Freiluftmuseum am Werratal-Radweg

Philippsthal. Wer auf dem Werratalradweg unterwegs ist, trifft ab sofort auf Raststationen der besonderen Art. Vier große Laderschaufeln wurden von K+S unter Tage aufbereitet, von Lehrlingen mit Bänken versehen und bieten nun Radlern und Wanderern die Möglichkeit zur Verschnaufpause. Sie laden aber gleichzeitig ein, sich mit der Geschichte und der Identität der Region auseinander zu setzen. Neben den Bänken finden Gäste und Einheimische Informationstafeln, die Einblicke ins Leben der Bergleute und die innerdeutsche Teilung geben. Wer es genauer wissen möchte, kann per QR-Code Videos, Fotos und Texte aufrufen. Unter dem Namen „Leben oben. Leben unten.“ sorgen die Stationen für Abwechslung am Radweg und geben Besuchern gleichzeitig einen authentischen Eindruck von der Region.

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Die Idee entstand in einer Projektgruppe bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern des Landkreises Hersfeld-Rotenburg, des Wartburgkreises, dem Regionalmanagement Nordhessen, K+S, regionalen Akteuren sowie der Geschichtsmanufaktur Kutzner, die das Projekt schlussendlich konzipiert hat. Es basiert auf dem Förderprojekt „Zukunft Kaliregion 2.0“, dessen Ziel es ist, die Kaliregion länderübergreifend zukunftsfähig aufzustellen. Neben weiteren Themen aus verschiedenen Wirtschaftsbereichen, wurde durch Bürgerbeteiligung das Thema „Erinnerungskultur und lokale Identität“ als besonders wichtig und touristisch relevant identifiziert. „Wir wollten die lokale Identität aufzeigen und gleichzeitig Erinnerungen bewahren. Oft geschieht das in Museen – in diesem Fall haben wir uns für eine Mischung aus Freiluft-Museum und digitalem Lernort entschieden. Die Menschen sehen die großen Schaufeln, erleben sie an Orten, die für die Geschichte oder die Industriekultur der Region wichtig sind und können sich gleichzeitig dazu informieren. So wird die Tour auf dem Radweg zum Museumsbesuch – oder man genießt einfach die Raststationen mit ihren zum Teil bemerkenswert schönen Ausblicken“, erläutert Annette Hannappel, Projektmanagerin beim Regionalmanagement Nordhessen die Idee.

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Die vier Schaufeln greifen unterschiedliche Themen auf, so wird in Tiefenort über Spitzensport aus dem Revier/Stadion „Kaffeetälchen“ berichtet, in Philippsthal geht es um das Berufsbild des Bergmannes, in Heringen kann man sich künftig über die Technik unter Tage informieren und in Dankmarshausen geht es direkt an der ehemaligen Grenze um den früheren Grenzbahnhof. Zusätzlich können Radfahrer noch zwei Infotafeln ohne Rastplätze ansteuern, in Bad Salzungen direkt am Gradierwerk ist ein Erinnerungspunkt zur Frühgeschichte der Salzgewinnung und in Merkers einer zum Thema Kalibergbau in der DDR. Regionalmanagement-Geschäftsführer Kai-Georg Bachmann lobt das Projekt als sehr gelungen: „Hier hat sich gezeigt, wie vorbildlich länderübergreifende Zusammenarbeit zum Wohle einer Region funktionieren kann. Es ist sinnvolle touristische Infrastruktur geschaffen worden, die Gästen und Einheimischen gleichermaßen einen Mehrwert bietet und die perspektivisch auch mit weiteren Erinnerungspunkten ausgebaut werden kann. Es ist wichtig, die Vergangenheit lebendig zu halten und damit Brücken in eine für die Region positive Zukunft zu bauen.“

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