Mit exzellenter Versorgung den Start in ein leichteres Leben
Frankenberg. Die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Klinikums Waldeck-Frankenberg (KWF) am Standort Frankenberg, unter der Leitung von Chefarzt Dr. med. Arkadiy Radzikhovskiy, hat die anspruchsvolle Zertifizierung als „Kompetenzzentrum für Adipositas- und metabolische Chirurgie“ durch die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie
(DGAV) erhalten. Damit gehört das Haus offiziell zu den führenden Einrichtungen in Deutschland, die höchste Qualitätsstandards in der Behandlung von krankhaftem Übergewicht erfüllen.
Geprüfte Qualität für maximale Patientensicherheit
Die Zertifizierung durch die DGAV ist das Ergebnis einer strengen Prüfung. Um das Siegel zu erhalten, musste das Team des Adipositas-Zentrums nachweisen, dass es nicht nur operativ auf höchstem Niveau arbeitet, sondern eine ganzheitliche Patientenversorgung bietet. Zu den Kriterien gehören unter anderem eine Mindestfallzahl an erfolgreich durchgeführten Adipositas-Eingriffen pro Jahr, die die operative Routine belegen. Ein interdisziplinäres Netzwerk mit Experten aus der Ernährungsmedizin, Psychosomatik, Endokrinologie und Diabetologie ist
verpflichtend, ebenso die Teilnahme an einer bundesweiten Qualitätssicherungsstudie, bei der die Behandlungsergebnisse anonymisiert ausgewertet werden. Daneben sind die Fachqualifikationen der Operateure und die technische Ausstattung reglementiert.
In zertifizierten Zentren ist die Komplikationsrate signifikant niedriger und die langfristigen Abnehmerfolge sind stabiler. Patienten profitieren von strukturierten Behandlungspfaden und einem
Team, das nicht nur die Operation im Blick hat, sondern die nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität und die Linderung von Begleiterkrankungen wie Typ-2-Diabetes oder Bluthochdruck.
Im Team zum Erfolg
„Diese Auszeichnung ist eine Teamleistung und eine wichtige Botschaft an unsere Patienten“, erklärt Chefarzt Dr. med. Arkadiy Radzikhovskiy. „Die Chirurgie ist nur ein kleiner Teil davon, denn der langfristige Erfolg wird durch die gute Vorbereitung auf den Eingriff und die lebenslange Nachsorge durch unser interdisziplinäres Adipositas-Team gewährleistet. Zum Team gehören neben mir, Mohammad Mohandes, Oberarzt und Adipositaschirurg, Beate Schnell als Diabetes- und Ernährungsberaterin und Simone Heinz als Leiterin der operativen Adipositas-Sprechstunde. Zusätzlich binden wir explizit die ortsansässige Adipositas-Selbsthilfegruppe mit ein. Hier können sich die Betroffenen über ihre Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig auf ihrem Weg bestärken, egal ob sie eine konservative, medikamentöse, endoskopische oder chirurgische Therapie bevorzugen.“
Durch die Fusion zum Klinikum Waldeck-Frankenberg profitieren Adipositas-Patienten aus Korbach von der Erfahrung der Frankenberger Chirurgen. Dr. Radzikhovskiy leitet seit März 2026 die
Allgemein- und Viszeralchirurgie an beiden Standorten; die operative Adipositas-Behandlung erfolgt weiterhin in Frankenberg. Die medikamentöse und ggf. endoskopische Therapie wird im
konservativen Adipositas-Zentrum unter der ärztlichen Leitung von Dr. med. Frank Reinhardt (Chefarzt Allgemeine Innere Medizin, Korbach) am Standort Korbach angeboten. Informationen zum ganzheitlichen Konzept, den Infoabenden und der Selbsthilfegruppe gibt es unter: www.krankenhaus-frankenberg.de/AZ.
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Pille, Spritze oder Skalpell? Was hilft wem beim Kampf gegen die Adipositas?
Dr. Radzikhovskiy, durch Medikamente wie die Abnehmpille /-spritze wirkt die Adipositas- Chirurgie plötzlich fast „altmodisch“. Ist das Skalpell bald Geschichte?
Ganz im Gegenteil. Wir erleben gerade eine Revolution, aber keine Verdrängung. Die „Abnehmspritze oder -pille“ ist ein weiteres Werkzeug, aber sie ist kein Zauberstab, der die Chirurgie
überflüssig macht. Wir haben jetzt einfach mehr Optionen in unserem Werkzeugkasten.
Wo liegen die klaren Vorteile der medikamentösen Therapie (z. B. GLP-1-Rezeptor-Agonisten)?
Der größte Vorteil ist die Nicht-Invasivität. Für Patienten mit einem BMI zwischen 30 und 40 ist sie als medikamentöse Unterstützung der Gewichtsreduktion geeignet. Es ist ein Einstieg, um unter anderem den Stoffwechsel zu regulieren und den Appetit zu bändigen. Im operativen Adipositas-Zentrum am Standort Frankenberg fokussieren wir uns auf Patienten mit schwerer Adipositas (BMI > 40) oder BMI über 35 mit ausgeprägten Begleiterkrankungen.
Und die Kehrseite?
Die Nachhaltigkeit und die Kosten. Viele Studien zeigen: Wer das Medikament absetzt, nimmt oft schnell wieder zu. Wir sprechen hier potenziell von einer lebenslangen Anwendung. Zudem sind die Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Magen-Darm-Beschwerden für manche Patienten eine Hürde, die den Alltag massiv einschränken.
Wann bleibt die Operation, etwa der Schlauchmagen oder Magenbypass, dennoch der Goldstandard?
Bei schwerer Adipositas (BMI > 40) oder ausgeprägtem Diabetes Typ 2 ist die Chirurgie ungeschlagen. Eine OP verändert die Anatomie und die Hormonantwort dauerhaft. Wir sehen hier oft eine Remission des Diabetes innerhalb weniger Tage. Die Gewichtsabnahme ist meist drastischer und stabiler. Der „Nachteil“ ist natürlich, dass es ein chirurgischer Eingriff ist, der nicht mehr rückgängig gemacht werden kann und eine lebenslange Supplementierung von bestimmten Nährstoffen erfordert.
Wie lautet das Fazit für Betroffene?
Es gibt kein „Entweder-oder“ mehr, sondern ein „Was passt zu Ihnen?“. Das Medikament ist ein Marathon-Begleiter, die OP ein radikaler Neustart. Die medikamentöse / endoskopische Therapie
kann aber auch ggf. bis zur Operation oder danach eingesetzt werden. Wichtig bleibt: Ohne eine Umstellung des Lebensstils gewinnen wir gegen die Pfunde langfristig weder in der Apotheke noch
im OP-Saal.

