Friedrich Schüttler: Die Dinge pflegen die während des Berufslebens zu kurz gekommen sind

Korbach(pm). Friedrich Schüttler aus Lichtenfels-Goddelsheim ist gelernter Fernsehtechnikermeister und war seit 2002 für die Kreishandwerkerschaft und das Berufsförderungswerk des Handwerks gGmbH mehr als 20 Jahre lang tätig. Angefangen als EDV-Administrator und Angestellter für Lehrtätigkeiten, übernahm er 2012 die operative Leitung des Berufsbildungszentrums (BBZ) und Berufsförderungswerk des Handwerks (BFH). Wenn man Kollegen fragt, was sie im Ruhestand alles machen und aufholen möchten, ist meist die To-do-Liste sehr, sehr lang. Bei Friedrich Schüttler sieht es nicht anders aus. So wird er sich an Haus, Hof und Garten machen und alles aufarbeiten, was die letzten Jahre liegengeblieben ist. Ehrenamt ist für Handwerker Ehrensache. Seine politischen Ehrenämter als Ortsvorsteher in Goddelsheim, Fraktionsvorsitzender im Stadtparlament und seine Aktivitäten in den örtlichen Vereinen möchte er weiterführen, unterstützen und fördern.

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Seine Kolleginnen und Kollegen beschreiben Friedrich Schüttler, genannt Frieder, als einen Vorgesetzten mit einem Faible für strukturiertes Arbeiten, ein gutes Auge für die Optimierung von Prozessen und einem guten Händchen und hervorragendes Gespür für die Arbeit und für Kolleginnen und Kollegen. Fragt man Friedrich Schüttler nach einer Geschichte bei der Kreishandwerkerschaft und beim Berufsförderungswerk, die ihm in Erinnerung geblieben ist, fallen ihm unendlich viele ein. Eine bei der er auf jeden Fall ins Schwitzen kam, war zu Beginn seiner Zeit als EDV-Administrator, „Freitagnachmittag kurz vor Feierabend kam es zu einem Virenbefall im Netzwerk. Das komplette Netzwerk war lahmgelegt. Ich habe damals ein komplettes Wochenende durchgearbeitet. Wichtig war mir, dass sich die Kolleginnen und Kollegen Montagmorgen an ihren PC setzen und ihre Arbeit aufnehmen konnten.“ „Nicht zu vergessen die vielen Projekte, die ich zusammen mit meinen Kolleginnen und Kollegen und unseren Partnern u.a. dem Landkreis Waldeck-Frankenberg, der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter und den Schulen und Berufsschulen anstoßen, begleiten und durchführen durfte. Da waren auch Highlights wie Auslandsreisen nach Shanghai und Russland dabei. Hier wurde unser Know-how für die berufliche Ausbildung im Dualen System im Kraftfahrzeugbereich angefragt“, das ist schon etwas Besonderes, wenn man bedenkt, dass Shanghai eine Millionenmetropole mit einer gigantischen Wirtschaftsdynamik ist.

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Dass ihm der Abschied nicht leichtfällt, war vorauszusehen, aber dass ihm der Abschied so schwergemacht wird, damit hat selbst er nicht gerechnet. Friedrich Schüttler hatte am vergangenen Freitag zu einer kleinen Abschiedsfeier in den Konrad-Seibel-Raum im Berufsbildungszentrum (BBZ) geladen. Mit einer in den Werkstätten des BFH`s angefertigten Gartenbank „EINFACH NUR DASITZEN“, 1,80 m lang, Sitzfunktion mit Schaumstoffauflage, 2 wasserfesten Steckdosen und USB-Anschluss, 2 Haltern für persönliche Sachen wie Bierflasche zum Einhängen, Blumentöpfchen oder „Aschenbecher für Gastraucher“, einer Box für sonstiges Zubehör und einem Sonnenschirm inkl. Ständer, verabschiedeten sich seine Kolleginnen und Kollegen bei Friedrich Schüttler. Dabei 4 Grillzangen aus Buche, Esche, Nussbaum und Ahorn versehen mit coolen Sprüchen und 2 selbstgemalten Wischbildern. Friedrich Schüttler bedankte sich für das sehr wertschätzende Abschiedsgeschenk und den Nachmittag bei seinen Kolleginnen und Kollegen, „ich habe mich riesig darüber gefreut. Ich werde euch vermissen, vor allem das soziale Miteinander mit euch.“

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„Er war mit dem Handwerk permanent eng verbunden und das hat man bei seiner täglichen Arbeit stets gemerkt. Schlechte Laune gab es bei Frieder nie. Er hatte stets ein offenes Ohr und stand mit Rat und Tat zur Seite. Ganz nach dem Handwerksmotto #EINFACHMACHEN konnten viele Projekte und Ideen angestoßen und umgesetzt werden“, so Maria Djambazov, stellvertretende Abteilungsleiterin BFH und Nachfolgerin von Friedrich Schüttler.

Friedrich Schüttler übergibt seinen Posten an Maria Djambazov. Foto: Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg

„Man kann einfach nur Danke sagen und ihm alles Gute und Gesundheit für die Zukunft wünschen. Seine konstruktiv-kritische und sachliche Begleitung wird uns allen sehr fehlen. Frieder war in den vergangenen, sehr bewegten Zeiten zwischen Flüchtlingskrise und Corona, eine Konstante, auf die man sich jederzeit verlassen konnte“, wertschätzt Gerhard Brühl, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, die vielen Jahre der Zusammenarbeit. Dem konnte sich Kreishandwerksmeister Ulrich Mütze nur anschließen, „die Wertschätzung, die Frieder seinen Kolleginnen und Kollegen entgegengebracht hat, reflektiert die erfolgreiche Arbeit unserer Bildungseinrichtung“.

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