Modernisierte Station 3 geht in Betrieb
Frankenberg. Nach einer intensiven Phase des Wiederaufbaus und der Modernisierung infolge des Brandes im Oktober 2024 nimmt die Station 3 heute offiziell ihren Betrieb wieder auf. Mit einem konsequenten Fokus auf den „Lean-Hospital“-Ansatz wurden nicht nur die Räumlichkeiten grundlegend saniert, sondern auch Prozesse optimiert, um die Patientenversorgung und die Arbeitsbedingungen für das Personal nachhaltig zu verbessern. Die Belegung der Station wird vorrangig mit Patienten der Inneren Medizin erfolgen.
Patientenwohl im Mittelpunkt: Komfort und Würde
Die neu gestaltete Station bietet eine deutliche Steigerung der Aufenthaltsqualität. Alle Patientenzimmer sind nach dem Brand renoviert und verfügen über eigene, moderne Bäder direkt im Zimmer. Das helle und freundliche Design schafft eine angenehme Atmosphäre, die den Heilungsprozess unterstützen soll. Die Geschäftsführerin Anne Bülling erklärt: „Station 3 war die am meisten betroffene Station des Brandes und eine Komplettrenovierung war notwendig. Nachdem die Fachfirma zur Beseitigung der Brandschäden abgezogen war, standen quasi nur noch die Außenwände. Das gab uns die Chance, von Grund auf wiederaufzubauen. Die zusätzlichen Investitionen, die den Beitrag der Versicherung übersteigen, werden aus Eigenmitteln und durch die
Spenden der Bürgerinnen und Bürger nach dem Brand finanziert, für die wir uns herzlich bedanken.“ Der Vorsitzende des Fördervereins des Kreiskrankenhauses, Dr. med. Harald Schmid, ergänzt: „Nach dem schrecklichen Brand erlebten wir eine Welle der Hilfsbereitschaft im ganzen Frankenberger Land. Wir bedanken uns nochmals herzlich bei allen Spenderinnen und Spendern, die durch ihre große Solidarität einen bemerkenswerten Beitrag zur Abmilderung der Brandfolgen an „ihrem Krankenhaus“ geleistet haben. Sie profitieren nun auch selbst im
Krankheitsfall von den Modernisierungen.“
„Ein besonderes Herzstück der Station ist der ‚Raum der Stille‘. Er bietet Angehörigen einen geschützten, würdevollen Ort, um in Ruhe Abschied von ihrem verstorbenen Familienmitglied zu nehmen und einen letzten Moment des Innehaltens zu erleben. „Ein solcher Raum ist von großer Bedeutung für den Trauerprozess: Er gibt Halt in einer Ausnahmesituation, schafft Raum für persönliche Rituale und ermöglicht es den Hinterbliebenen, bewusst Abschied zu nehmen“, betont die Klinikseelsorgerin Sabrina Niemeyer.
Optimierte Abläufe durch „Lean Hospital“ und Digitalisierung
Neben dem Patientenkomfort standen effiziente Arbeitsvoraussetzungen für das Team im Fokus der Planung. Durch die Umsetzung des Lean-Hospital-Konzepts wurden Wege verkürzt, Strukturen modernisiert und Arbeitsabläufe optimiert. Da die Arztzimmer in unmittelbarer Nähe zu den Patientenzimmern platziert sind, sind Absprachen zwischen Pflegekräften und Ärzten schnell möglich und der Kontakt zum Patienten wird intensiviert. Das bauliche Konzept sorgt für kurze Wege zwischen Stützpunkt, Versorgungsbereichen und Patientenzimmern. Die
Materialwirtschaft in den Lagerräumen ist durch ein Kanban-System optimiert. Da viele Patienten der Inneren Medizin zur Untersuchung in die Endoskopie gebracht werden, profitieren alle von dem nun kürzeren Weg dorthin. Stationsmanagerin Saskia Hennig freut sich besonders über das neue digitale Board: „Dieses moderne Arbeitsmittel sorgt für eine bessere und schnellere Übersicht der Stationsabläufe. Es erleichtert damit die Absprache zwischen Ärzten und Pflegekräften enorm, und auch die Übergabebesprechungen zwischen den Schichten werden perfekt
unterstützt.“
„Die vergangenen 18 Monate haben unser Team vor große Herausforderungen gestellt. Umso beeindruckender war der Zusammenhalt, den die Mitarbeitenden der Station 3 in dieser Zeit gezeigt haben. Mit der Wiedereröffnung kehren sie nicht nur in modernisierte Räume zurück, sondern auch an einen Ort, den sie mit Engagement, Professionalität und Herz geprägt haben. Diese Station lebt durch ihr Team – und genau darauf sind wir besonders stolz“, fasst Pflegedienstleiterin Silvia Vesper zusammen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Landrat Jürgen van der Horst zeigt sich beeindruckt von der Leistung des gesamten Teams: „Trotz der schwierigen Situation seit dem Brand wurde hier eine zukunftssichere Umgebung geschaffen, die Sicherheit und höchste medizinische Qualität vereint. Die Bettenkapazität des gesamten Hauses ist nun wieder auf dem gleichen Niveau wie vor dem Brand. Die Ausweichstation für die Innere Medizin kann nun wieder für Büros und Untersuchungszimmer genutzt werden, was die angespannte Raumsituation der Klinik deutlich entlastet. Der Standort Frankenberg im fusionierten Klinikum Waldeck-Frankenberg ist somit sehr gut aufgestellt, um die Anforderungen an die Daseinsvorsorge der Menschen im Landkreis zu gewährleisten.“

