Auch seelische Wunden müssen heilen

Landrat Manfred Müller lädt Notfallseelsorger ins Kreishaus ein

Kreis Paderborn(krpb). „Ihre Arbeit ist unglaublich wertvoll“, dankt Landrat Manfred Müller den zwölf Ehrenamtlichen des Vereins „Notfallbegleitung und Notfallseelsorger im Kreis Paderborn e.V.“ beim gemeinsamen Dankeschön-Mittagessen im Kreishaus. Die Notfallseelsorger werden gerufen, wenn im Kreis Paderborn jemand in einer akuten psychischen Ausnahmesituation Beistand braucht. „Sie helfen Menschen in Extremsituationen, die gerade Schwerstes erlebt haben. Das verdient unsere allerhöchste Wertschätzung und Anerkennung“, so der Landrat.

75 Mal wurden die ehrenamtlichen Helfer im letzten Jahr von der Polizei oder der Kreisfeuerwehrzentrale alarmiert. Sie werden gerufen zu Unfällen mit Toten und Schwerverletzten, bei Gewaltverbrechen, Suiziden oder auch bei einem plötzlichen Kindstod. Häufig begleiten sie auch Polizisten, wenn diese eine Todesnachricht überbringen. Das sind auch für die Helfer keine einfachen Situationen. Sie sehen viel Leid und Verzweiflung, und doch übernimmt jeder von ihnen diese Aufgabe gerne. „Wenn meine Anwesenheit dazu beiträgt, dass die Situation in diesem Moment für die Betroffenen ein ganz klein bisschen weniger schrecklich ist, dann bin ich mit meiner Arbeit zufrieden“, erklärt Miriam Reimann

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Vor 18 Jahren wurde der Verein, der seit 2006 unter der Schirmherrschaft von Landrat Müller steht, gegründet. Seitdem steigen die Einsatzzahlen kontinuierlich. „Die Zusammenarbeit mit Polizei und Feuerwehr ist sehr gut. Da ist über die Jahre auch viel Vertrauen und Verständnis füreinander gewachsen“, erzählt Heinrich Friesen. Der Vereinsvorsitzender ist Pastor der Freien Christen Gemeinde in Lichtenau, doch eine seelsorgerische Ausbildung ist keine Voraussetzung für die ehrenamtliche Arbeit im Verein. „Wir haben Mitarbeiter aus unterschiedlichen Berufen, zum Beispiel Metallarbeiter und Erzieherinnen in unseren Reihen“, betont Friesen. Die Gründe für ein Interesse an diesem Ehrenamt sind vielfältig. Nicht jeder Interessent ist geeignet für diese Aufgabe. Nach einer 80-stündigen Fortbildung und Hospitationen im Einsatz können sie dann als Notfallseelsorger anderen beistehen.

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Dass sie gebraucht werden, merken die Helfer in Not bei jedem Einsatz. Häufig bekommen sie Anrufe noch Wochen nach dem eigentlichen Einsatz. Angehörige oder Ersthelfer, die in der Situation selbst zu sehr unter Schock standen, um den Notfallseelsorgern zu danken, ist es dann ein Bedürfnis, dies nachzuholen. Auch Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst suchen das Gespräch, wenn sie die Bilder nach einem Einsatz nicht loswerden. „Eine seelische muss ebenso wie eine körperliche Verletzung heilen. Mit Ihrem Einsatz helfen Sie, dass die Wunde nicht ewig offen bleibt, sondern eine Chance hat, zu verheilen“, lobt Landrat Müller das selbstlose Engagement der Notfallseelsorger.

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