Nordhessen(ots). Allein am Mittwoch und Donnerstagmorgen ereigneten sich in den Landkreisen Kassel, Waldeck-Frankenberg, Werra-Meißner und dem Schwalm-Eder-Kreis rund ein Dutzend Wildunfälle. Dabei wurden neben mehreren Rehen auch zwei Waschbären und ein Hase von Fahrzeugen erfasst. Gerade mit dem bevorstehenden Beginn der dunklen Jahreszeit steigt das Risiko für Wildunfälle deutlich an, weil die aktivsten Zeiten der Tiere in der Dämmerung mit dem Berufsverkehr kollidieren. Die Polizei in Nordhessen möchte daher Tipps geben, wie man einen Wildunfall möglichst verhindern kann und wie man sich verhalten sollte, wenn es doch zu einem Unfall gekommen ist.
Autofahrerin kollidiert bei Spangenberg mit Reh
Einer der Verkehrsunfälle ereignete sich am Mittwochmorgen auf der Landesstraße 3227 bei Spangenberg. Eine 60-jährige Frau war gegen kurz vor 7 Uhr mit ihrem Ford von Spangenberg kommend in Richtung Pfieffe unterwegs, als plötzlich ein Reh die Fahrbahn querte und es zum Zusammenstoß kam. Die Frau verständigte daraufhin umgehend die Polizei über den Notruf 110. Als die eingesetzte Streife wenig später an der Unfallstelle eintraf, war das Tier seinen Verletzungen erlegen. Es konnte von den Beamten von der Fahrbahn geräumt werden, sodass keine weitere Gefahr für den Straßenverkehr bestand.
Fahrweise anpassen – Wildunfälle zu verhindern
Außerorts sollte grundsätzlich und jederzeit mit plötzlich auftretendem Wildwechsel gerechnet werden. Besonders groß ist die Gefahr in der Morgen- und Abenddämmerung sowie bei Nacht und Nebel. Autofahrer sollten daher ihre Fahrweise den jeweiligen Sicht- und Straßenverhältnissen anpassen. Besondere Vorsicht ist in Bereichen geboten, die durch das Verkehrszeichen 142 „Wildwechsel“ gekennzeichnet sind. Taucht plötzlich ein Wildtier auf der Fahrbahn auf, sollten Autofahrer kontrolliert abbremsen, abblenden und hupen. Keinesfalls sollte versucht werden, dem Tier durch ein unkontrolliertes Fahrmanöver auszuweichen, da dadurch die Gefahr eines folgenschweren Unfalls deutlich steigen kann. Zudem ist damit zu rechnen, dass einem Tier weitere Tiere
folgen. Lässt sich ein Zusammenstoß nicht mehr verhindern, gilt: Vollbremsung einleiten, die eigene Fahrspur halten und eine Kollision einkalkulieren.
Wenn sich ein Unfall nicht verhindern lässt: Richtiges Verhalten nach einem Wildunfall
Nicht immer wird ein Wildunfall unmittelbar gemeldet: Teilweise verständigen Autofahrer die Polizei erst mit zeitlichem Verzug, etwa wenn sie bereits zu Hause angekommen sind. Das kann insbesondere dann problematisch sein, wenn ein verletztes oder totes Tier noch auf der Fahrbahn liegt. Es besteht die Möglichkeit, dass ein angefahrenes Tier noch lebt und sich quält, zudem kann ein solches Hindernis eine erhebliche Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer darstellen. Die Polizei rät daher, nach einem Wildunfall zunächst Ruhe zu bewahren und das Fahrzeug, sofern möglich, aus dem Gefahrenbereich zu bringen. Anschließend sollte die Unfallstelle in beide Fahrtrichtungen abgesichert werden. Dazu gehören das Einschalten der Warnblinkanlage und das Aufstellen von Warndreiecken. Um sich zu schützen und andere Verkehrsteilnehmer zusätzlich zu warnen, sollte eine Warnweste angezogen werden. Bei einem Unfall mit verletzten Menschen ist unverzüglich Erste Hilfe zu leisten und der Rettungsdienst über den Notruf 112 zu verständigen.
Bei einem Wildunfall umgehend den Notruf 110 wählen
In jedem Fall sollte nach einem Wildunfall unverzüglich die Polizei über den Notruf 110 verständigt werden. Die Beamten können die Unfallstelle absichern, die weiteren Maßnahmen veranlassen und insbesondere dafür sorgen, dass verletzte oder verendete Tiere von der Fahrbahn entfernt werden. Eine schnelle Meldung hilft damit nicht nur dem betroffenen Tier, sondern kann auch Folgeunfälle verhindern.

