Mammutaufgabe Wiederbewaldung und Waldumbau in Waldeck-Frankenberg

CDU-Kreistagsfraktion setzt sich für weitere Aussetzung der Jagdsteuer ein

Waldeck-Frankenberg(pm). „Die Wiederbewaldung der riesigen Kalamitätsflächen und der Umbau hin zu einem klimastabilen Wald der Zukunft stellt uns alle vor große Herausforderungen“, leitete Fraktionsvorsitzender Timo Hartmann den Dialog der CDU-Kreistagsfraktion mit Vertreterinnen und Vertretern von Jägerschaft, Waldbesitzern, Bauernverband, Kommunalwald GmbH und Waldeckischer Domanialverwaltung ein. „Diese Mammutaufgabe kann nur gelingen, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen“, so Hartmann. Im Vorfeld der Gesprächsrunde besichtigten die Teilnehmer Waldbaumaßnahmen im Lichtenfelser Stadtwald. Stadtförster Martin Wrosch machte vor Ort den Einfluss des Schalenwildes deutlich und ging auf Bejagungsstrategie und Schutzmaßnahmen im Stadtwald ein.

„Gatterungen und Einzelschutz von Anpflanzungen binden Personal und sind finanziell enorm aufwendig“, so der Stadtförster. „Rund 6000 Hektar Kalamitätsflächen allein im Bereich der Kommunalwald GmbH können nicht komplett gegattert werden“, wie der Geschäftsführer der Kommunalwald GmbH Hendrik Block in der anschließenden Diskussion erläuterte. Für den gesamten Landkreis ginge es sicher um mehr als 8000 Hektar wieder zu bewaldende Flächen. Hinzu komme, dass Trockenheit und Schädlingsbefall das Waldsterben beschleunige und inzwischen auch Laubbaumarten wie Buche und Eiche geschädigt seien. Hendrik Block: „Standortfaktoren können wir nicht ändern, den Einflussfaktor Wild auf natürliche Verjüngung und Anpflanzungen aber schon.“ Waldbesitzer und Jägerschaft sind sich darüber einig, dass die Wildbestände in ihrer Höhe so weit angepasst werden müssen, dass auf den betroffenen Waldflächen der Auf- und Umbau hin zu einem klimastabilen Mischwald möglich ist. In einer gemeinsamen Erklärung haben Landkreis, Waldbesitzerverband, Kreisbauernverbände, Jägervereinigungen im gesamten Landkreis, Domanialverwaltung und Kommunalwald GmbH die wichtigsten Ziele und Maßnahmen zusammengefasst.

„Wir begrüßen ausdrücklich, dass Sie sich auf gemeinsame Ziele verständigt haben. Von der CDU-Kreistagsfraktion kann ich Ihnen die politische Rückendeckung versichern“, so Fraktionsvorsitzender Timo Hartmann. „In Anbetracht des großen Engagements der Jägerschaft wäre es ein völlig falsches Signal, jetzt die Wiedereinsetzung der Jagdsteuer zu diskutieren. Die CDU-Kreistagsfraktion wird sich dafür einsetzen, dass der Landkreis auch weiterhin keine Jagdsteuer erhebt.“ Zum Hintergrund: Der Kreistag hatte auch wegen der Bedrohung durch die Afrikanische Schweinepest die Erhebung der Jagdsteuer für 3 Jahre ausgesetzt. Dieser Zeitraum läuft in diesem Jahr aus.

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