Landkreis senkt Jagdsteuer auf 7,5%

Vertreter aus Politik, Verwaltung und der Jägerschaft beim Pressetermin in Korbach. Foto: EDR/od

Landrat Reinhardt Kubat: Kein Geschenk an die Jäger

Korbach(od). Der Landkreis Waldeck-Frankenberg senkt die Jagdsteuer im Kreis von 15 % auf 7,5 %. Das hat der Kreistag am Montag in seiner Sitzung beschlossen. Damit verzichtet der Kreis auf rund 185.000 Euro. Landrat Dr. Reinhard Kubat betonte auf einer Pressekonferenz vor der Kreistagssitzung: „ Die Senkung der Jagdsteuer ist kein Geschenk an die Jäger, der Kreis erwartet dafür ein deutliches Engagement bei der Wildschweinbejagung, aber auch in der Zusammenarbeit in Naturschutzbelangen.“ Die drohende afrikanische Schweinepest(ASP) sowie die hohen Sauenbestände, die zu Schaden an den landwirtschaftlichen Nutzflächen gehen, veranlasste den Kreis zur Steuersenkung.

Karl-Heinz Kahlhöfer-Köchling, Fraktionsvorsitzender der SPD-Fraktion im Kreistag befürchtet, das die Kosten durch die ASP für den Kreis um ein Vielfaches höher sein werden, als der Einnahmen durch die Jagdsteuer. Auf ein gutes Miteinander zwischen Jagdausübungsberechtigten und Landkreis hofft auch Timo Hartmann, Fraktionsvorsitzender der CDU. Denn nach der letzten Jagdsteuererhöhungen hatten die Jäger die Fallwild-Entsorgung an den Straßen stark eingeschränkt. Das positive Signal aus der Politik kam auch in der Jägerschaft an.“ Wir werden den Landkreis nicht im Stich lassen,“ sagte Sandra Bergmann, Vorsitzende der Waldeckischen Jägerschaft auch im Namen von Anna-Maria Hausmann, Heinrich Engelhardt (Jägervereinigung Frankenberg) und Christian Ranft (Jagdschutzverein Edertal). Die afrikanische Schweinepest, in Polen bis 30 km an die deutsche Grenze herangerückt und in Belgien nachgewiesen hätte gravierde Folgen im Kreis: Betretungs- und Ernteverbot in der Kernzone eines Schweinepest – Fundes, Verbringungsverbot für Mastschweine aus dem Kreis bis hin zum Keulen (das vorsorgliche Töten von Tieren, um die Weiterverbreitung von Tierseuchen zu verhindern) ganzer Bestände.

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Schon jetzt entnimmt die Jägerschaft Blutproben erlegte Wildschweine, um sehr schnell auf die ASP-Bedrohung reagieren zu können. Zudem werden revierübergreifende Jagd auf die Schwarzkittel veranstaltet. So kommt immerhin eine Strecke von rund 7.000 Wildschweinen im Kreis zusammen, dass sind etwas 10% der Gesamtstrecke in Hessen. Um die revierübergreifenden Drückjagd effektiver zu machen, will der Landkreis die Jägerschaft bei der zeitweisen Sperrung von Kreisstraßen und unterstützen. Das hat der Kreis mit dem Regierungspräsidium vereinbart.

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