Die geschichtsträchtigen Hugenottenkirche in Louisendorf

Frankenau(pm). Die heimische Landtagsabgeordnete Dr. Daniela Sommer hat ihre diesjährige Sommertour unter dem Motto „Kirchen & Klöster in Waldeck-Frankenberg“ durchgeführt. Daniela Sommer besuchte mit ihren Sommertourgäste die Hugenottenkirche in Louisendorf gemeinsam mit der SPD Frankenau, dem Bürgermeister Björn Brede, dem Bürgermeisterkandidaten Philipp Gabriel und dem Bundestagsabgeordneten Dr. Edgar Franke.
Die heimischen Landtagsabgeordnete sagte: „Ich freue mich, dass wir schöne Hugenottenkirche anschauen können. Ein geschichtsträchtiger Ort. Ungefähr 40.000 Hugenotten flohen nach Deutschland, da sie wegen ihres Glaubens verfolgt wurden. Damals wie heute sind wir verpflichtet, Menschen in Not zu helfen.“ Auch der Bürgermeisterkandidat Philipp Gabriel ergänzt: „Besonders begeistert mich, dass in Louisendorf die französische Vergangenheit noch so präsent ist. Die restaurierten Inschriften in altfranzösischer Sprache an vielen Häusern verdeutlichen sehr gut, dass die Erinnerung an den Ursprung des Ortes noch bewusst gelebt wird. Frankenau mit seinen Ortsteilen ist einfach ein tolle Heimat.“

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Empfangen wurden die Sommertourgäste von Heinz Berg, Ortsvorsteherin Britta und Organistin Elvira Heinrichs. Louisendorf wurde im Rahmen der “Freyheits-Concession” des Landgrafen Carl zu Hessen-Kassel für hugenottische Flüchtlinge aus Frankreich im Jahre 1687 auf dem Territorium der mittelalterlichen Wüstung Hammonshausen gegründet. 118 Personen in 16 Haushalten wurden 1688 angesiedelt, so Heinz Berg. 1700 wurde das Dorf Hammondshausen in Louisendorf umbenannt. Der Ort wurde nach Prinzessin Marie-Louise von Hessen-Kassel benannt. Im selben Jahr wurde mit dem Bau der Hugenottenkirche begonnen, die als Fachwerkkirche entstand und am 18. Oktober 1702 eingeweiht wurde. Heinz Berg als ausgewiesener Ortshistoriker erläuterte das in der Kirche bis 1869 nur auch französisch gepredigt wurden sei. Ab 1869 wurde zunächst eine Woche auf Deutsch und in der darauffolgenden Woche auf Französisch gepredigt. Dies funktioniert so lange, bis kein französisch sprachiger Pfarrer mehr vor Ort war. 1948 wurde das Kirchspiel mit Ellershausen zusammengelegt. Die Hugenotten seinerzeit längst in die Region integriert, waren als Neubürger anfangs weniger mit den Preußischen Regeln und Einheimischen in Berührung. Das aber änderte sich im Laufe der Jahre. Louisendorf und die Region ist zur Heimat geworden. Letzte Spuren aber lassen sich im Dorf heute noch entdecken: französische Inschriften an Gründerhäusern und beispielsweise auch die wunderschöne Fachwerkkirche mit typischem Inventar aus dem Jahr 1702, die die Sommergäste erkunden könnten. Ein herzlicher Dank gilt an Heinz Berg, aber auch an Elvira Heinrichs, die für die Gäste die Orgel mit typischen Hugenottenlieder erklingen ließ.

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