Die Kinder ausgezogen – jetzt ist Zeit zum Putzen

NABU Hessen gibt Tipps zur Nistkasten-Reinigung
Wetzlar(pm). Mit Beginn des Herbstes hat auch der letzte Vogelnachwuchs die Nistkästen verlassen. Nun gilt es, alte Nester mitsamt den darin lebenden Parasiten wie Vogelflöhen, Milben und Zecken zu entfernen, damit die Vogelbrut im kommenden Jahr nicht übermäßig befallen wird. „Mit dem Herbstputz nutzt man die ideale Zeitlücke bei der Nistkastennutzung. Später im Winter nutzen einige Vögel die Kästen auch gerne als Witterungsschutz und im Frühjahr kann man schnell zu spät dran sein. Außerdem nutzen unter anderem viele Insekten, Siebenschläfer oder Haselmäuse die Nistkästen gerne zur Überwinterung und sollten möglichst nicht gestört werden“, weiß Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen.

Herbstputz – aber wie?

Für die optimale Nistkastenreinigung reicht ein Basisprogramm. Bei den meisten Kästen heißt das: Das alte Nest entfernen und den Kasten anschließend ausfegen. Bei starkem Parasitenbefall kann man auch mit klarem Wasser und gegebenenfalls etwas Sodalauge ausspülen. Anschließend sollte das Kasteninnere gut austrocknen können. Auf scharfe chemische Reinigungsmittel oder gar Desinfektionsmittel sollte man aber besser verzichten, da deren Rückstände sich negativ auswirken können. „Da Vogelflöhe und anderes Getier auf den Menschen überspringen kann, sollten Sie das Nistmaterial nicht mit in die Wohnung nehmen und bei der Reinigung Handschuhe und eventuell auch einen Mundschutz tragen“, empfiehlt der Landesvorsitzende.

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Besser erst höflich anklopfen

Nistkästen sind beliebte Rückzugsorte, daher ist man vor Überraschungen bei der Nistkastensäuberung nie gefeit. Es empfiehlt sich also, bei den zu kontrollierenden Nistkästen kurz anzuklopfen, damit der mögliche Hauseigentümer – etwa eine Haselmaus oder auch ein Siebenschläfer – gewarnt ist und seine Behausung verlassen kann. Man erspart sich dadurch so manchen unliebsamen Schrecken. „Die Doppelnutzung der Kästen ist übrigens in der Regel kein Problem, denn die Nachmieter suchen die Vogelbehausungen meist erst auf, wenn die Vögel bereits ausgeflogen sind. Im Frühjahr ziehen sie häufig aus, bevor das Brutgeschäft startet“, erläutert Eppler. Wenn das Laub dann von den Bäumen fällt und die Temperaturen spürbar sinken, gehen viele Kleintiere – darunter nützliche und bedrohte Arten – für das Winterhalbjahr auf Quartierssuche. Dazu zählen Ohrwürmer, Florfliegen, Wespen- und Hummelköniginnen und Säugetiere wie verschiedene Mäusearten und Fledermäuse. Aus Mangel an natürlichen Quartieren, greifen Tiere dabei oftmals auf vorhandene Nistkästen zurück. Aber auch einige Vogelarten wie etwa Meisen übernachten in kalten Winternächten gerne in den Nistkästen. „Wer den Herbstputz im jetzt nicht mehr ganz schafft, kann seine Nistkästen auch erst zum Winterende reinigen – also unmittelbar vor der Brutzeit. Es ist dann allerdings nicht ganz einfach, den richtigen Zeitpunkt abzupassen, da einige Vögel sehr früh mit dem Brutgeschäft anfangen und gleichzeitig die Gefahr besteht, Winterschläfer über Gebühr zu stören“, sagt Gerhard Eppler.

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Es ist nie zu spät für neue Angebote

„Nebenbei ist der Herbst auch eine großartige Zeit, um zusätzliche Nisthilfen aufzuhängen. So können sich die Vögel die neuen Immobilien über den Winter schon mal unverbindlich anschauen und sind im Frühjahr gleich startklar“, rät der Biologe Eppler. Wer also die ruhige Zeit nutzen wolle, um Nisthilfen zu bauen, der müsse sich zunächst entscheiden für welche Vogelart der Kasten denn sein solle. „Fast jede Art hat ihre ganz eigenen Ansprüche, die man versucht so gut es geht zu bedienen“, erklärt der Landesvorsitzende. Die meisten Nisthilfen könne man in zwei bis drei Meter Höhe aufhängen. Eine Ausrichtung nach Osten oder Südosten ist dabei ideal, so vermeidet man während der nächsten Brutzeit im kommenden Frühjahr und Sommer eine zu starke Sonnenbestrahlung. Zudem sollte das Einflugloch nicht zur Wetterseite zeigen. „Besonders wichtig“, so Eppler weiter, „damit Katzen und Marder nicht zugreifen können, sollten möglichst unzugängliche Orte an Hauswänden, auf Balkonen oder an Schuppen und Gartenhäuschen gewählt werden.“

Mehr Informationen:

Winterliche Gäste im Nistkasten, Flöhe und andere Untermieter im Nistkasten, Nistkästen selber bauen

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