Pflege nicht alleine lassen

von links: MdL und parlamentarischer Geschäftsführer SPD-Landtagsfraktion Günter Rudolph, MdB und Opferbeauftragter Dr. Edgar Franke, Betreiber und Heimleiter des Gudenberger Altenheims Eben-Ezer Walter Berle, Mdl, gesundheits-/pflegepolitische Sprecherin, stellvert. Fraktionsvorsitzende SPD-Landtagsfraktion Dr. Daniela Sommer, Pflegedienstleiter sowie stellvertretende Pflegedienstleiterin des Eben-Ezers.Foto:pr

Waldeck-Frankenberg/Schwalm-Eder/ Wiesbaden(pm). Die stationäre Langzeitpflege sowie die ambulanten Dienste nehmen bei der Versorgung der sogenannten Risikogruppe auch in der Covid-19-Pandemie eine Schlüsselrolle ein. „Die Pflegenden müssen jetzt bestmöglich ausgestattet werden, um eine Weiterverbreitung und massive Sterberaten zu verhindern,“ so die gesundheits- und pflegepolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Dr. Daniela Sommer bei einem Termin im Gudenberger Altenheim Eben-Ezer, zu dem der Betreiber Walter Berle Günter Rudolph, Edgar Franke und die gesundheitspolitische Sprecherin Dr. Sommer eingeladen hatte.

Dort waren 13 Bewohner und ein Mieter an Corona verstorben. Der Geschäftsführer Berle, sein Pflegedienstleiter und seine stellvertretende Pflegedienstleitung berichteten von den dramatischen Szenen vor Ort, ohne dass die versprochene Hilfe von der schwarz-grünen Landesregierung eintrat: Mehr Schutzmaterial, Genehmigungen für Personaldienstüberlassungen und mehr Testungen hätten die Situation frühzeitig deeskalieren können. Sommer hat mit mehreren Heimen der ambulanten Pflege auch aus Waldeck-Frankenberg sowie dem Paritätischen und der Liga Gespräche geführt: „Zu lange ist die Pflege in dieser Krise alleingelassen worden. Das Land hatte versprochen für Schutzausrüstung und bei Ausbrüchen für schnelle Hilfe zu sorgen. Leider zeigen Gespräche mit der Praxis, dass dies dem Sozialminister in Hessen nicht immer geglückt ist.

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Die Pflege fühlt sich vernachlässigt und sagt, dass bei schneller Hilfe Todesfälle hätten vermieden werden können!“
Noch immer würden nur anlassbezogene Testungen durchgeführt, dabei sei das Testen so wichtig, um Ausbrüche schnell zu registrieren und Maßnahmen einleiten zu können: „Wir unterstützen die Forderung aus der Fachwelt, dass ein umfassendes flächendeckendes Testen aller Berufsgruppen und Patienten im Krankenhaus und in der Pflege angestrebt wird, damit dadurch die Eindämmung der Infektionen gewährleistet werden kann,“ führt die Gesundheitsexpertin Dr. Daniela Sommer aus. Ein solches Testen ermöglich, dass das Personal in Krankenhäusern sowie in der Pflege und Fürsorge bis zum Moment der Ansteckungsgefahr in ihren Teams arbeiten und dann mit entsprechenden Quarantänemaßnahmen die Umgebung schützen können. Sommer kritisiert, dass es für Hessen bislang keine Teststrategie gebe, zumal Regelungen auf Bundesebene zu präventiven Tests vorhanden seien, dies müsse jedoch im jeweiligen Bundesland konkretisiert werden. Bayern teste flächendeckend, Hessen Sozialminister verweigert dies und regelt leider nichts im Sinne der Pflege und der Pflegebedürftigen.

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„Gerade in der COVID-19-Pandemie haben Pflegekräfte alles dafür gegeben, dass die Situation gut überstanden werden kann, haben sich Tag für Tag Gefahren ausgesetzt. Sie haben vorgelebt und leben vor, was Solidarität heißt! Ich möchte appellieren: Klatschen reicht nicht! Anerkennung ist wichtig, bleibt aber ohne Wert, wenn sie nicht in konkrete Verbesserungen mündet. Für jeden von uns ist wichtig, dass es viele gibt, die gerne in der Pflege arbeiten. Weil wir ältere Angehörige haben, weil wir selbst älter werden, vielleicht einmal Pflege brauchen. Deswegen werde ich weiterhin für die Anliegen der Pflege kämpfen!“ Daniela Sommer hofft, dass es nicht bei wohlfeilen Worten in der Corona-Pandemie bleibt, sondern das Taten folgen und die Pflege endlich die Rahmenbedingungen, die Anerkennung und Unterstützung bekommt, die sie verdient, denn es gebe nichts Verantwortungsvolleres als den Dienst am Menschen, so Dr. Sommer. Abschließend bedankt sich Dr. Daniela Sommer bei allen Pflegekräften und allen Akteuren im Gesundheitswesen, die derzeit die notwendigen Hilfen ermöglichen, sich selbst der Gefahr aussetzen und schnell agierten, denn die Verordnungen des Ministeriums kamen oftmals Freitagnachmittag und setzen die Heime arg unter Druck bereits montags neue Regelungen umzusetzen: „Herzlichen Dank für diesen großen Dienst, den Sie tagtäglich leisten. Mir reicht es aber eben nicht nur zu loben, es sollte auch eine finanzielle Anerkennung drin sein.” Für die Zukunft wünscht sich Sommer, dass die langjährigen Forderungen der hessischen SPD für bessere Arbeitsbedingungen, mehr Personal bzw. Personalmindeststandards endlich bei der Landesregierung fruchten, um bei einer nächsten Pandemie besser gerüstet zu sein! Eine entsprechende Anhörung wird sie mit ihrer Fraktion im Landtag beantragen.

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