Mehr Fachkräfte in der Pflege ausbilden

Edertal/Giflitz(pm). „Pflege findet vor Ort statt in den Städten und Gemeinden. Doch gerade auf dem Land dünnen die Versorgungsstrukturen für ältere und pflegebedürftige Menschen immer mehr aus. Das Ziel muss daher sein, die kommunalen Strukturen im Hinblick auf altengerechtes Wohnen und Leben zu stärken und die Versorgungsstrukturen aufrechtzuerhalten. Viele ältere Menschen möchten ein gutes Pflege- und Betreuungsangebot vorfinden und sich wohlfühle können, “ sagt die gesundheits- und pflegepolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Dr. Daniela Sommer gemeinsam mit Petra Henkel, Jasmin Glar und Flemming Lückel, beim Besuch des Haus Ederaue vom Internationales Bildungs- und Sozialwerk gGmbH in Giflitz.

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Wichtig sei im Zuge des demografischen Wandels, dass mehr Fachkräfte in der Pflege ausgebildet werden. Sommer konstatiert gemeinsam mit dem Geschäftsführer Prof. Dr. Heinrich Schnatmann, Regionalleiterin Daniela Ernst und Heimleiterin Sina Förstner, dass die Pflege- und Betreuungsqualität im Wesentlichen von der Qualität und der Anzahl des Personals abhängig ist. In Deutschland würden dem Personal im pflegerischen Bereich Leistungen abverlangt, die eine umfangreiche und qualifizierte Ausbildung erforderlich machen. „Arbeit bzw. Ausbildung von Pflegefachkräften müssen mehr Wertschätzung und Anerkennung erfahren! Den Pflegekräften gilt ein herzlicher Dank für ihre gute und unermüdliche Arbeit!“ Diese Anerkennung müsse sich, so Sommer, auch in der besseren Bezahlung niederschlagen. Sommer fordert darüber hinaus bessere Arbeitsbedingungen, eine stärkere Einbindung der Expertise der Pflege in politische Entscheidungen sowie Personalmindeststandards, damit wieder mehr Zeit für Pflege insgesamt zur Verfügung steht. „Wir wollen alle gesund alt werden. Gesundheit ist ein hohes Gut,“ sagt sie bezogen auf die Sicherstellung der pflegerischen Versorgung. Diese dürfe nicht gefährdet werden. Die Gesprächspartner sind sich einig: „Wir brauchen Pflegefachkräfte, die entsprechende Förderung von Ausbildung und monetärer Anerkennung sowie bedarfsgerechte Angebote.“

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Gerade deshalb sei es so wichtig, dass das Anwerben von ausländischen Pflegekräften besser möglich werde, dass der Bund sowie die Regierungspräsidien den Spracherwerb besser unterstützen und schneller Berufsabschlüsse sowie Berufsbezeichnungen prüfen und anerkennen. Zudem versprach Sommer, sich erneut für eine bessere Umsetzung des Pflegepersonalstärkungsgesetzes einzusetzen.
Mit dem Pflegepersonalstärkungsgesetz und dem Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz wurde für stationäre Einrichtungen die Finanzierung von zusätzlichem Personal beschlossen: 13.000 Pflegefachkraft- und 20.000 Assistenzstellen. Zur tatsächlichen Besetzung der Stellen kam es aber nur selten. Grund war unter anderem der zu hohe bürokratische Aufwand und dass in Hessen veranlasst wurde, dass nur Personen mit bereits einjähriger Berufserfahrung in der Pflege rekrutiert werden konnten. Das verhinderte v. a., dass interessierte Aus- und Weiterzubildende und Quereinsteiger als Zusatzpersonal gewonnen werden konnten: „Es darf nicht sein, dass Gesetze ermöglich sollen, dass mehr Personal in der Pflege eingestellt werden kann, dies aber an umfangreichen Beantragungsverfahren und an der Praxis vorbei gedachten Zugangsvoraussetzungen in den Einrichtungen vor Ort scheitert. Wir brauchen hier ein pragmatisches Vorgehen, damit das Pflegepersonal eingestellt und schneller in den Einrichtungen für die Bewohnerinnen und Bewohner und deren Wohl eingesetzt werden können.“

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