Corona hat Arbeitsmarkt im Griff

Arbeitslosenquote steigt auf 4,1 Prozent

Korbach(pm). Deutlich mehr Arbeitslose als im März und rund 2800 Betriebe, die inzwischen Kurzarbeit angezeigt haben: Corona hat den heimischen Arbeitsmarkt im Griff. 7629 Menschen waren im April (Stichtag 14. April) im Bezirk der Arbeitsagentur Korbach arbeitslos gemeldet, das sind 1229 mehr als im März (plus 19,2 Prozent). Gegenüber dem April des Vorjahres bedeutet das einen Anstieg von 23,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote erhöht sich von 3,4 im März auf 4,1 Prozent im April.

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Der Korbacher Agenturchef Uwe Kemper nennt drei Entwicklungen, welche den Arbeitsmarkt im April prägten: Weniger Einstellungen als im Frühjahr üblich, Entlassungen bzw. die Aufgabe von selbständiger Erwerbstätigkeit sowie die Vorgabe, dass derzeit keine Qualifizierungsmaßnahmen starten könnten. Üblicherweise geht im Frühjahr die Arbeitslosigkeit deutlich zurück, weil zum Beispiel saisonabhängige Berufe wieder durchstarten. „Auch in diesem Jahr sind im April 565 Menschen aus der Arbeitslosigkeit ins Erwerbsleben gewechselt“, erläutert Agenturchef Uwe Kemper. „Das zeigt eine gewisse Dynamik auf dem Arbeitsmarkt. Allerdings sind das 325 Menschen weniger als im April 2019. Gleichzeitig haben sich deutlich mehr Menschen neu arbeitslos gemeldet als im Vorjahr.“

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Von einer Zunahme der Arbeitslosigkeit seien im Agenturbezirk Korbach alle Branchen betroffen, insbesondere Verkehr/Logistik, Handel/Tourismus sowie Produktion/Fertigung. Da Bildungseinrichtungen geschlossen seien, dürften zudem keine Qualifizierungsmaßnahmen beginnen. Immerhin könnten dank großen Engagements der Bildungsträger laufende Maßnahmen mit alternativen Lernformaten fortgeführt werden, so Kemper.
Zur Kurzarbeit hat die Arbeitsagentur eine Sonderauswertung vorgenommen. Danach verzeichnete der Agenturbezirk Korbach von Anfang März bis zum 26. April 2802 geprüfte Kurzarbeits-Anzeigen. Im Vorjahr waren es in diesem Zeitraum insgesamt 9 Anzeigen. In den Anzeigen sind 38475 Personen enthalten, die vermutlich von Kurzarbeit betroffen sind (2019: 192 Personen). Ob alle diese Arbeitnehmer tatsächlich verkürzt arbeiten und wenn ja, in welchem Umfang, lässt sich erst nach Abrechnung der Kurzarbeit sagen.

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Vom Anstieg der Arbeitslosigkeit sind alle Personengruppen betroffen, Frauen mit einem Zuwachs von 23,1 Prozent gegenüber März mehr als Männer (plus 16,5 Prozent). Aufgeteilt nach den beiden Rechtskreisen ergibt sich Im Bereich der Grundsicherung (SGB II) ein größerer Anstieg (plus 755 Menschen, entspricht 24,8 Prozent) als beim Arbeitslosengeld (plus 474 Personen, 14,1 Prozent). Mit 2433 Angeboten liegt der Stellenbestand im Agenturbezirk im April deutlich niedriger als im März (minus 434 Stellen) und als im April 2019 (minus 641 Stellen). Zum einen blieb der im Frühjahr übliche Anstieg bei der Meldung der offenen Stellen aus, zum anderen wurde ein Teil der gemeldeten Stellenangebote storniert.
Im Landkreis Waldeck-Frankenberg waren im April 3624 Menschen arbeitslos gemeldet, 575 mehr als im März (plus 18,9 Prozent) und 585 mehr als im April 2019 (plus 19,2 Prozent). Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent, das sind jeweils 0,6 Prozent mehr als im Vormonat und im Vorjahresmonat. Für 1528 Betriebe im Landkreis Waldeck-Frankenberg liegen für die Monate März und April geprüfte Kurzarbeits-Anzeigen vor. Darin sind 26547 Beschäftigte genannt, die voraussichtlich kurzarbeiten.

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Korbach mit Bad Wildungen. 1735 Menschen ohne Arbeit waren im April in Korbach und Bad Wildungen registriert. Das sind 307 mehr (plus 21,5 Prozent) als im März und 304 mehr als im April 2019 (plus 21,2 Prozent). Die Quote steigt auf 4,2 Prozent, im Vormonat und im Vorjahresmonat waren es 3,5 Prozent.
Geschäftsstelle Frankenberg. 1079 Arbeitslose meldet die Geschäftsstelle Frankenberg im Berichtsmonat. Das entspricht einem Anstieg um 148 Personen (plus 15,9 Prozent) gegenüber März und von 171 gegenüber April 2019 (plus 18,8 Prozent). In Frankenberg liegt die Quote bei 3,7 Prozent – jeweils 0,5 Prozent mehr als März 2020 und im April 2019.
Geschäftsstelle Bad Arolsen. 810 Menschen ohne Beschäftigung sind in der Geschäftsstelle Bad Arolsen aktuell erfasst. Im Vergleich zu März sind das 120 Menschen mehr (plus 17,4 Prozent) und zu April 2019 sind es 110 Personen mehr (plus 15,7 Prozent). Die aktuelle Arbeitslosenquote beträgt hier 4,6 Prozent, im März waren es 3,9 Prozent und im April 2019 4,0 Prozent.

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Landkreis Schwalm-Eder. 4005 Arbeitslose waren im April im Schwalm-Eder-Kreis registriert, 654 mehr als im März (plus 19,5 Prozent) und 872 mehr als im Vorjahresmonat (plus 27,8 Prozent). Die Quote liegt bei 4,1 Prozent, das sind 0,7 Prozent mehr als im Vormonat und 0,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Insgesamt 1274 geprüfte Anzeigen von Kurzarbeit gibt es für die Monate März und April im Schwalm-Eder-Kreis. Davon betroffen sind voraussichtlich 11928 Personen.
Geschäftsstelle Fritzlar-Homberg. 1867 Arbeitslose waren in der Geschäftsstelle Fritzlar-Homberg erfasst. Das sind 357 mehr als im Vormonat (plus 23,6 Prozent) und 459 mehr als im Vorjahresmonat (plus 32,6 Prozent). 4,0 Prozent lautet die aktuelle Quote – ein Plus von 0,8 Prozent gegenüber März und von 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Geschäftsstelle Melsungen. In der Geschäftsstelle Melsungen waren im April 1031 Personen arbeitslos gemeldet, 156 mehr als vor vier Wochen (plus 17,8 Prozent) und 231 mehr im Jahresvergleich (plus 28,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,1 Prozent, im März hatte sie 3,5 Prozent und im April 2019 3,2 Prozent betragen.
Geschäftsstelle Schwalmstadt. 1107 Menschen auf Jobsuche zeigt die Statistik für die Geschäftsstelle Schwalmstadt, 141 mehr als im März (plus 14,6 Prozent) und 182 mehr als vor einem Jahr (plus 19,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt 4,2 Prozent, das bedeutet einen Anstieg um 0,6 Prozent gegenüber März und um 0,7 Prozent gegenüber April 2019.

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