Notfallsanitäter dringend gesucht – Landesregierung hat Personalmangel tatenlos in Kauf genommen

Wiesbaden(pm). Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Dr. Daniela Sommer, hat sich über die aktuelle Berichterstattung zu den nicht besetzten Rettungswagen in Hessen wenig überrascht gezeigt. Zuletzt hatte hessenschau.de über den Umstand berichtet. Die SPD habe einen entsprechenden Dringlichen Berichtsantrag (Drucksache 20/1102) an die Landesregierung gestellt, in dem sie Antworten erwarte.

Sommer sagte am Samstag in Wiesbaden: „Die verstärkten Probleme um fehlende Notfallsanitäterinnen beziehungsweise Notfallsanitäter sind für uns absehbar gewesen und eine nicht hinzunehmende Entwicklung. Über Engpässe hat die SPD-Landtagsfraktion bereits seit Jahren immer wieder informiert und auf den Handlungsbedarf hingewiesen. Bereits 2016 haben wir durch einen Berichtsantrag deutlich gemacht, dass sich nur 70 Prozent der Rettungssanitäter der Prüfung zum Notfallsanitäter unterziehen. Dies war für die Landesregierung jedoch kein Anlass zu reagieren.“

Werbung auf EDR

Bei der Notfallsanitäter-Ausbildung bestünde bereits zum damaligen Zeitpunkt großer Handlungsbedarf. Insbesondere durch den schon herrschenden Fachkräftemangel in den letzten Jahren und der dadurch fehlenden Kompensation der Ausfallzeiten sei klar gewesen, dass die Überleitung der Rettungsassistenten nach Vorgaben des Notfallsanitätergesetzes bis Ende 2020 nicht möglich sei. Nun bewahrheite sich die Befürchtung. Auch die Leistungserbringer hätten seit Jahren Kritik geäußert. Man habe sich von dieser Seite ebenfalls gewünscht, dass sich die Hessische Landesregierung für die Streichung der Stichtagsregelung einsetze. Aber seit 2016 sei diesbezüglich nichts passiert. Man habe stattdessen die jetzigen Engpässe sehenden Auges in Kauf genommen. „Nun müssen unsere Rettungskräfte, die ihr Möglichstes tun und Menschenleben retten, Überstunden leisten, um Rettungswagen zu besetzen“, sagte Sommer.

Leave a Comment

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.