Früherkennung und Frühförderung – Lebenshilfe Werk erhält Kreiszuschuss

Korbach(pm). Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit des Lebenshilfe-Werks Kreis Waldeck-Frankenberg e.V. ist die Früherkennung und Frühförderung von Kindern mit (drohender) Behinderung. Allerdings werden diese Leistungen nach wie vor nicht ausreichend finanziert. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg unterstützt das Lebenshilfe-Werk daher bereits seit Jahren mit einer freiwilligen Zuwendung, so auch in 2023. Erster Kreisbeigeordneter und Jugenddezernent Karl-Friedrich Frese überreichte nun den entsprechenden Förderbescheid über 60.000 Euro an die stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Vereins Dorike Hentrich. „Der Landkreis ist als Sozialhilfeträger zwar für die Eingliederungshilfe zuständig, zu der die Frühförderung gehört, nach dem Sozialgesetzbuch zählen dazu aber nur heilpädagogische Leistungen“, erläuterte Frese. Finanzielle Defizite in der Frühförderstelle entständen  vor allem im Bereich medizinisch-therapeutischer Behandlungen.

„Uns ist es wichtig, dass die Frühförderzentren in Korbach und Frankenberg erhalten bleiben“, daher habe sich der Kreis erneut für die genannte Zuwendung entschieden. Auch die stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Lebenshilfe-Werks Dorike Hentrich machte noch einmal deutlich: Solange es zum Thema Frühförderung keine fertige und konkrete Landesrahmenvereinbarung gebe, welche Leistungen anzuerkennen und zu finanzieren sind, ließe sich die Leistung nicht kostendeckend anbieten. Zum 1. Juli 2023 habe eine entsprechende Rahmenvereinbarung erarbeitet werden sollen, die jedoch noch weit von der Realisierung entfernt sei. Das Land Hessen müsste hier eine Verordnung erlassen, wenn es zu keiner Einigung kommt; die Zuwendung des Landkreises helfe dem Lebenshilfe-Werk ein gutes Stück weiter, dankte Frau Hentrich dem Jugenddezernenten für die willkommene Unterstützung.


Im Landkreis Waldeck-Frankenberg hat die Frühförderung nicht zuletzt durch den Einsatz des Korbacher Kinderarztes Dr. Michael Ehrlich eine lange Tradition. Sie wird interdisziplinär angeboten und ist als gewachsenes System von einer hohen Qualität. Bei dem hervorragenden Angebot seien betroffene Eltern gut aufgehoben, lobte der Erste Kreisbeigeordnete. „In vielen Fällen ist das Lebenshilfe-Werk die erste Anlaufstelle für besorgte Eltern, bei deren Kindern eine Behinderung festgestellt wurde“, bestätigte Dorike Hentrich. In Waldeck-Frankenberg könnten die Angebote glücklicherweise dank Menschen mit hoher Fachkompetenz aufrechterhalten werden. Ein Fachkräftemangel mache sich langsam bemerkbar und müsse in Zukunft in die weiteren Gestaltungsüberlegungen einbezogen werden.

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