NVV setzt zum 1. Januar 2022 beschlossene Tarifanpassung um

Fahrpreise steigen durchschnittlich um 1,4 %
Kassel(pm). Eine leichte Erhöhung der Ticketpreise, ein erneut ausgebautes Angebot, aber auch zwei interessante neue Service-Leistungen im Nordhessischen VerkehrsVerbund erwarten die Fahrgäste im Jahr 2022. Um weiterhin den Kostendeckungsgrad des öffentlichen Nahverkehrs in Nordhessen durch Einnahmen aus dem Verkauf von Fahrkarten auf einem konstanten Niveau zu halten, hat der Aufsichtsrat des NVV eine moderate Erhöhung der Ticketpreise um durchschnittlich 1,4 Prozent beschlossen. Damit liegt die Veränderung deutlich unter der allgemeinen Steigerung der Verbraucherpreise in Deutschland, die gegenüber dem Vorjahr bei 4 Prozent liegt. Ausgenommen von der Anpassung sind die Einzelfahrkarten für die Stadt Kassel und im KasselPlus-Gebiet: Hier wird es erneut keine Preiserhöhung geben. Konstant bleiben auch die Preise für das Seniorenticket Hessen, das Schülerticket Hessen und für das Hessenticket. Der Stundentakt – Jedes Dorf – Jede Stunde – wird auch im Jahr 2022 trotz schwieriger Corona – Bedingungen fortgesetzt. Ziel des NVV ist es, seinen Kunden ein attraktives Angebot für einen angemessenen Preis zu bieten.

Um die Nutzung des Öffentlichen Nahverkehrs künftig noch attraktiver zu machen, plant der NVV außerdem zwei neue Service-Leistungen:
• Das neue Handy-Ticket Flex 50 funktioniert ähnlich wie die BahnCard und soll im Laufe des Jahres 2022 eingeführt werden. Man zahlt monatlich 5 Euro und spart dann bei jeder Fahrt mit dem NVV 50 Prozent des Preises der Einzelfahrkarte. Diesen Tarif gibt es ausschließlich als Handy-Ticket in der NVV-App. Damit soll dieser Vertriebsweg in Nordhessen weiter verstärkt und etabliert werden.
• Die Mobile App Fairtiq sorgt dafür, dass Nutzer des Öffentlichen Nahverkehrs automatisch den günstigsten Preis für die gewählte Strecke zahlen. Zum Start werden Einzeltickets und das MultiTicket Single angeboten. Die Fahrgäste müssen also nicht selbst vor Fahrtantritt die Tarife vergleichen, um die passende Fahrkarte auswählen zu können. Die Nutzer checken beim Einsteigen in Bus oder Zug in der App ein und beim Aussteigen am Zielort wieder aus. Mithilfe von GPS-Ortung des Smartphones berechnet die App dann den Bestpreis. In der Schweiz sowie in Teilen von Österreich und Deutschland wird Fairtiq bereits angewendet. Im NVV-Gebiet soll die App ab Mitte des Jahres 2022 nutzbar sein.

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Darüber hinaus wird das Busangebot in mehreren Bereichen des NVV verbessert:
• Im Bereich rund um Homberg (Schwalm-Eder-Kreis) wird das Angebot ab Dezember 2021 um 43 Prozent erweitert, damit entsteht auf den meisten Linien mindestens ein Stundentakt.
• Im nördlichen Landkreis Kassel und Lohfelden gibt es ab Dezember 2021 eine Erweiterung des Angebots um 40 Prozent, auch hier verkehren die meisten Linien künftig mindestens einmal pro Stunde.
• Außerdem ist eine Erweiterung des Angebots ab Dezember 2022 für den Bereich Vellmar und Teile des Werra-Meißner-Kreises geplant.

Preisbeispiele für besonders häufig genutzte Verbindungen und Fahrkartenarten:

Baunatal – Kassel (Preisstufe KasselPlus)
Lohfelden – Kassel (Preisstufe KasselPlus)
Vellmar – Kassel (Preisstufe KasselPlus)

Einzelfahrkarte alt 3,90 €, neu 3,90 €
MultiTicket alt 10,20 €, neu 10,40 €
Monatskarte alt 82,50 €, neu 83,50 €

Eschwege – Bad Sooden-Allendorf (Preisstufe 3)

Einzelfahrkarte alt 4,60 €, neu 4,70 €

MultiTicket alt 11,80 €, neu 12,00 €
Monatskarte alt 100 €, neu 101,50 €

Rotenburg/F. – Bad Hersfeld (Preisstufe 4)
Borken -Schwalmstadt (Preisstufe 4)
Korbach – Bad Arolsen (Preisstufe 4)

Einzelfahrkarte alt 5,80 €, neu 5,90 €
MultiTicket alt 14,60 €, neu 14,80 €
Monatskarte alt 124 €, neu 126 €

Hofgeismar- Kassel (Preisstufe 5)
Melsungen – Kassel (Preisstufe 5)
Hann.Münden – Kassel (Preisstufe 5)

Einzelfahrkarte alt 7,20 €, neu 7,30 €
MultiTicket alt 17,40 €, neu 17,70 €
Monatskarte alt 145 €, neu 147 €

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Hintergrund zur Tarifänderung:
Durch die Fahrpreisanpassung soll erreicht werden, dass der ÖPNV in der Region etwa zu einem Drittel aus Fahrgeldeinnahmen und zu zwei Dritteln aus öffentlichen Geldern finanziert wird und keine Einbrüche bei den Fahrgelderlösen entstehen. Ziel der Tarifanpassung ist es weiterhin, die Belastung für die Kunden so gering wie möglich zu halten, obwohl die Verkehrsleistungen für den NVV teurer werden. Darüber hinaus soll vermieden werden, dass Fahrgäste abwandern und den Individualverkehr nutzen. Da der öffentliche Nahverkehr bei weitem nicht kostendeckend ist, besteht die Finanzierung zum einen aus Fahrgeldeinnahmen und zum anderen aus Steuergeld, das über das Land Hessen an den NVV fließt. Dieses Verhältnis von Kosten zu Einnahmen im NVV zeigt vor allem, dass die Tarifanpassung nie zur vollständigen Kostendeckung herangezogen wurde, sondern sie dient dazu, das Verhältnis zwischen Steuer- und Fahrgeldfinanzierung ausgewogen zu halten.

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