Heilbäder und Kurorte in Hessen auf dem Weg in die Zukunft

Bad Wildungen im Zentrum der Entwicklung

Bad Wildungen/Wiesbaden(pm). Nach den umfassenden Gesundheitsreformen in den 1990er Jahren mit den negativen Auswirkungen auf die Heilbäder und Kurorte stehen die Gesundheitszentren in Hessen erneut vor immensen Herausforderungen. Die Corona-Pandemie trifft die prädikatisierten Orte mit voller Wucht. Hotellerie und Gastronomie, Kliniken und Reha-Zentren leiden unter den Einnahmeverlusten ebenso wie die Kommunen, deren Erlöse aus Thermen, kulturellen Angeboten oder auch Kurtaxe rapide gesunken sind.

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Der Vorstand des Hessischen Heilbäderverbandes ist sich einig:
Es muss weitergehen. Das Land Hessen muss einen großen Teil der Einbußen ausgleichen. Die Heilbäder und Kurorte in Hessen müssen als systemrelevanter Teil der Gesundheitswirtschaft anerkannt werden und ihre Angebote weiterentwickeln. Dafür hat jetzt der Hessische Heilbäderverband mit einem Workshop zur Zukunftsstrategie in Bad Wildungen die Weichen gestellt.

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„Als größtes hessisches Heilbad bringen wir uns in diesen neuerlichen Prozess intensiv und richtungsweisend zum Wohle der Bädergemeinschaft ein,“ unterstreicht Ralf Gutheil, Bürgermeister und Vorstandsmitglied des Hessischen Heilbäderverbandes, die Bedeutung dieser Entwicklung für Bad Wildungen. Um auch die Belange der Kurstadt im Besonderen einzubringen, brachten sich zusätzlich zu den Vorstandsmitgliedern Ute Kühlewind, Geschäftsführerin Staatsbad GmbH, und Bernhard Weller,
Leiter Museen, in den Modernisierungsprozess ein.

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Mit der Marke DIE KUR haben die Heilbäder und Kurorte in Hessen ihre Tradition neubegründet und zukunftsweisend ausgebaut. Das mit dem Ehrenpreis des Hessischen Tourismuspreises ausgezeichnete Konzept umfasst Markenwerkstätten in allen Heilbädern und Kurorten, zuletzt in Bad Wildungen und Bad Zwesten. Die erste Stufe dieses Prozesses wird Ende des Jahres abgeschlossen sein. Bis zum September 2021 heißt es dann „Ärmel hochkrempeln“ und los: Zu den zielgruppengerechten Produkten werden Angebote entwickelt und transparent dargestellt. Dabei sollen – und das ist neu – so genannte „Leuchttürme“ entstehen, die für die Heilbäder und Kurorte in Hessen beispielgebend sind.

„Wir setzen darauf, dass gerade Bad Wildungen mit seiner hohen medizinischen-therapeutischen Kompetenz sowie hochwertigen Infrastruktur für die hessische Bäderfamilie beispielgebend ist“, macht der Vorsitzende des Hessischen Heilbäderverbandes, Bürgermeister Michael Köhler, deutlich. „Durch den Strategiewechsel wird Bad Wildungen mit seinen hochprofessionellen Angeboten künftig eine stärkere Rolle spielen,“ so Köhler. „Das digitale Zeitalter gibt uns darüber hinaus neue Perspektiven, die wir so gestalten wollen, dass sie gleichsam für Bürger und Gäste Vorteil bringend sind.“ Hier wolle der Heilbäderverband moderner werden, erklärt Geschäftsführerin Almut Boller, die weiteren Pläne des Heilbäderverbandes.

„Mit 81 Kliniken in den Heilbädern und Kurorten in Hessen sind wir systemrelevanter Teil der Gesundheitswirtschaft und das müssen wir auch bleiben“, appellieren Bürgermeister Köhler und Bürgermeister Gutheil für die Bäderfamilie an die Hessische Landesregierung und weisen damit auf das dritte Ziel der Zukunftspläne für die Gesundheitszentren hin. „Die kurspezifische Infrastruktur trägt dazu bei, die Pandemie zu bewältigen. Auch deshalb muss die Finanzierung der Kurstädte gesichert werden.“

Bad Wildungen profitiert von der Arbeit des Heilbäderverbandes

Die Sicherung der Finanzierung der Bäderarchitektur und
-infrastruktur setzt demnach den dritten, wichtigen Schwerpunkt in der Zukunftsstrategie des Hessischen Heilbäderverbandes. Die Bädergemeinschaft zielt in ihren vielfältigen und intensiven Gesprächen auf Kompensationsleistungen durch das Land Hessen für die durch die Pandemie hart getroffenen Orte sowie die Etablierung von Kur und Tourismus als Pflichtaufgabe. „Als Hessischer Heilbäderverband verstehen wir uns als Interessensgemeinschaft, die sich aktiv und partnerschaftlich in politische Entwicklungen einbringt, um das hessische Kur- und Bäderwissen zu sichern. Von dieser Lobbyarbeit der Heilbäderverbandes hat die Stadt Bad Wildungen sehr profitiert. So wurde 2016 der sogenannte „Bäderpfennig“ – eine Ausgleichszahlung vom Land Hessen für die Heilbäder und Kurorte – von 11,5 auf 13 Millionen Euro erhöht. Mit Beginn der Pandemie hat der Heilbäderverband seine Lobbyarbeit nochmals intensiviert und fordert eine erneute Erhöhung des „Bäderpfennigs“. Daran würde Bad Wildungen als größter Empfänger sehr stark partizipieren.

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Ralf Gutheil unterstreicht: Ohne den Heilbäderverband würden wir in Wiesbaden nicht durchdringen, unsere Forderungen gerade jetzt nicht wahrgenommen werden. Er ist auch von der inhaltlichen Neuausrichtung des Verbands überzeugt. „Bad Wildungen wird von der Arbeit des Hessischen Heilbäderverbandes und dessen Neuausrichtung erheblich profitieren.“

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