „Am Entenstall“, Alme; Dauer: ca. 2,5 Stunden/ 6 km; Anmeldung/ Auskunft: Museum Haus Hövener Brilon, Tel. 02961 9639901, E-Mail museum@haus-hoevener.de; Kostenbeitrag: 8 Euro für Erwachsene, 3,50 Euro Schüler/Studenten ab 16 Jahre, Jugendliche bis 15 Jahre frei.





