Kooperation zwischen der Klinik für Dermatologie und Allergologie am UKGM und Kreiskrankenhaus Frankenberg

Frankenberg/Marburg(pm). Die Klinik für Dermatologie und Allergologie am UKGM Marburg, unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Hertl, bietet seit 2021 für Kooperationskliniken ein dermatologisches Telekonsil an. Mithilfe der Teledermatologie können sich Einrichtungen, ohne Anbindung an eine Hautklinik, mit Experten zur Besprechung dermatologischer Fragestellungen vernetzen. Dadurch entsteht ein Fachportal, bei dem zeitliche und organisatorische Aufwände minimal gehalten werden. Die Diagnosestellung und Therapieempfehlung erfolgen digital. Verwendet wird eine browserbasierte Plattform über einen Computer, ein Tablet oder ein Smartphone. Fotoaufnahmen der betroffenen Hautstellen werden aus der App heraus direkt aufgenommen oder per Upload der entsprechenden Lokalisation zugeordnet. Die Fotoaufnahme erfolgt über die Kamera eines Tablets oder eine Digicam auf Station – ein spezielles Dermatoskop ist nicht notwendig. Besteht in einem Konsilfall Rücksprachebedarf können die Einrichtungen auf die Videotelefonie zurückgreifen, um sich mit den Marburger Experten auszutauschen.


Hauterkrankungen sind häufige Probleme von Krankenhauspatienten, die eigentlich aus anderen Gründen stationär behandelt werden. Bestehende Erkrankungen wie Neurodermitis können in der Situation verstärkt Beschwerden verursachen. Manchmal treten Hautinfektionen im Wundbereich oder allergische Reaktionen auf Medikamente auf. Viele dieser Symptome können die Internistischen Ärzte und Pflegekräfte selbst diagnostizieren und behandeln, doch manchmal braucht es Unterstützung durch einen Dermatologen. Bei unklarer oder problematischer Lage wurden Patienten des Kreiskrankenhauses bisher per Krankentransport in die Hautklinik nach Marburg gebracht, um dort untersucht zu werden. Diese aufwändige und für die Patienten sehr belastende Vorgehensweise ist nun Vergangenheit. Dank der neuen Kooperation mit der Klinik für Dermatologie und Allergologie des Universitätsklinikum Marburg können die dermatologischen Experten in Marburg per Telekonsil schnelle Hilfe leisten. Eine spezielle für diesen Zweck konzipierte Plattform „derma-online“ wird genutzt, um Daten, Befunde und Bildaufnahmen des betroffenen Patienten nach Marburg zu übermitteln.

Die Konsilplattform ist ein CE-zertifiziertes Medizinprodukt der Klasse I nach MPDG und erfüllt höchste Anforderungen an den Datenschutz der sensiblen Patienteninformationen. Der Austausch zwischen den Kooperationseinrichtungen und den Fachexperten erfolgt primär via Schriftkonsil. Bei Bedarf können sich die Mediziner zusätzlich telefonisch oder per Video austauschen. Die Dermatologen in Marburg sichten die Konsilanfrage und übermitteln ihre Diagnose und Therapieempfehlung innerhalb einer verbindlichen Reaktionszeit über die Plattform an das Kreiskrankenhaus Frankenberg zurück. Dieses Angebot gilt ausschließlich für stationäre Patienten mit schwerer dermatologischer Symptomatik und bei spezifischen Fragestellungen. Für Patienten im ambulanten Bereich (z.B. in der Notfallambulanz, Ambulante-Sprechstunden oder im MVZ) kann es derzeit nicht genutzt werden. Die Plattform wurde vom Zentrum für Telemedizin e.V. (ZTM) in Bad Kissingen entwickelt.

Der EDR WhatsApp Kanal

Das ZTM sorgt mit Know-how und Softwarelösungen für eine Vernetzung des Gesundheitswesens mit Hilfe von Telemedizin und E-Health. Es unterstützt und informiert Akteure im Gesundheitswesen über alle Sektoren hinweg bei Ihren Umsetzungen, um eine bedarfsgerechte Versorgung der Patienten sicherstellen zu können. Das Kreiskrankenhaus Frankenberg ist in der Region eines der ersten Häuser, welches das Format der Teledermatologie etabliert. Weiterhin nutzen der Rhön-
Klinikum Campus Bad Neustadt sowie die Asklepios Schwalm-Eder-Klinik in Schwalmstadt das Angebot. Interessierte Arztpraxen, Kliniken und Pflegeeinrichtungen können sich über die eigens eingerichtete Webseite www.derma-online.de über den Konsildienst des UKGM informieren. „Wir sind sehr froh, dass wir unseren Patienten auf diese Weise schnell zu einer Konsil-Untersuchung durch einen Dermatologen verhelfen können, ohne dass der Patient transportiert werden muss. Gerade für ältere und bettlägerige Patienten, ist das eine enorme Belastung, die dem Genesungsfortschritt alles andere als zuträglich ist. Und für einige Patienten ist der Transport schlicht nicht zumutbar“, berichtet die Chefärztin der Inneren Medizin an der Kreisklinik Frau Dr. med. Elisabeth Pryss, MHBA. „Dieses teledermatologische Konsil beschränkt sich auf akut behandlungsbedürftige Hautprobleme der stationären Patienten und ersetzt keinesfalls den Gang in die Hautarztpraxis, wie z. B. für das Hautkrebs-Screening.“

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