Ein weiteres Projekt im Biotopverbund Diemelsee ist umgesetzt
Naturpark Diemelsee. Im grenzüberschreitenden Naturpark Diemelsee (NRW / Hessen) startete 2024 das auf vier Jahre angelegte DBU-Projekt „Umsetzung des Biotopverbundes zur Klimaanpassung im Naturpark Diemelsee – Quellen, Kleinmoore, Bachauen, Naturschutz-Grünland“, das auf ein vorangegangenes Projekt zum Thema „Biotopverbund als Klimaanpassungs-Strategie des Naturschutzes“ aufbaut. Ziel des aktuellen Projektes ist die Etablierung eines Biotopverbundes mit konkreter Planung und Umsetzung von Maßnahmen zur Förderung der Wanderungs- und Ausbreitungsfähigkeit verschiedener Arten in ausgewählten Kerngebieten des Naturparks. Die Maßnahmen sollen die Synergien zwischen Arten- und Biotopschutz, Klimaschutz, Klimaanpassung und nachhaltigem Tourismus stärken. Der Naturpark Diemelsee setzt das länderübergreifende Projekt unter der Leitung von Prof. Eckhard Jedicke in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station Hochsauerlandkreis, die das Projekt auf beiden Landesseiten maßgeblich betreut, und mit Unterstützung durch den Landschaftspflegeverband Waldeck-Frankenberg e.V. (LPV) um.
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In diesem Zusammenhang wurde nunmehr ein wichtiger Projektbaustein umgesetzt, der auf die Initiative von Carsten Müller, Geschäftsführer des LPV sowie dem NABU Korbach zurückgeht.
„Im Sinne unserer guten Zusammenarbeit mit dem Naturpark Diemelsee war es uns wichtig, dass diese Fläche mit in die Kulisse des Biotopverbundprojekts intergiert wird.“ so Carsten Müller.
Die ca. 2,5 Hektar große Fläche auf dem Rothbusch zwischen Rhena und Lelbach war vormals ein artenreiches mageres Grünland mit Einzelgehölzen, die aufgrund der ausstehenden landwirtschaftlichen Nutzung sich im Laufe der Zeit stark ausgebreitet haben. Ebenso sind ehemalige botanische Arten von Magerrasen durch fehlende Nutzung verschwunden. „Der Raubwürger, eine Vogelart, die auf ein breites Nahrungsspektrum von Insekten bis hin zu kleinen Nagetieren angewiesen sind, soll von diesem Beweidungsprojekt ebenfalls profitieren.“ erklärt Thorsten Kleine vom NABU Korbach. Ein Artenhilfskonzept ist für die „vom Aussterben bedrohte Art“ vom RP Kassel erstellt. Die Maßnahme wird zudem wissenschaftlich begleitet.
Die Biologische Station Hochsauerlandkreis ist vom Naturpark mit der Umsetzung der Maßnahme beauftragt worden und entsprechend haben sich die beiden Mitarbeiterinnen Nora Franz und Sarah Hennerkes von der Planung über die Organisation bis hin zur Umsetzung der Maßnahme mit der Landschaftspflege Firma Rohde aus Twiste-Elleringhausen um alles gekümmert.
„Mit der Biostation haben wir einen idealen und kompetenten Umsetzungspartner gefunden.“, berichtet Benedikt Wrede, Geschäftsführer des Naturparks Diemelsee. „Die Biostation arbeitet grenzübergreifend und setzt beispielsweise auch Gewässerrenaturierungen im Rahmen des Biotopverbundprojekts auf nordrhein-westfälischer als auch hessischer Seite des Naturparks um.“
So fanden im Winter 2026 umfangreiche Entbuschungsmaßnahmen statt, um die Beweidbarkeit der Fläche „Rothbusch“ wieder zu ermöglichen. Ebenso wurde ein Rinderzaun installiert. „Die Mittel dazu wurden bei der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises beantragt und zügig bewilligt,“ bestätigt Nora Franz. „Damit konnten wir in dem Projekt unseren Zeitrahmen optimal einhalten“. Die gute kooperative Zusammenarbeit der beteiligten Akteure führte schlussendlich dazu, dass ein örtlicher Rinderhalter gewonnen werden konnte, der mit seinen Rindern durch die Beweidung langfristig die Fläche offenhalten soll. Alle Beteiligten sind sich einig, dass durch die Maßnahme und vor allem durch das Engagement des beteiligten Landwirts ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt geleistet wird.

