Vier Skispringen in 24 Stunden: Viel Lob für die „Free Willis“

Willingen(Werner Rabe). Der Ski-Club Willingen hat eine Woche nach dem Kult- Weltcup auf der Mühlenkopfschanze trotz schwieriger Wetterprognosen mit Bravour am Wochenende auch alle vier Continental Cup-Wettbewerbe innerhalb von 24 Stundenüber die Bühne gebracht. Dabei sorgte der 26 Jahre alte Österreicher Ulrich Wohlgenannt (143,5+142m/291,5) für den totalen Triumph. Er gewann alle vier Springen, übertraf dabei acht Mal die 140-Meter-Marke, kassierte insgesamt 2.000 Euro an Preisgeld und setzte sich mit den in Willingen maximal möglichen 400 Punkten auch an die Spitze der Gesamtwertung in der 2. Liga der Skispringer.

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. In dieser Form ist er ein Anwärter auf das Weltcup-Team der ÖSV-Adler und springt vielleicht sogar noch auf den WM-Zug Richtung Oberstdorf auf.
„Es hat alles gepasst. Tolle Wettbewerbe hier in Willingen auf einer super Schanze“, freute sich der Mann aus Dornbirn, der aktuell noch nicht einmal einem Kader angehört. Er profitierte vielleicht auch von der Tatsache, dass Gregor Schlierenzauer freiwillig verzichtet und sich noch einmal ins Training zurückgezogen hat. Auch Wohlgenannts Teamkollege Markus Schiffner erwies sich als stabiler „140er“ und stand drei Mal auf dem Treppchen. Das schafften am Ende überraschend der US-Boy Decker Dean (263,2) und Norwegens Andres Haare (259,9), der schon beim Weltcup am Start war, hinter Wohlgenannt und vor dem Slowenen Anze Semenec (259,1), Norwegens Robin Pedersen (256,9) und Cene Prevc (255,1) aus dem Skisprung-Trio der drei slowenischen Brüder.

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Für die deutsche B-Mannschaft um den um seine Form kämpfenden Richard Freitag endete der COC enttäuschend. Freitag kam als Achter einmal unter die Top Ten, in den Finals der besten 30 waren die Schützlinge von Christian Winkler nur spärlich vertreten. Im letzten Bewerb war David Siegel auf Platz 17 der Beste, Adrian Sell (24.), Raimund Philipp (25.) und Richard Freitag (27.) landeten immerhin noch in den Punkteränge. Auch aus der nationalen Gruppe mit Marinus Kraus und dem Willinger Paul Winter, die bei den ersten beiden Bewerben startberechtigt war, konnte neimand seine Chance nutzen. Olympiasieger Andreas Wellinger war erst gar nicht ins Waldecker Upland gekommen. Rund 300 Sprünge beim Weltcup, fast 500 beim Continental Cup, ein neuer Schanzenrekord von 153 m durch Polens Klemens Muranka, die Einstellung des alten Rekord von 152 m durch dessen Landsmann Andrzej Stekala, viele Sprünge um die 150 Meter selbst im Conti-Cup: die größte Großschanze der Welt hat ihren Ruf eindrucksvoll bestätigt – leider erstmals vor einer Geisterkulisse.

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Die „Free Willis“ um OK-Chef Jürgen Hensel und Schanzenchef Andi Rohn haben erneut bewiesen, dass in Willingen immer etwas geht, selbst wenn andere das Handtuch werfen. Sowohl der Weltverband FIS wie auch der Deutsche Skiverband waren einmal mehr voll des Lobes in diesen wettkampfarmen Corona-Zeiten für den Ski-Club, der entgegen vieler Prognosen und Befürchtungen alle sechs Wettbewerbe an zwei Wochenenden unfallfrei und nahezu perfekt abgewickelt hat. „Sensationell“, lobte FIS Koordinator Berni Schödel die „Free Willi“-Kultur. „Skispringen wird hier gelebt. Das Hybienekonzept war perfekt, hoffentlich brauchen wir es nie wieder in Willingen.“

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