Heß: „Dorfentwicklung ist ein enormes Investitionsprogramm für die Stadtteile“

Frankenberg(pm). Die Frankenberger Dorfentwicklung nimmt in der kommenden Woche die letzte formale Hürde. In der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung wird das Integrierte Kommunale Entwicklungskonzept, kurz IKEK, beschlossen. Ab April werden Beratungstermine für private Sanierungsvorhaben vergeben. „Die gesamtstädtische Dorfentwicklung und speziell das IKEK sind ein enormes Investitionsprogramm für die Stadtteile“, freut sich Bürgermeister Rüdiger Heß. „Allein das IKEK enthält Projekte und Maßnahmen in Höhe von knapp 8,5 Millionen Euro. Verwaltung und Bürgerschaft haben hier gemeinsam hervorragende Arbeit geleistet und viel Engagement in diesen Zukunftsplan gesteckt.“ Das IKEK enthält auf knapp 200 Seiten die gesamtstädtische Strategie für die Zukunft der Stadtteile, „die Vision, die dort auch über den sechsjährigen Umsetzungszeitraum hinweg die Zukunftsfähigkeit und Lebensqualität sichern soll“, wie der Bürgermeister betont.


Für die Aufnahme in das Landesprogramm waren viel Engagement und eine hervorragende Bewerbung nötig. Auch die Erarbeitung des IKEK mit ausgiebiger Beteiligung der Öffentlichkeit in einem engen Zeitfenster hat Kraft gekostet. „Dieser Einsatz hat sich gelohnt“, ist Heß überzeugt. „Wir gehen mit einem Plan in die kommenden Jahre und können hier viel bewegen.“ Mit dem Beschluss endet die Konzeptphase offiziell, das IKEK ist bereits vom Fördergeber, der WI-Bank, abgenommen. Damit beginnt jetzt die Umsetzungsphase, in der zum einen die im IKEK beschriebenen öffentlichen Projekte umgesetzt werden sollen, zum anderen aber auch Privatpersonen Förderanträge für eigene Sanierungsvorhaben stellen können. Festgeschrieben sind mit dem IKEK auch die klar abgegrenzten Fördergebiete in den zwölf Außenstadtteilen. Sie umfassen in der Regel den historischen Ortskern, darin speziell die Gebäude, die bis 1950 gebaut wurden.


Das erste Projekt aus dem IKEK wird sein, denjenigen Privatpersonen, die selbst Umbauten oder Sanierungen planen, eine kostenfreie Erstberatung an die Hand zu geben. „Wir stellen noch vor Ostern das städtebauliche Beratungsbüro vor, ab 1. April können entsprechende Beratungstermine gemacht werden“, kündigt die städtische Planerin Theresa Reis an. „Am 28. März präsentiert sich das Büro im Rahmen einer öffentlichen Infoveranstaltung.“ Dort können sich Interessierte über eigene förderfähige Maßnahmen informieren, Sanierungsbeispiele einsehen, Fragen stellen oder direkt eine Erstberatung vereinbaren. Die Erstberatung ist zwar keine Pflicht, wird aber allen Sanierungswilligen für einen reibungslosen Ablauf vor dem Stellen des Förderantrags empfohlen. Neben dem Beratungsangebot sind gemäß IKEK zunächst verschiedene Machbarkeitsstudien für sogenannte „städtebauliche Problembereiche“ vorgesehen, beispielsweise in Willersdorf und Viermünden. Mit ihnen soll das konkrete Entwicklungspotenzial vor Ort herausgearbeitet werden. Investive Maßnahmen vor allem im Umfeld der Dorfgemeinschaftshäuser sind ab 2024 vorgesehen.

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