Regierungspräsident besuchte Holzfachschule Bad Wildungen

Bad Wildungen(pm). Im Zentrum des Besuchs bei der Holzfachschule Bad Wildungen standen Aus- und Weiterbildungsangebote rund um die Holzverarbeitung. Hier tauschte sich Regierungspräsident Mark Weinmeister bei einem Rundgang über das Schulgelände mit Geschäftsführer und Schulleiter Hermann Hubing aus. Während des Zweiten Weltkrieges in Bad Berleburg gegründet und seit 1953 auf dem Gelände einer ehemaligen Staatsdomäne in Bad Wildungen ansässig, hat sich die damalige Erziehungsanstalt für Sägewerkslehrlinge bis heute zur größten privaten Bildungseinrichtung für die Holzbranche in Deutschland weiterentwickelt. Das Bildungsangebot ist breit gefächert und spricht Berufseinsteiger genauso wie erfahrene Meister an. Verschiedene Gewerke lernen hier unter einem Dach: Tischler, Sägewerker, Modell- und Formenbauer, Verpacker, der Holzhandel und Bestatter. Im campuseigenen Internat ist Platz für über 250 Schülerinnen und Schüler. Während des Rundgangs über den Campus besichtigte Regierungspräsident Weinmeister mit Schulleiter Hubing verschiedene Werkstätten und Internatsgebäude. Auf dem rund 4,5 Hektar großen Schulareal bieten sich den Lernenden insgesamt gute Rahmenbedingungen rund um die Aus- und Weiterbildung. Allerdings macht die Vielzahl der zum Teil historischen Gebäude die Instandhaltung schwierig.

Um den Maschinenpark und die Lehrsäle auf dem aktuellen Stand der Technik zu erhalten, sind andauernde Anstrengungen erforderlich, zuletzt wurde ein neues Internatsgebäude errichtet, als nächstes stehen die schuleigene Mensa und ein Teil der Werkstätten zur Modernisierung an. Bei diesen Maßnahmen ist die Holzfachschule auf Förderung von Bund und Land angewiesen. „Die Holzfachschule Bad Wildungen ist ein überregional renommierter Bildungsträger rund um die holzfachlichen Berufe mit Strahlkraft bis weit über Hessen hinaus“, würdigte Regierungspräsident Weinmeister. „Hier verbinden sich Handwerkstradition und technische Moderne auf das Vorbildlichste. Wir können uns glücklich schätzen, über eine Berufsbildungseinrichtung dieses Kalibers in NordOstHessen zu verfügen. Für das duale Ausbildungssystem in Handwerksbetrieb und Berufsschule wird Deutschland mit Fug und Recht international beachtet und es ist ein Grund für die Leistungsfähigkeit unserer mittelständischen Wirtschaft. Vom Berufsanfänger bis zum Meisterschüler, vom Modell- und Formenbauer bis zur Bestatterin: In der Holzfachschule Bad Wildungen hat der mittelständische Nachwuchs NordOstHessens ideale Lernmöglichkeiten direkt vor der eigenen Haustür. Das stärkt nicht zuletzt die wirtschaftliche Gesundheit und Leistungsfähigkeit unserer Heimatregion.“

Schulleiter Hubing bekräftigte die Notwenigkeit unbürokratischer Lösungen, um den Standort für alle Gewerke zu erhalten. So sei die Zeit im Sägewerksbereich weitgehend stehen geblieben, da die Aus- und Weiterbildung zwar von Bund und Land gefördert werde, nicht jedoch die Beschulung von Holzbearbeitungsmechanikern. Dies führe unter anderem dazu, dass auch die Kosten für die Sanierung der Heizungsanlage sowie der Mensa nur mit 80 Prozent als förderfähig anerkannt werden, da 20 Prozent der Lehrgangsteilnehmer der Schule Holzbearbeitungsmechaniker sind, die die Ersatzberufsschule besuchen. Dieses bürokratische Dilemma führe die Schule regelmäßig an die Grenze ihrer finanziellen Belastungsfähigkeit.

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