Neue Heimat für Gelbbauchunken

NABU siedelt seltene Amphibien im Steinbruch Malapertus an

Wetzlar(pm). Zusammen mit der Hessischen Umweltministerin Priska Hinz und der Heidelberger Sand & Kies GmbH startete der NABU Hessen ein Projekt zur Wiederansiedlung der gefährdeten Gelbbauchunke im Wetzlarer Steinbruch Malapertus. Die streng geschützte Art, von der es in Hessen nur noch wenige Vorkommen gibt, soll in kleinen Tümpeln im Steinbruch ein neues Zuhause finden. Die ersten von insgesamt tausend Jungtieren wurden nun in ihrer neuen Heimat ausgesetzt. „Steinbrüche bieten einen idealen Ersatz-Lebensraum für die Gelbbauchunke, weil dort immer wieder kleine Wasserflächen entstehen, in denen sich die Kaulquappen entwickeln können“, erklärte NABU-Landesgeschäftsführer Hartmut Mai. Deshalb freue sich der NABU über die langfristige Kooperation mit dem Steinbruchbetreiber und eine Förderung des Projektes durch die Stiftung Hessischer Naturschutz in Höhe von 10.000 Euro.

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In einer Kooperationsvereinbarung haben der NABU Hessen und die Heidelberger Sand & Kies GmbH vereinbart, Kleingewässer für die bedrohte Unke im Steinbruch regelmäßig neu anzulegen und zu pflegen. „Wir setzen die tausend Jungtiere nach und nach im Steinbruch aus, um einen stabilen Bestand zu begründen“, erläuterte Projektleiter Dominik Heinz. Der Aufwand für den Schutz der seltenen Amphibie mit dem charakteristischen gelben Bauch ist enorm. Er reicht von der artenschutzrechtlichen Genehmigung des Regierungspräsidiums Gießen über die Aufzucht von Jungtieren aus Eiern über das Ausschieben von Kleintümpeln und das Aussetzen der Unken bis zur Kontrolle und Bewertung des Erfolgs. „Wir werden in den nächsten Wochen genau nachschauen, ob sie die jungen Gelbbauchunken in ihrem neuen Lebensraum wohl fühlen“, so Heinz. Bei der großen Hitze sei es für die Tiere wichtig, schnell schattige Verstecke unter Steinen, in kleinen Höhlen oder unter Totholz zu finden.

 Hintergrundinformationen

Die Gelbbauchunke ist eine der am stärksten bedrohten Amphibienarten Hessens. Die Bestände der Pionierart, die nach EU-Recht streng geschützt ist, sind stark rückläufig. Gelbbauchunken sind ursprünglich Bewohner von natürlichen Bach- und Flussauen, in denen kleine Tümpel immer wieder neu entstehen. In den seichten Wasserstellen können sich die Kaulquappen ungestört entwickeln, weil dort keine Fressfeinde wie Fische oder Libellenlarven auf sie lauern. Da es in immer weniger natürliche Bäche und Flüsse mit ihrer typischen Auendynamik gibt, ist die Gelbbauchunke auf Ersatzlebensräume in Steinbrüchen sowie Lehm- und Kiesgruben angewiesen. In Hessen ist sie fast nur noch in solchen Sekundärbiotopen anzutreffen.

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