Inklusion gibt es nicht zum Nulltarif

Frankenberg(pm). Die heimische Landtagsabgeordnete und parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Landtagsfraktion Dr. Daniela Sommer hat mit Iris Ruhwedel, stellvertretende Kreistagsvorsitzende und Sieglinde Peter-Möller, schulpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion in Waldeck-Frankenberg die Kegelbergschule in Frankenberg besucht. Der Schulleiter Harald Vogler begrüßte die Besucher und zeigte ihnen die Räumlichkeiten in der Schule. Die Kegelbergschule ist eine Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung in Verbindung mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung. Sie wird von Schülerinnen und Schülern besucht, die besondere Techniken und intensive Hilfen benötigen, um ihr tägliches Leben zu bewältigen.


Harald Vogler sagte: „Die Bedürfnisse der einzelnen Schüler bestimmen vorrangig die Aufgaben unserer Schule. In Zeiten der viel diskutierten “Inklusion” verstehen wir uns als Angebotsschule, die nicht im Widerspruch zu einer Wertschätzung der Vielfalt menschlichen Daseins steht. Wir sind der Auffassung, dass es im Leben von Menschen durchaus unterschiedlich lang andauernde Phasen geben kann, in denen es notwendig und geeigneter erscheint, im “beschützten Raum”, unter besonderer Begleitung zu lernen und zu leben. Das fördert eine Entwicklung, die dazu führt, dass Menschen besser auf ihr weiteres Leben vorbereitet sind. Wir sehen es als eine Herausforderung an, der wir uns täglich aufs Neue stellen wollen, für solche Zeiten bereit zu stehen. So können wir unsere Schülerinnen und Schüler – mit den in unserer Schule zur Verfügung stehenden Mitteln und Möglichkeiten – einfühlsam und sehr individuell, in eigens dafür arrangierten Lernsituationen, mit Augenmaß begleiten.“


Von diesem vorbildlichen Anspruch konnten sich die Sozialdemokratinnen am Vormittag überzeugen. Sommer dankte für die Einblicke und sagte abschließend: „Wir als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten wollen eine Schule, die allen Kindern und Jugendlichen gerecht wird. Wir wollen Schulen ermöglichen, die Chancen eröffnen, eigene Stärken und Talente zu erkennen und mit fachlicher Unterstützung zu entwickeln. Wir müssen Frustrationserlebnisse in der Schule verhindern. Deswegen ist es wichtig, nicht die vermeintlichen Defizite von Schülerinnen und Schülern in den Mittelpunkt zu stellen, sondern die individuellen Stärken, Interessen und Bedürfnisse der Lernenden. Schülerinnen und Schüler sollen auch die Chance haben, in der Schule möglichst früh für sich und andere Verantwortung zu übernehmen. Vielfalt sehen wir deshalb nicht als Hindernis, sondern als Chance für gemeinsames Leben und Lernen. Die Kegelbergschule mit ihrem Anspruch und ihrem Wirken versucht, die Schülerschaft in ihrer individuellen Entwicklung zu fördern und zu stärken sowie Herausforderungen zu meistern! Dafür ein herzliches Dankeschön! Jedoch gibt es Bildung, diese Anstrengungen und auch Inklusion nicht zum Nulltarif: Das Engagement und der Einsatz des gesamten Teams der Kegelbergschule ist immens. Es braucht aber auch eine gute sächliche und vor allem personelle Ausstattung, um Schülerinnen und Schüler individuell begleiten zu können, damit sie für sich den besten Bildungserfolg erzielen können! In nahezu allen Schulformen sind die Belastungsgrenzen erreicht. Es besteht hoher politischer Handlungsbedarf! Geld in Bildung zu investieren, bedeutet diesbezüglich auch, Zukunftsinvestition in den Standort Hessen zu tätigen.“

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