Ravensburg(CDU) zum landesweiten Apothekenprotesttag

Bad Wildungen(pm). Die stationären Apotheken tragen wesentlich zur wohnortnahen Versorgung mit lebenswichtigen Arzneimitteln und apothekenpflichtigen Medizinprodukten bei. Rund um die Uhr sind die Apotheken für die Bevölkerung erreichbar, auch für Bürger, die weniger mobil sind, liefern sie schnellstmöglich die Medikamente bis an die eigene Haustür. Zunehmend werden die Apotheken dadurch belastet, dass Medikamente in steigender Zahl nicht mehr verfügbar sind, und deshalb großer Aufwand für den Apotheker entsteht, Versorgungskanäle zu erschließen. Besorgniserregend ist die Versorgung mit lebenswichtigen Medikamenten, z.B. Antibiotika für Kinder. Sogar aus dem Ausland müssen Medikamente zunehmend importiert werden. Grund hierfür ist oft die zu geringe Vergütung im Inland, so dass sich die Produzenten andere Märkte suchen. Erst das befristete Abweichen vom Arzneimittelgesetz erlaubte den Bezug aus dem Ausland, doch das bedeutet einen immensen bürokratischen Aufwand für die Apotheken, der nicht vergütet wird.


Mir ist bewusst, dass die aktuellen Liefer- und Versorgungsengpässe bei wichtigen Arzneimitteln für die Apotheken eine besondere Belastung darstellen und insoweit dringender Handlungsbedarf besteht. Deshalb sollten alle Maßnahmen ergriffen werden, um die Engpass-Situation zu beseitigen. In einem Beschaffungsgipfel sollten kurz- und mittelfristige Maßnahmen für alternative Beschaffungsmöglichkeiten aus dem Ausland und für eine bessere regionale Verteilung gesorgt werden.
Apotheker erleben mangelnde Anerkennung, Bürokratie und die Gefahr von Strafzahlungen oder Rückforderungen. Dies alles macht den Gang in die Selbständigkeit zunehmend unattraktiv. Personalmangel und fehlender Nachwuchs führen dazu, dass es für Apotheker gerade im ländlichen Raum schwieriger wird Nachfolger zu finden. Schließungen drohen.


Durch das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz der gegenwärtigen Bundesregierung hat sich die Situation weiter verschärft. Die CDU/CSU Bundestagsfraktion hat sich deshalb für die Beibehaltung der bisherigen Abschlagshöhe eingesetzt und einen rückwirkenden Ausgleich von inflationsbedingten Mehrkosten für Apotheken gefordert. Dazu sollten Lieferketten diversifiziert und mehr Flexibilität bei der Beschaffung von Wirkstoffen sowie möglichst der Erhalt deutscher oder europäischer Produktion ermöglicht werden. Ich fordere ein, dass die Apotheker in die Lage versetzt werden sollten, sich vor Engpässen besser wappnen zu können, etwa durch eine kostendeckende Vergütung der Beschaffungstätigkeiten und Bevorratungsmöglichkeiten.

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