Weltbienentag: Bestäubenden Insekten Nahrung schenken

Kassel(pm). Bienen und andere Bestäuber haben eine zentrale Bedeutung für das Ökosystem und die Ernährung. Sie tragen maßgeblich zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei und sorgen mit ihrer Bestäubungsleistung dafür, dass man eine reiche Ernte hat. Zum Weltbienentag am 20. Mai, ruft Privatdozentin Dr. Annely Brandt vom Bieneninstitut Kirchhain, das beim Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) angesiedelt ist, auf, ein buntes Nahrungsangebot für Insekten zu schaffen, denn: „Fast die Hälfte der rund 560 heimischen Wildbienenarten steht auf der Roten Liste; 31 Arten sind sogar vom Aussterben bedroht.“ Die Gründe für den Rückgang der
Bienenpopulationen sind vielfältig: Lebensraum- und Nahrungsverlust durch Versiegelung, der intensive Landbau, der Eintrag von Schadstoffen in Böden und Gewässer, sowie die zunehmenden Klimaveränderungen gelten als Hauptfaktoren. Die Bienenforscherin zeigt Lösungswege auf, wie dem Hunger nach Nektar und Pollen begegnet werden kann, damit alle – auch die Menschen – satt werden.

Ersatz-Lebensräume schaffen

Honigbienen fliegen bis zu 6000 m weit, Wildbienen, je nach Art, oft nur wenige hundert Meter. Sie sind daher auf ein flächendeckendes Blütenangebot angewiesen. „Jeder kann beitragen, Insekten zu unterstützen. Dazu reicht schon eine Fensterbank oder ein Vorgarten mit bienenfreundlichen Pflanzen, öffentliche Flächen in Städten mit blühenden Sträuchern, Bäumen und Blühflächen“, sagt Brandt. Auch die Landwirtschaft kann noch viel für die Bienen tun. So sind neben den leuchtend gelben Rapsfeldern, die nur über einen kurzen Zeitraum Nahrung bieten, auch Mais- oder Hirsefelder für Bienen attraktiv, wenn sie mit bienenfreundlichen Untersaaten wie Klee und Phacelia, angelegt werden. Den Nutzen eines solchen Gemengeanbaus für Bienen und Landwirte untersucht das Bieneninstitut Kirchhain im Projekt „SoBinEn“ in Zusammenarbeit mit Pflanzenzüchtern der Universität Gießen sowie Saatgutproduzenten. Neben den von Landwirten eigens angelegten Blühstreifen sind auch Ackerrandstreifen mit Wildpflanzen wichtig für viele Wildbienen, da sie dort neben Nahrung auch Nistmöglichkeiten, z.B. in Pflanzenstängeln oder in Sandflächen am Wegesrand finden.

Blühende Waldbäume

Auch im Wald tut sich einiges in Sachen Bienen, weiß die Expertin: „Auf durch klimawandel-bedingte Dürren und vom Borkenkäfer geschädigten Forstflächen kann mit blühenden Bäumen, wie z.B. Edelkastanie, Vogelkirsche oder Linde aufgeforstet werden. Dies verbessert das Nahrungsangebot für Honigbienen, Hummeln und Wildbienen auf viele Jahrzehnte hinaus.“ Wie Bienen als auch Waldbesitzer von solchen blühenden Wäldern gut leben können, wird ebenfalls vom Bieneninstitut Kirchhain in Zusammenarbeit mit Imkern, Waldbesitzern, der Universität Gießen und Hessen Forst im EIP-Projekt „Bienenwald“ erkundet.

Aktion „Mähfreier Mai“

Aktuell läuft noch die Aktion „Mähfreier Mai“. Hier werden Privatpersonen und Kommunen aufgerufen, im Mai nicht zu mähen – auch so kann die Biodiversität gefördert werden. Der LLH hat zu einem Wettbewerb aufgerufen: Es werden die schönsten Rasenfrisuren, die durch einen partiellen Mähverzicht entstehen, prämiert.
Mehr unter: https://llh.hessen.de/pflanze/freizeitgartenbau/wettbewerb-rasenfrisuren/. Informationen zu den oben erwähnten Projekten finden man hier:
https://llh.hessen.de/bildung/bieneninstitut-kirchhain/projekte-und-kooperationen/biogas-insekten-mit-sorghumhirsen-geht-beides/. https://llh.hessen.de/ueber-uns/projekte/projekte-umwelt/bienenwald-hessen/.

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