Auftaktveranstaltung – Neue Entwicklungsstrategie für die Region Kellerwald-Edersee

Kellerwald-Edersee(pm). In diesem und im nächsten Jahr haben ländliche Regionen die Chance, sich mit Lokalen Entwicklungsstrategien erneut um die Anerkennung als LEADER-Gebiete für den Zeitraum 2023-2027 zu bewerben. Diese Chance will die Region Kellerwald-Edersee – übrigens zum fünften Mal – nutzen, um bei der Umsetzung ihrer Strategie auch weiterhin von Fördermitteln profitieren zu können. An der Auftaktveranstaltung in der Wandelhalle Bad Wildungen nahmen 75 Menschen aus Politik, Verwaltung, Gewerbe, Vereinen, Verbänden und der Bürgerschaft teil. „Wo stehen wir, was wollen wir erreichen?“ fragte der Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe Kellerwald Edersee, Bürgermeister Ralf Gutheil. „Ich wünsche uns, dass wir auch dieses Mal gemeinsam mit den regionalen Akteuren eine am Bedarf orientierte Strategie aufsetzen können“.

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Landrat Reinhard Kubat machte in seinem engagierten Grußwort auf die gewaltigen Aufgaben aufmerksam, vor denen ländliche Räume stünden. Er nannte an dieser Stelle den Klimawandel, die Digitalisierung, die demographische Entwicklung und die aktuellen Krisen, die auch auf ländliche Regionen eine Auswirkung hätten. Dorfentwicklung und LEADER seien „die scharfen Schwerter“, mit denen wirksam den Herausforderungen begegnet werden könne. LEADER sei zudem eine jahrzehntelange Erfolgsgeschichte für die Region Kellerwald-Edersee.
Nach den Grußworten folgte zunächst ein Rückblick auf die auslaufende Förderperiode durch Regionalmanagerin Lisa Küpper. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion kamen mehrere Projektträger zu Wort, bevor die Anforderungen an das Konzept durch das Team der IPU Erfurt, die den Prozess begleitet, erläutert wurden.

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Das Land Hessen hat für die Ländliche Entwicklung vier Handlungsbedarfe benannt, von denen mindestens drei Themen für die neuen Lokalen Entwicklungsstrategien ausgewählt werden müssen:
• Gleichwertige Lebensverhältnisse für „ALLE“ – Daseinsvorsorge
• Wirtschaftliche Entwicklung und regionale Versorgungsstrukturen durch Klein- und Kleinstunternehmen
• Erholungsräume für Naherholung und ländlichen Tourismus
• „Bioökonomie“ – Anpassungsstrategien zu einem nachhaltigen Konsumverhalten
• Wie geht es weiter – Alle Interessierten können MITMACHEN
• Für die Erstellung der Lokalen Entwicklungsstrategie (LES) in der LEADER-Region Kellerwald-Edersee heißt es jetzt: Mitmachenund die Zukunft der Region gestalten. Das geschieht ab sofort und erstmalig Online.

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Auf der Beteiligungsplattform https://region-kellerwald-edersee.ipu-mitmachen.de/ können alle interessierten Bürgerinnen und Bürger aus unserer Region in den kommenden Wochen mitdiskutieren und ihre Ideen für die Zukunft der Region einbringen. Los geht es am Mittwoch den 17.11.2021.
• Am Samstag, den 22.1. findet ein ganztägiger Zukunftsworkshop statt, bei dem die eingebrachten und ausgewerteten Ideen vorgestellt und weiterentwickelt werden.
• Die Lokale Entwicklungsstrategie muss dem Ministerium bis zum 31.5. vorliegen.

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Wichtige Neuerungen der neuen Förderperiode
• Die Finanzlinien von EU, Bund und Land werden zusammengeführt. Alle Projekte werden durch das LEADER-Prinzip ausgewählt.
• Die Mittelzuweisung pro Region richtet sich künftig nach der Gebietsgröße, 60%, und der Einwohnerzahl, 40%. Die Region Kellerwald-Edersee rechnet auf dieser Grundlage mit einem Planungsbudget in Höhe von 4,1 Mio. € für 5 Jahre. Zum Vergleich: In den Jahren 2014-2022 standen ebenfalls 4,1 Millionen Euro zur Verfügung, allerdings für 9 Jahre.
• Die Kommunen erhalten künftig eine feste Förderquote von 80 %.
• Die Förderquoten für private Träger sind gestaffelt und reichen von 25% bis 45 %. Für die Themen Grundversorgung/Engpassbeseitigung, Arbeitsplatzschaffung, Berücksichtigung der Grundsätze Bauen im ländlichen Raum, Einbeziehung regionaler nachhaltig erzeugter Produkte können jeweils 5 % an zusätzlichen Fördermitteln generiert werden.
• Das Regionalbudget wird künftig in das LEADER-Planungsbudget integriert. Es wird eigenverantwortliche jährliche Aufrufe durch die Regionen geben.
Auch auf der Ebene der LEADER-Entscheidungsgremien gibt es Neuerungen. Eine davon ist die geforderte geschlechterparitätische Besetzung: 50%, mindestens aber 40% der Entscheider müssen künftig weiblich sein.

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