Nordhessische Ahle Worscht soll europaweit geschützter Begriff werden

Fleischer-Innung Waldeck-Frankenberg tagte im Lehrbauhof in Korbach

Korbach(pm). Auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Fleischer-Innung Waldeck-Frankenberg begrüßte Obermeister Jürgen Tent (Korbach) die Mitglieder der Fleischer-Innung Waldeck-Frankenberg. Zu Gast war der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese und Frau Dr. Anke Zwolinski vom Landkreis Waldeck-Frankenberg, Abteilungen Lebensmittelüberwachung, Tierschutz und Veterinärwesen. Sie berichteten über die aktuelle Situation des Schlachthofes Mengeringhausen. Ende November 2022 wurde die Machbarkeitsstudie vorgestellt. Noch im 1. Halbjahr 2023 soll der Förderantrag in Wiesbaden eingehen.

Nordhessische Ahle Wurscht / Nordhessische Ahle Worscht soll europaweit geschützter Begriff werden

Manuel Burk, stellv. Obermeister, weist auf Probleme beim Gütesiegel Nordhessische Ahle Wurscht / Worscht für nicht mehr selbst schlachtende Innungsbetriebe hin. Mit Erteilung des europäischen Schutzsiegels „geschützte geografische Angabe (g.g.A.)“ darf eine Dauerwurst nur dann Nordhessische Ahle Wurscht / Worscht heißen, wenn Schlachtung, Verarbeitung und Reifung in Nordhessen stattfinden. Aufgrund der Schließung des letzten Schlachthofes im Landkreis in Mengeringhausen lassen viele nicht selbst schlachtende Kolleginnen und Kollegen in den nächstgelegenen Schlachthöfen Warburg und Brilon-Madfeld im benachbarten Westfalen schlachten. Dies sorgt weiterhin für kurze und schonende Transporte der Schweine, welche ebenfalls laut EU Schutzsiegel auf max. 2 Stunden begrenzt sind. „Leider dürfen dann hessische Schweine, die in Westfalen geschlachtet wurden, nicht mehr zu Nordhessische Ahle Wurscht , mit dem EU Schutzsiegel (g.g.A.) versehen und so genannt werden. Man befinde sich wegen dieser Problematik in weiteren Gesprächen mit dem Regierungspräsidium Gießen“, so Burk. Die Details gehen in den nächsten Tagen an die Betriebe und jeder Betrieb kann dann für sich entscheiden, ob er die geschützte Marke vermarkten will.

 Schließung des Berufsschulstandortes Korbach für Fleischer- und Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk

Der Mangel an Nachwuchs hatte zur Folge, dass der Berufsschulstandort Korbach seit diesem Jahr für die Ausbildungsberufe Fleischerinnen und Fleischer sowie Fachverkäuferinnen und Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk nach Marburg, Melsungen bzw. Kassel verlegt werden musste. Somit können bedauerlicherweise auch keine Prüfungen mehr abgenommen werden.

Obermeister Jürgen Tent bedankte sich für die langjährige Mitarbeit und das vorbildliche Engagement im Gesellenprüfungsausschuss. Es wurden Oliver Pittschellis (Bad Arolsen), Barbara Gast (Kassel), Doris Flamme-Bracht (Diemelstadt) und Petra Heyd (Twistetal) geehrt. Weiterhin waren Andreas Kappel, Matthias Balz, Karl-Heinz Arnold, Alena Geil, Gunhild Kurpiers und Bernd Plappert im Ausschuss aktiv. Jacqueline Gassner scheidet ebenfalls aus dem Prüfungsausschuss aus, ist aber weiterhin im Vorstand tätig. „Für unsere Innung im Landkreis wird es eine der großen Aufgaben bleiben, dass wir in der Region das Fleischerhandwerk erhalten und junge Menschen finden, die wir für das Handwerk und Unternehmertum begeistern und ausbilden können. Das ist eine Aufgabe, die uns alle angeht“, betont Obermeister Jürgen Tent.

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