Casino-Streaming auf Twitch

Hamburg(pm). Social Media hat die Welt verändert, doch neben dem Verfolgen von Content und Chatten mit Freunden und Bekannten auf Plattformen wie Facebook und Instagram hat sich noch ein weiterer Trend entwickelt, der für viele junge Menschen sogar zum Karrieretraum wird: Streaming-Dienste wie Twitch erlauben es begabten Gamern ihre Fans beim Spielen von Video- und Casinospielen zusehen zu lassen. Die größten internationalen Twitch-Stars machten das Streaming zum Beruf, und auch in Deutschland gibt es einige bekannte Streamer – wobei hier gerade der Bereich Casino-Streams viel diskutiert ist. Die Streaming Plattform Twitch gibt es bereits seit 2011, doch gerade in den vergangenen Jahren wurde Streaming immer beliebter, besonders beim ganz jungen Publikum. Laut aktuellen Zahlen loggen sich rund 15 Millionen Nutzer täglich dort ein, über 2 Millionen aktive Streams werden dabei angeboten, und 41 Prozent der Zuschauer und Streamer sind gerade mal zwischen 14 und 24 Jahren alt. Besonders beliebt sind dabei Videogame-Streams wie League of Legends, Call of Duty, Fortnite, Minecraft und viele andere Spiele. Das Prinzip ist dabei absolut simpel: die Fans beobachten ihre liebsten Streamer beim Gaming, können gleichzeitig aber auch mit ihnen chatten und interagieren, dabei natürlich auch einige Tricks für ihr eigenes Spiel lernen.

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Das Beste daran: ein Twitch-Account ist im Grunde für alle gratis, dennoch wird hier eine Menge Geld umgesetzt. Zum einen können die Follower ein Abonnement für die Profile bevorzugter Streamer abschließen; eine sogenannte „Sub“ (Subscription) kostet in der Regel zwischen 4,99 und 24,99 US-Dollar im Monat. Zudem kann man Cheers und Bits kaufen, um seine Idole anzufeuern. Wie die Streamer damit reich werden? Durch die massive Anzahl an Followern. Zusätzlich kommen gigantische Einnahmen von Sponsoren und Werbepartnern, die es sich einiges kosten lassen, wenn beliebte Streamer mit Millionen Followern ihre Produkte und Service anbieten. Gerade im Bereich Casino-Streams ergeben sich hier jedoch etliche Diskussionen um moralische Verpflichtungen, besonders im deutschen Streaming-Bereich. Zu den größten Streamern gehören hier „Knossi“, mit bürgerliche Namen Jens Knosalla, sowie „MontanaBlack“, der im echten Leben Marcel Thomas Andreas Enis heißt. Beide waren in der Vergangenheit dafür bekannt live ihre Spiele in Online-Casinos zu streamen – sei es beim Poker oder an online Slots mit bekannten und angesagten Spielen wie Book of Ra, Mad Max Fury Road, Millionaire Genie und vielen mehr. Bisher war Online-Glückspiel in Deutschland ein legaler Graubereich und wurde über Server aus dem Ausland angeboten, weshalb sich die beiden Streamer aus diesem Bereich zurückgezogen hatten. Mit Inkrafttreten des neuen Glückspielstaatsvertrags , der lizenzierten Online-Casinos den Betrieb auch in Deutschland erlaubt, hat sich dies jedoch geändert, weshalb man Knossi und MontanaBlack womöglich bald wieder zocken sehen wird, insbesondere ohne die bisherige Zeitbeschränkung nach 23 Uhr. Die Casino-Anbieter selbst bieten erfolgreichen Streamern lukrative Verträge an, weshalb oftmals die Kritik aufkommt, ob sie sich dafür bezahlen lassen sollten, dass sie besonders junge Menschen zum Glückspiel verleiten.

(Quelle: unsplash.com)


MontanaBlack gab zu, er hätte so bereits ein Vermögen verdienen können – es werden 20 bis 30 Millionen gemunkelt – und ist sich bewusst, dass hier die lukrativsten Chancen liegen: „Dann verdiene ich in einem halben Jahr das mit Casinos, was ich in fünf Jahren so mit YouTube verdienen würde“, erklärte er über die Aussicht auf seinem Kanal bald wieder seine Casino-Sessions zu streamen. Moralisch verwerflich findet er es nicht, dass er hierbei vor den Augen Minderjähriger spielt, denn es bleibe immerhin jedem selbst überlassen, ob er denn Casino-Spiele möge oder nicht. Sogar das Auswandern nach Malta, einem absoluten Steuerparadies gerade im Bereich Glückspiel, zieht er in Betracht. Sein Kollege Knossi nahm in der Vergangenheit vom Twitch-Zocken Abstand und möchte nach eigenen Aussagen lieber „ein gutes Vorbild sein“, wobei die Verdienstmöglichkeiten gerade mit der neuen Gesetzeslage umso verlockender werden.

Wenngleich Casino-Streams auf Twitch hochbeliebt sind, wird das ganz große Geld derzeit noch mit Videospielen gemacht. Im Juli dieses Jahres sahen ganze 142,5 Millionen Menschen Grand Theft Auto V Spiele an, der Spitzenreiter des Monats, gefolgt von 134,4 Millionen Zuschauern bei League of Legends und 80.9 Millionen beim Ego-Shooter-Game Valorant. Aktuell gilt der Streamer Asmongold als der beliebteste der Welt, mit über 15,5 Millionen angesammelten Zuschauerstunden binnen 30 Tagen. Er spielt vor allem die Massively Multi-Player Online Role-Playing Games (MMORPGs) Final Fantasy, World of Warcraft und New World. Der Streamer ist seit den Anfängen von Twitch 2011 aktiv auf der Plattform und besitzt 2021 einen Nettowert von 2,5 Millionen US-Dollar, im Jahr soll er mittlerweile über 500.000 Dollar verdienen. Dabei gehört er mit 31 Jahren schon zu den älteren Streamer-Semestern.

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Auf Platz zwei der aktuellen Weltrangliste in Sachen Zuschauerstunden liegt Félix Lengyel, bekannt unter dem Streamer-Namen xQc, der vor allem Grand Theft Auto spielt, aber auch in der Kategorie „Just Chatting“ seine Fans einfach mit Quatschen unterhält. Der gebürtige Kanadier ist 25 Jahre alt und auch im eSport aktiv, wo er bereits für große Teams spielte. Über seinen YouTube-Channel, wo er noch nicht einmal sonderlich aktiv ist, soll er jährlich bis zu 1,4 Millionen Dollar verdienen, auf Twitch macht er im Monat allein rund 210.000 US-Dollar, und besitzt ein Gesamtvermögen von geschätzt 5 Millionen US-Dollar.

Die Twitch-Verdienste beziehen sich dabei allein auf die Einnahmen durch Abonnenten, nicht auf lukrative Sponsoren- und Werbeverträge, wo oftmals das ganz große Geld gemacht wird. Klar, dass viele Twitch-Fans von einer Karriere auf der Plattform träumen, wobei Videospielen ähnlich attraktiv ist wie inzwischen auch Casinospiele, zumal sich hier auch durch die neue Gesetzeslage in Deutschland noch größere Chancen ergeben.

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