52 zusätzliche Tenure-Track-Professuren für Hessens Hochschulen

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Kassel, Marburg, Geisenheim, Gießen und Darmstadt erfolgreich im Bund-Länder-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses

Wiesbaden(pm). In der zweiten Bewilligungsrunde des sogenannten Tenure-Track-Programms von Bund und Ländern hat das Auswahlgremium heute den Förderzuschlag für insgesamt 532 Tenure-Track-Professuren an 57 Universitäten und gleichgestellten Hochschulen erteilt. In Hessen erhalten die Universität Kassel 13, die Philipps-Universität Marburg 21, die Hochschule Geisenheim 3, die Justus-Liebig-Universität Gießen 7 und die TU Darmstadt 8 Professuren. Die Universitäten in Gießen, Darmstadt und Frankfurt hatten bereits in der ersten Förderrunde Teilbewilligungen erhalten. Damit gehören die hessischen Hochschulen auch in der zweiten Förderrunde zu den im Ländervergleich erfolgreichsten.

Tenure-Track-Professuren sollen qualifizierten wissenschaftlichen Nachwuchskräften einen zusätzlichen, besser planbaren Karriereweg neben dem herkömmlichen Berufungsverfahren auf eine Professur eröffnen. Sie richten sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der frühen Karrierephase und sieht nach einer erfolgreichen Bewährungsphase den unmittelbaren Übergang auf eine Lebenszeitprofessur vor. Welche Leistungen in der Bewährungsphase erwartet werden, wird bereits bei der Berufung festgelegt. Hessen hat sich in seiner Gesetzgebung sehr früh zu diesem Konzept bekannt und nimmt auch deshalb eine Vorreiterrolle unter den Bundesländern ein.

Wissenschaftsministerin Angela Dorn: „Den erfolgreichen Hochschulen gratuliere ich ganz besonders zu diesem herausragenden Ergebnis. Durch die Tenure-Track-Professuren werden die Chancen für den wissenschaftlichen Nachwuchs auch in Hessen deutlich verbessert. Damit steigen die Chancen auf eine Professur langfristig – das stärkt den Wissenschaftsstandort Hessen nachhaltig im Wettbewerb um die klügsten Köpfe. “

Das Programm fördert in zwei Bewilligungsrunden insgesamt 1.000 zusätzliche Tenure-Track-Professuren für jeweils bis zu acht Jahre, im Einzelfall bis zu zehn Jahre. Während der Programmlaufzeit von 2017 bis 2032 stellt der Bund dafür insgesamt bis zu eine Milliarde Euro bereit, die Länder sichern die Gesamtfinanzierung. Ziel des Programms ist es, die Tenure-Track-Professur als eigenständigen Karriereweg in Deutschland dauerhaft zu etablieren. Mit der ersten Bewilligungsrunde in 2017 wurden 468 Professuren gefördert. In Hessen konnten die Universitäten in Darmstadt, Frankfurt und Gießen 39 dieser Professuren einwerben. Die Hochschulen hatten in ihren Anträgen darzustellen, wie die Tenure-Track-Professur in die Personalstruktur eingefügt, unterstützt und weiterentwickelt werden soll. Gleichzeitig waren Personalentwicklungskonzepte gefordert, die auch auf die Nachwuchsförderung und Personalentwicklungsplanung für das gesamte wissenschaftliche Personal zielen.

Wissenschaftsministerin Angela Dorn: „Damit haben die Hochschulen wichtige Schritte unternommen, um gute Beschäftigungsbedingungen und gute Perspektiven für das Personal zu fördern. Gemeinsam mit den Hochschulen werden wir zudem einen „Kodex für gute Arbeit“ vereinbaren, der besonders die Arbeitsbedingungen für das wissenschaftliche Personal in den Blick nehmen soll.“ Als Neuerung zur Verbesserung der Chancengerechtigkeit und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie setzt das Tenure-Track-Programm auf eine besondere familienpolitische Komponente. Diese sieht vor, dass die Tenure-Track-Phase bei Geburt eines Kindes oder bei Adoption um ein Jahr pro Kind bzw. um insgesamt bis zu zwei Jahre verlängert werden kann. Damit erhalten Eltern die Möglichkeit, die in der Bewährungsphase geforderten wissenschaftlichen Leistungen trotz der zusätzlichen familiären Anforderungen zu erbringen.

Hintergrund Der Tenure Track ist dem amerikanischen Bildungssystem entlehnt und ist seit der Novellierung des Hochschulrahmengesetzes 2002 ein möglicher Zusatz bei der Ausschreibung einer Juniorprofessur. Tenure Track bedeutet hierbei die Zusage nach einer befristeten Bewährungszeit eine Lebenszeitprofessur zu erhalten.

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