Gute Pflege ist eine Frage der Menschenwürde

Wiesbaden(pm). Der Hessische Landtag hat am Tag der Pflege über die Situation der Pflegekräfte, der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen in Hessen debattiert. In der Aussprache erneuerte Dr. Daniela Sommer, die Parlamentarische Geschäftsführerin und gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, die Forderung ihrer Fraktion, der Arbeit von Pflegefachkräften mehr Wertschätzung und Anerkennung entgegenzubringen. Sommer sagte: „Die Anerkennung, die wir meinen, erschöpft sich nicht in warmen Worten und gelegentlichem Klatschen vom Balkon, sondern drückt sich aus in einer besseren Bezahlung, vor allem aber in besseren Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten.“

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In der stationären Pflege müsse eine bestenfalls gleichbleibende Zahl an Fachkräften immer mehr und immer schwerere Fälle versorgen, stellte Dr. Sommer fest. Sie sagte: „Um sicherzustellen, dass die Pflege würdig und den Menschen zugewandt sein kann, braucht es Personalmindeststandards, die eine Überlastung der Beschäftigten verhindern. Vor allem aber braucht die Pflegebranche mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die wiederum lassen sich nur gewinnen, wenn politische Vorgaben dafür sorgen, dass die Arbeitsbelastung und das Gehalt in einem angemessenen Verhältnis zueinander stehen. Weil das aber schon seit vielen Jahren nicht der Fall ist, herrscht in der Pflege ein eklatanter Personalmangel. Diesen Teufelskreis kann niemand außer der Politik durchbrechen, die für bessere Rahmenbedingungen in der Pflege sorgen muss. Die Aufforderung geht daher an die Landesregierung: Tun Sie nicht immer so, als seien die Zustände in der Pflege ein Naturereignis, das sich nicht beeinflussen lässt. Niemand hält den Sozialminister davon ab, die erforderlichen Vorgaben zu machen – er müsste es nur wollen.“

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Auch die häusliche Pflege leide unter der Untätigkeit der Landesregierung, so Daniela Sommer: Mehr als 80 Prozent der Pflegebedürftigen würden zu Hause versorgt. Die damit verbundenen Belastungen für die Angehörigen müssten durch eine bessere Unterstützung und Begleitung der häuslichen Pflege abgemildert werden, sagte Dr. Sommer. „Dass es an Beratung und an Unterstützung für die Angehörigen fehlt, an Tages-, Nacht- und Kurzzeitpflegeplätzen, die den pflegenden Familienmitgliedern stunden- und tageweise Erleichterung verschaffen – das ist das Ergebnis von jahrzehntelangem Desinteresse wechselnder hessischer Sozialministerinnen und –minister in der Regierungszeit der CDU. Eine gute Pflege – ob stationär oder zu Hause – wahrt die Würde der Menschen, die sich nicht mehr selbst versorgen können. Sich für eine gute Pflege einzusetzen, ist deswegen eine Frage der Mitmenschlichkeit und des Anstands“, so Sommer.

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