Der Stellplatz war ihr Ding

Würdigung und Anerkennung: Bürgermeister Klaus Gier überreichte Rosemarie Hoppe eine Blumenstrauß und dankte ihr für die langjährige Betreuung des Reisemobilstellplatzes in Hemfurth-Edersee. (Foto: Klein)

Rosemarie Hoppe betreute jahrzehntelang touristische Einrichtung in Hemfurth-Edersee

Hemfurth-Edersee(von Uli Klein). Sie kümmerte sich mehr als 24 Jahre lang um den gebührenpflichtigen Reisemobilstellplatz in der Kraftwerkstraße von Hemfurth-Edersee. „Ich habe die Anlage betreut, habe die Standgelder kassiert, und habe sehr vielen Gästen immer wieder mit Rat und Tat zur Seite gestanden“, blickt Rosemarie Hoppe zurück. Mit großem Bedauern könne sie sich aber nun nicht mehr um den Platz kümmern. „Wegen gesundheitlicher Probleme mit der Hüfte“, wie die 77-Jährige erklärt.

Die Folgen einer Gelenkersatz-Operation bedeuteten für Rosemarie Hoppe das Aus für die Betreuung des gemeindeeigenen Reisemobilstellplatzes. „Der eigentliche Eingriff in Hessisch Lichtenau war sehr gut verlaufen, doch nach dem Sturz in einer Rehaklinik begann mein langwieriger Schmerzens- und Leidensweg. Wenngleich es mir heute schon wieder sehr viel besser geht“, erzählt Rosemarie Hoppe. Mit Freude blickt die Hemfurth-Ederseerin zurück auf ihre Arbeit während der vergangenen Jahrzehnte. „Es hat immer ganz viel Spaß gemacht. Sehr oft habe ich den Gästen Ausflugtipps und Empfehlungen für Rad- oder Wandertouren in unserer wunderschönen Gegend mit auf den Weg gegeben.“ Auch das Verteilen von selbstgekochten und gefärbten Eiern an Ostern zählte zum kostenlosen Rundum-sorglos-Paket der guten Seele des Stellplatzes. Rosemarie Hoppe war es auch, die auf Gottesdienste in der Kirche hinwies. „Unser Pfarrer sprach mich oft an, wenn auch Wohnmobillisten bei seinen religiösen Feiern anwesend waren.“ Die Geschehnisse auf dem Reisemobilstellplatz seien für sie zu einer Herzensangelegenheit geworden. „Meine Urlaube habe ich stets so geplant, damit sie nicht mit den Wohnmobilreisezeiten kollidierten.“ Mit Erstaunen habe Rosemarie Hoppe im Laufe der Jahre feststellen können, dass eine stetig wachsende Zahl von Besuchern aus dem Ausland den Edersee und den Platz ansteuerten. „Es waren vornehmlich Holländer, Spanier, Australier, Österreicher, Belgier und auch Briten, die mittlerweile in Summe etwa 20 Prozent der jährlichen Gesamtübernachtungen ausmachen.“

Mit der Verständigung habe es fast nie Probleme gegeben. „Ich spreche nun mal seit meiner Jugend fließend Englisch. Als ausgebildete Fremdsprachensekretärin arbeitete ich im Kaffee In- und Exportgeschäft in meiner Geburtsstadt Bremen.“ Dies sei ihr dann auch bei der Betreuung des Reisemobilstellplatzes am Ufer der Eder sehr oft zu Gute gekommen. Aus der Bekanntschaft mit einem Ehepaar aus Birmingham und auch mit Besuchern aus anderen Ländern seien echte Freundschaften entstanden, die viele Jahre überdauerten. „Als ich im Krankenhaus lag, hatten mir die Birminghamer sogar aus Neuseeland geschrieben und mir gute Besserung gewünscht.“ Nicht nur das Paar aus der englischen Region West Midlands weiß die Weltoffenheit der Edertalerin zu schätzen. „Sicherlich hat auch mein ausgeprägter Ordnungs- und Sauberkeitssinn zur Steigerung meiner Sympathiewerte beigetragen. Denn das freie herumlaufenlassen von Hunden habe ich beispielsweise nie akzeptiert“, erzählt Rosemarie Hoppe.


Nach Ansicht von Edertals Bürgermeister Klaus Gier waren aber auch andere Faktoren ausschlaggebend, die aus der Edertalerin „eine liebenswerte Institution“ machten. „Die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit ihr war stets von großem Anstand, gegenseitigem Respekt, Vertrauen und von Korrektheit geprägt. Umso mehr bedauern wir zutiefst das Ende der sehr angenehmen Kooperation“, erklärte der Bürgermeister beim Überreichen eines Blumenstraußes. Der Weiterbetrieb des stark frequentierten Reisemobilstellplatzes sei aber durch das Aufstellen eines Parkscheinautomaten und der Installation von Elektroanschlüssen sowie mit der Inbetriebnahme einer neuen Ver- und Entsorgungsstation auf Dauer gesichert. „In die Modernisierung der Anlage investieren wir 40.000 Euro“, berichtet der Bürgermeister.

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