Gemeindevorstand besucht Neubau der Upländer Bauernmolkerei

Beeindruckt von Mut, Innovation und Nachhaltigkeit bei Produktion und Bauweise
Usseln(pm). Die Upländer Bauernmolkerei ist eines der größten Unternehmen in Willingen mit Bedeutung weit über die Grenzen des Uplands hinaus. 22 Millionen Euro hat die Betreibergesellschaft in Neubau und Produktionsweiterung investiert. In wenigen Wochen soll die Produktion in die erste Testphase gehen. Der Gemeindevorstand nahm darum gern die Einladung zur Besichtigung an. Schon von weitem ist das Gebäude am Ortsausgang von Usseln in Richtung Korbach zu erkennen. Die Holzfassade passt sich harmonisch in die Landschaft.: Der Gedanke der Nachhaltigkeit ist allerorts präsent. Detlef Sander, Projektleiter des Neubaus, erklärt: „Wir haben bewusst auf nachwachsende Rohstoffe gesetzt.“ In der Produktion überwiegt hygienischer Edelstahl, aber im trockenen Lager und an den Außenfassaden ersetzt Holz den Beton wo immer es geht. Es kommen natürliche Kühlmittel zum Einsatz und die neuen Anlagen seine energieeffizienter, erfahren die Besucher. „Den größten Teil der Energiekönnen wir über Photovoltaik und ein Blockheizkraftwerk selbst produzieren.“

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Aufträge in der Region vergeben
Beim Bau der neuen Produktionsstätte haben die Betreiber bewusst auf Unternehmen aus der Region gesetzt. „Wir haben uns bewusst gegen einen Generalunternehmer entschieden“, berichtet Geschäftsführerin Karin Artzt-Steinbrink. Mit den Unternehmen aus dem Upland und Sauerland habe man sehr gute Erfahrungen gemacht. Selbst das benötigte Holz für die Fassade hat nicht mehr als 150 Wegkilometer hinter sich.

Produktionssteigerung und Mehrwegverpackung
Die Produktionsfläche im Gewerbegebiet beträgt 3.300 Quadratmeter und ist damit knapp doppelt so groß wie bisher. Dort kann die Bauernmolkerei 60 statt 40 Millionen Liter Milch im Jahr verarbeiten. Notwendig geworden war die Erweiterung aufgrund der stetig wachsenden Nachfrage nach Bioprodukten. Ein Teil der Produktion wird auf Mehrwegverpackungen umgestellt. Ob denn das Pfandglas für Milch und Joghurt wirklich nachhaltiger sei als die die Einwegverpackung, wollten die Besucher wissen. „Wir haben alles genau durchgerechnet und festgestellt, dass die Unterschiede gering sind. Der Verbraucher wünscht es“, berichtet Sander. Bei einer hohen Rücklaufzahl und einer kurzen Distanz sei die Glasflasche allerding vorteilhaft. Geliefert werden Mehrwegverpackungen hauptsächlich regional.

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Frühzeitig den Megatrend Bio erkannt
„Mit der Entscheidung, sich ausschließlich Bio-Produkten zu widmen, hat Karin Artzt-Steinbrink 2009 genau die richtige Entscheidung getroffen“, lobt Bürgermeister Thomas Trachte. Was sich damals noch als Nische darstellte, zeige sich heute als Megatrend. „Zu der Zeit bedeutete das, in eine Nischenproduktion zu gehen. Die Entscheidung war schmerzhaft“, erinnert sich der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Uplandmolkerei, Friedrich Pohlmann.

Richtige Entscheidung – nur Gewinner
Lange hatte sich die Bauernmolkerei Gedanken gemacht über einen Standort für ihre Produktionserweiterung. Die Gemeinde Willingen hatte sehr viel Wert gelegt, die Bauernmolkerei am Ort zu halten. „Inzwischen ist es eine Win-Win-Situation“, ist Pohlmann überzeugt. „ Viele sind sich gar nicht bewusst, was für ein Juwel wir hier haben. Die Produkte tragen den Namen der Region weit über die Gemeindegrenzen hinaus und tragen zur Markenbildung bei“, betont Bürgermeister Trachte.

Bedeutung für Wirtschaft, Klima, Umwelt und Tierwohl
Die Upländer Bauernmolkerei ist mit 65 Beschäftigten ein wichtiger Arbeitgeber und Steuerzahler in der Gemeinde. Auch das ist positiv für die heimische Wirtschaft: Die Erweiterung der Produktion macht es möglich, weitere Biobauernhöfe zu fairen Preisen und Lieferbedingungen hinzu zu nehmen und deren Existenz zu sichern. Mit der ökologischen Landwirtschaft können Landwirte zudem einen wichtigen Beitrag für mehr Tierwohl und den Klimaschutz leisten.

 Info:
Die Upländer Bauernmolkerei feiert in diesem Jahr ihr 25jähriges Bestehen. 1996 öffnete sie am Standort der früheren Usselner Molkerei im Ortskern. Sie ist die einzige Bio-Molkerei in Hessen, produktziert ausschließlich Bio-Produkte und zahlt den Milchbauern faire Preise. 90 Prozent der Milch stammt von Höfen in einem Umkreis von 100 Kilometer. Ein Großteil der Milch stammt aus dem Landkreis Waldeck Frankenberg und dem Sauerland. Der Neubau mit Produktionserweiterung hat ein Investitionsvolumen in Höhe von 22 Millionen Euro. Das hessische Landwirtschaftsministerium hatte ihn mit 7,5 Millionen Euro gefördert. Die Upländer Bauernmolkerei wird von den Bio-Bauern der Region selbst geführt. Die Landwirte sind in der Milcherzeugergemeinschaft Hessen organisiert. Dieser wirtschaftliche Verein hält 97 Prozent Anteile der GmbH. Die konkreten Planungen zum Neubau begannen im Jahr 2017, im Frühjahr 2020 haben die Bauarbeiten begonnen. Geplant ist, im Dezember die Produktion zu starten.

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