Corona-Daten haben ihre Steuerungsrelevanz verloren

Kreis Paderborn reduziert statistischen Verwaltungsaufwand zur zahlenmäßigen Darstellung der Corona-Lage
Kreis Paderborn(krpb). Der Kreis Paderborn wird den aufwendigen, statistischen Verwaltungsaufwand zur Darstellung der Corona-Lage ab dem kommenden Montag, 21. März, erheblich reduzieren, da die Daten zwischenzeitlich ihre Steuerungsrelevanz verloren haben und auch nicht mehr vollständig vorliegen bzw. die Lage nur verzerrt darstellen. Weiterhin veröffentlicht werden die Zahl der Neuinfektionen pro Stadt bzw. Gemeinde sowie die Zahl der Todesfälle. „Statt aufwendige Statistiken zu pflegen werden sich die Mitarbeitenden in unserem Gesundheitsamt wieder zu 100 Prozent auf ihre Kernaufgaben konzentrieren“, betont der Krisenstabsleiter des Kreises Paderborn, Dr. André Brandt.

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Seit Beginn der Pandemie vor zwei Jahren hat der Kreis Paderborn in seinen täglichen Pressemitteilungen umfangreiche Daten zur stadt- bzw. gemeindebezogenen Corona-Lage veröffentlicht. Gerade in der Anfangsphase dienten diese statistischen Auswertungen nicht nur auf Kreisebene dazu, den Weg des Virus nachzuzeichnen, es „besser kennen zu lernen“ und durch die Definition von Grenz- und Schwellenwerten Maßnahmen zur Eindämmung des Pandemiegeschehens zu ergreifen. Die Omikron-Welle führte auch im Kreis Paderborn zu explodierenden Infektionszahlen und zu einem flächendeckenden Infektionsgeschehen mit Inzidenzen im vierstelligen Bereich.

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Die verbleibenden Corona-Schutzmaßnahmen ab dem kommenden Sonntag, 20. März, sollen sich nahezu ausschließlich an der Belastung der Krankenhäuser ausrichten. Hinzu kommt, dass seit dem 9. Februar die aktualisierte Corona-Test- und Quarantäneverordnung vorsieht, dass Personen sich bei einer Infizierung mit dem Coronavirus und ihre Kontaktpersonen im selben Haushalt sich automatisch in die Isolierung bzw. Quarantäne begeben müssen und sich selbständig freitesten können. Somit ist der Genesenenstatus nur unzureichend bekannt. In den letzten Wochen konnte zudem beobachtet werden, dass Menschen sich mehrfach infizieren und zudem nicht alle Infektionen noch durch PCR-Tests bestätigt werden. Doch nur die von den Gesundheitsämtern übermittelten, laborbestätigte COVID-19-Fälle werden in den Statistiken des Landeszentrums Gesundheit NRW (LZG) und des Robert Koch-Instituts berücksichtigt. Das alles führt zu einem verzerrten Lagebild: Auch das LZG weist bei den aktuell infizierten Personen und den bislang genesenen Personen nur noch Schätzwerte aus.

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Der Landkreistag NRW forderte bereits am 11. März, die Gesundheitsämter spürbar zu entlasten und „die sofortige Abschaffung der in praktischer Hinsicht sinnlos gewordenen Einzelfallmeldung“. Die Kreise hätten derzeit genug zu tun, als „als eine Statistik zu pflegen, die ihren Kernzweck verloren habe“, so der Hauptgeschäftsführer des Landkreistages NRW, Dr. Martin Klein.

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