SPD-Fraktion besucht das Frankenberger Jugendhaus

Das Jugendhaus-Team Heike Höhl (links), Johannes Engelmann und Magarita Gill,  SPD-Besucher sowie jugendliche Besucher des Jugendhauses. Foto:nh

„Nachhaltige Projekte weiterentwickeln und etablieren – Von der Stadtküche über den Dirtbike-Park bis hin zum Generationsübergreifenden Spielplatz mit Möglichkeiten zum Street-Workout.“

Frankenberg(nh). Stadtjugendpflegerin Heike Höhl zeigte den interessierten Stadtverordneten der SPD-Fraktion mit ihrem Team das Jugendhaus. Die Mandatsträger wollten wissen, wie sich die Jugendpflege in den letzten Jahren entwickelt hat und welche Herausforderungen in den nächsten Jahren gemeistert werden wollen.

 „Das Jugendhaus wird nach wie vor gut genutzt“ erläutert Höhl, bis zu 35 Kinder und Jugendliche kommen täglich ins Jugendhaus und nutzen das Angebot. Allerdings kommen die Jugendlichen tendenziell immer später in das Jugendhaus. Diese Verschiebung liege an dem Nachmittagsunterricht in der Schule. Neu entwickelt habe sich eine engere Kooperation zu den örtlichen Schulen und Schulsozialarbeitern. An der Ortenbergschule bietet die Stadtjugendpflege beispielsweise eine Zirkus-AG gemeinsam mit einer Lehrkraft an, sowie Kurse in Selbstverteidigung und –behauptung. Einige Schülerinnen und Schüler werden von den Fachkräften auch an der Schule abgeholt, um im Jugendhaus spezifische Angebote absolvieren zu können. 

Dr. Daniela Neuschäfer findet diese Tendenzen sehr positiv: „Ob Jugendliche sich angenommen fühlen und ein positives Selbstwertgefühl entwickeln können, hängt entscheidend von ihren Alltagserfahrungen ab und von den Perspektiven, die ihnen die Gesellschaft an der Schwelle zum Erwachsenwerden bietet. Eine Kooperation mit der Stadtjugendpflege in der Nachmittagsbetreuung ist sinnvoll, da schulische Aufgabenstrukturen und pädagogische Zielsetzungen besser verknüpft werden können. Einzelnen Bausteine (Unterricht und ergänzende Bildungs- und Betreuungsangebote) können dabei zielgerichtet aufeinander abgestimmt werden und ermöglichen einen rhythmisierten Schulalltag.“ Der Fraktionsvorsitzende Dr. Hendrik Sommer ergänzt: „Um förderliche Bedingungen für die konzeptuelle Verknüpfung des Unterrichts mit den außerunterrichtlichen Bildungsangeboten zu schaffen, ist ein hohes Maß an außerschulischer und innerschulischer Kooperation notwendig. Nicht nur die Abstimmung und Zusammenarbeit der Lehrkräfte untereinander ist dabei bedeutsam, sondern auch die Kooperation mit dem weiteren pädagogisch tätigen Personal. Es ist wunderbar, dass die Jugendpflege mit Schulen und Schulsozialarbeitern eine gemeinsame Basis und ein Netzwerk zum Austausch geschaffen hat.“
Neben der kooperierenden Tätigkeiten stehe aber nach wie vor die originäre Jugendarbeit als offenes Jugendzentrum im Vordergrund. Dies sei verständlich, sagt die Stadtverordnete Helga Hohn: „Jugendliche wollen auch mal ihr “eigenes Ding” machen, wollen sich kulturell abgrenzen von den “Alten”, suchen sich eigene Herausforderungen und experimentieren mit dem Zeitgeist.“ „Die Stadtjugendpflege bietet hierbei seit Jahren verlässlich Anregung, Begleitung und – wo notwendig – persönliche Hilfen und UnterstĂĽtzung!“, ergänzt das Magistratsmitglied Harald Rudolph.
Neben den alltäglichen Angeboten, erkundigen sich die Stadtverordneten über die Stadtküche, ein Projekt, das aus Familienstadt-Mitteln gefördert, nun nachhaltig in die Stadtjugendpflege verankert wurde. Das Jugendhaus-Team erläutert: „Die Stadtküche wird ständig genutzt: Es sind Projekte, wo es um gesunde Ernährung geht, um zu lernen, wie man kocht oder backt, es geht um Hygiene, aber auch mal einfach nur, um den Hunger zu stillen.“ Mit Johannes Engelmann können die Jugendlichen montags unter bestimmten Thematiken kochen und backen. Bei den sogenannten „Küchenexperimenten“ geht es beispielsweise um „Fastfood selbstgemacht“, „Molekularküche“ u. v. m. Die Stadtverordneten sind sich hier mit dem Jugendhaus-Team einig: „Dieses nachhaltige Familienstadt-Projekt ist für die Stadtjugendpflege ein Gewinn!“
Schließlich berichten Heike Höhl, Johannes Engelmann und Magarita Gill von zwei neuen wünschenswerten Projekten „Dirtbike-Park“ und „Street-Workout“. Der „Dirtbike-Park“ ist abseits des Asphalts ist ein Trainingsplatz mit zahlreichen Hügeln und Rampen, Kurven, auf dem Dirtbiker ihr Könnenmit Sprüngen und üben und vorführen können. Den Hauptteil der Arbeit übernehmen bei der Planung und Umsetzung die Jugendlichen selbst. Sie seien es gewesen, die Heike Höhl um die Realisierung eines Dirtbike-Parks baten. Nun ist bereits die Erde zu Hügeln aufgeschüttet worden, im Frühjahr sollen diese mit Schaufeln festgeklopft werden.
Zur Erläuterung des „Street-Workouts“ zeigte Magarita Gill ein Video „Street Workout ist im Kommen“, sagt sie. Outdoor Fitnessparks sind dabei optimal für Street Workout-Begeisterten, die ihr Krafttraining im Outdoor Gym absolvieren wollen. „Um Street-Workout machen zu können, braucht es eine Erweiterung des generationsübergreifenden Spielplatzes, der ebenfalls von der Familienstadt verstetigt werden konnte.“
Susanne Weber, die oft durch das Teichgelände kommt, berichtet, dass dort viele Jugendliche trainieren. Friedhelm Schneider ergänzt: „Wieso sollte man in ein stickiges Fitnessstudio gehen, wenn man doch auch an der frischen Luft trainieren kann!“ Gerne unterstützt die SPD-Fraktion die Ideen der Stadtjugendpflege, um im Bildungs-, Bewegungs- und Ernährungsbereich nachhaltige Projekte zu schaffen!“

Das Jugendhaus
Das Jugendhaus ist 2005 von der Hengstfurth in die Hainstraße gezogen. Dort erstreckt sich ein vielfältiges Angebot auf zwei Stockwerke. Zum Angebot der Jugendhauses gehören offene Freizeitangebote für Jugendliche (Kickern, Billard etc.), Projekte wie z. B. Kochen in der Stadtküche, geschlechtsspezifische Angebote, bildungsunterstützende Angebote wie z. B. Hausaufgabenhilfe, musische, medien- und erlebnispädagogische Angebote z. B. wie zirkuspädagogische Projekte und Gitarrenunterricht sowie Ferienspiele. Die Jugendlichen können sich außerdem aktiv an der Gestaltung der Angebote für sie und ihre Gleichaltrigen beteiligen, eines dieser partizipartiven Projekte ist beispielsweise die Entwicklung des Dirtbike-Platzes.

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