Arbeitsmarkt zeigt sich widerstandsfähig

Leichter Anstieg der Arbeitslosenzahl, Kurzarbeit weiter nachgefragt

Korbach(pm). Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Korbach ist im Dezember saisonüblich gestiegen, allerdings in geringem Umfang. 7081 Menschen waren in den Kreisen Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder zum Stichtag 10. Dezember arbeitslos gemeldet, das sind 91 mehr als im November (plus 1,3 Prozent) und 1125 mehr ein Jahr zuvor (plus 18,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote stagniert dennoch bei 3,8 Prozent, im Dezember 2019 hatte sie 3,2 Prozent betragen. Einmal mehr zeigt sich nach den Worten des Korbacher Agenturchef Uwe Kemper, wie ausgeprägt das Instrument der Kurzarbeit den Arbeitsmarkt während der Corona-Krise stabilisiere. „Trotz der Beschränkungen durch die Pandemie ist die Arbeitslosigkeit im Dezember weniger deutlich gestiegen als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre“, so Kemper. „Der Zugang an neuen Arbeitslosen liegt unter dem Niveau der Vorjahre, im Gegenzug konnten mehr Menschen aus der Arbeitslosigkeit in die Erwerbstätigkeit wechseln als vor einem Jahr“. Gleichzeitig hätten – wie bereits im November – fast 300 Betriebe neu Kurzarbeit angezeigt, nachdem es in den Monaten zuvor nur noch vereinzelte Anzeigen gegeben hatte.

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Als erfreulich wertet der Agenturchef, dass die Zahl der jüngeren Arbeitslosen inzwischen fast das Niveau des Vorjahres erreicht habe. 657 Arbeitslose unter 25 Jahren bedeuten im Vergleich mit Dezember 2019 nur noch einen Anstieg um 3 Prozent. Bei den arbeitslosen Jugendlichen bis 20 Jahren (Bestand: 118) gibt es sogar einen Rückgang um 9,9 Prozent. Bei allen anderen Personengruppen ist die Arbeitslosigkeit im Dezember gestiegen – sowohl im Monats- als auch im Jahresvergleich. Am deutlichsten fällt der Anstieg bei den Ausländern aus: Aktuell sind 1567 arbeitslos, das entspricht einem Plus von 29,2 Prozent gegenüber Dezember 2019. Seit April kontinuierlich steigend ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen. In den beiden Rechtskreisen (Grundsicherung nach SGB II und Arbeitslosengeld nach SGB III) waren es 1856, das sind 31 mehr als im November und 515 mehr als im Dezember 2019 (plus 38,4 Prozent). Der Zugang an offenen Stellen war im Dezember im Agenturbezirk erneut rückläufig, es wurde 593 Stellen neu gemeldet, 60 weniger als im November. Insgesamt liegt der Bestand an offenen Stellen weiter auf niedrigem Niveau bei 2516 (minus 92 gegenüber November), das sind 278 weniger als im Dezember vorigen Jahres. Die Zahl der neuen Kurzarbeits-Anzeigen bewegt sich auf dem Niveau des Vormonats: Bis zum Stichtag 28. Dezember haben 286 Betriebe für bis zu 2018 Beschäftigte neu Kurzarbeit angezeigt, im November waren es 292 Betriebe, im Oktober nur 23 Unternehmen. Ob und in welchem Umfang die Betriebe tatsächlich kurzarbeiten, wird erst mit der Abrechnung deutlich, für die sie drei Monate Zeit haben. Für diese realisierte Kurzarbeit gibt es auf Agenturebene Hochrechnungen bis August, als in 932 Unternehmen insgesamt 8810 Beschäftigte kurzgearbeitet haben (Juli: 1117 Betriebe, 11448 Beschäftigte).

Die Arbeitsmarktzahlen im Einzelnen:

Im Landkreis Waldeck-Frankenberg waren im Dezember 3428 Menschen auf Jobsuche, 79 mehr als im November (plus 2,4 Prozent) und 494 mehr als im Dezember 2019 (plus 16,8 Prozent). Die Arbeitslosenquote steigt auf 3,9 Prozent (plus 0,1 Prozentpunkte gegenüber November) und liegt damit 0,6 Prozentpunkte höher als im Dezember 2020.

Die Zahl der neuen Kurzarbeits-Anzeigen in Waldeck-Frankenberg liegt bei 143 (November 186, Oktober 11), von denen maximal 1321 Personen betroffen sein könnten. Auf Landkreisebene liegen Hochrechnungen zur tatsächlichen Kurzarbeit bis Juli vor: Danach waren in Waldeck-Frankenberg 7298 Beschäftigte in 626 Betrieben in Kurzarbeit (Juni: 11199 Personen in 792 Unternehmen).

Korbach mit Bad Wildungen. 1585 Menschen ohne Arbeit waren im Dezember in Korbach und Bad Wildungen gemeldet, 9 mehr als im November (plus 0,6 Prozent) und 142 mehr als vor einem Jahr (plus 9,8 Prozent). Die Quote liegt unverändert bei 3,8, im Dezember 2019 lag sie bei 3,5 Prozent.

Geschäftsstelle Frankenberg. 1074 Arbeitslose meldet die Geschäftsstelle Frankenberg im Berichtsmonat, 38 mehr als im November (plus 3,7 Prozent). Das entspricht einem Anstieg von 238 gegenüber Dezember 2019 (plus 28,5 Prozent). In Frankenberg steigt die Quote um 0,1 Prozentpunkte auf 3,7 Prozent, das sind 0,8 Prozentpunkte mehr als im Vorjahresmonat.

Geschäftsstelle Bad Arolsen. 769 Menschen auf Arbeitssuche sind in der Geschäftsstelle Bad Arolsen aktuell erfasst. Im Vergleich zu November sind das 32 Personen mehr (plus 4,3 Prozent) und zu Dezember des Vorjahres 114 Personen mehr (17,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt 4,3 Prozent, das ist ein Anstieg um 0,1 Prozentpunkte gegenüber November und um 0,6 Prozentpunkte gegenüber Dezember 2019.

Landkreis Schwalm-Eder. 3653 Arbeitslose waren im Dezember im Schwalm-Eder-Kreis registriert, 12 mehr als im November (plus 0,3 Prozent) und 631 mehr als im Vorjahresmonat (plus 20,9 Prozent). Die Quote stagniert bei 3,7 Prozent, im Dezember 2019 hatte sie noch 3,1 Prozent betragen.

Im Schwalm-Eder-Kreis haben 143 Betriebe für maximal 697 Mitarbeiter bis 28. Dezember neu Kurzarbeit angezeigt (November: 106 neue Anzeigen, Oktober: 12). Nach der Hochrechnung über die tatsächliche Kurzarbeit haben im Juli im Landkreis 4150 Arbeitnehmer in 490 Betrieben kurzgearbeitet, im Juni waren es 5455 Beschäftigte in 620 Betrieben.

Geschäftsstelle Fritzlar-Homberg. 1633 Arbeitslose waren in der Geschäftsstelle Fritzlar-Homberg erfasst. Das sind 17 mehr als im Vormonat (plus 1,1 Prozent) und 240 mehr als im Vorjahresmonat (plus 17,2 Prozent). Die Quote verharrt bei 3,5 Prozent, nach 3,0 Prozent im Dezember 2019.

Geschäftsstelle Melsungen. In der Geschäftsstelle Melsungen waren im November 1003 Personen arbeitslos gemeldet, 3 weniger als vor vier Wochen (minus 0,3 Prozent) und 178 mehr im Jahresvergleich (plus 21,6 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt wie im November bei 3,9 Prozent und damit 0,6 Prozentpunkte höher als im Vorjahresmonat.

Geschäftsstelle Schwalmstadt. 1017 Menschen auf Jobsuche zeigt die Statistik für die Geschäftsstelle Schwalmstadt, 2 weniger als im November (minus 0,2 Prozent) und 213 mehr als vor einem Jahr (plus 26,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote sinkt auf 3,8 Prozent, im November hatte sie bei 3,9 gelegen und im Dezember 2019 bei 3,0 Prozent.

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