LLH setzt auf nachhaltige Strategien und effiziente Bewässerung
Kassel. Der Weltwassertag findet seit 1993 jährlich am 22. März statt und rückt die Bedeutung der Ressource Wasser in den Fokus. Auch in Hessen sind die Folgen des Klimawandels spürbar: In den Frühjahrs- und Sommermonaten, die für das Pflanzenwachstum entscheidend sind, steht immer weniger Wasser zur Verfügung. Diese Entwicklung stellt die Landwirtschaft ebenso wie den Erwerbsgartenbau vor große Herausforderungen. Eine sichere Wasserversorgung ist nicht nur für Ökosysteme und Städte essenziell, sondern auch für die heimische Lebensmittelproduktion – und damit für eine stabile Versorgung und funktionierende Agrarmärkte. Gleichzeitig verschärfen sich Nutzungskonflikte um die begrenzte Ressource Wasser.
Der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) widmet sich intensiv dem Thema Wasser, insbesondere vor dem Hintergrund des Klimawandels und mit Blick auf eine leistungsfähige Landwirtschaft und den Gartenbau. Im Mittelpunkt stehen nachhaltiges Wassermanagement, effiziente Bewässerungstechniken und der Schutz der Ressource.
Effiziente Bewässerung wird immer wichtiger
In vielen Regionen Hessens – insbesondere dort, wo Böden ein geringes Wasserhaltevermögen haben, wie etwa im Hessischen Ried oder der Untermainebene – sind Bewässerungssysteme in der Landwirtschaft zunehmend unverzichtbar. Trockenperioden führen bei Pflanzen zu Trockenstress, der Ertrag und Qualität deutlich mindern kann. Besonders betroffen sind flachwurzelnde Gemüsekulturen, die einen hohen Wasserbedarf haben. „Wo natürlicher Niederschlag nicht ausreicht, ist eine bedarfsgerechte und effiziente Bewässerung entscheidend. Neben der Menge und
Qualität des verfügbaren Wassers spielen die Bewässerungstechnik und der Bewässerungszeitpunkt eine ebenso wichtige Rolle“, erklärt Julian Veit aus der LLH-Fachinformation Pflanzenbau als Experte für wasserwirtschaftliche Belange in der Landwirtschaft.
LLH gibt Tipps für eine ressourcenschonende Bewässerung:
• Bewässerung möglichst in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden durchführen, um Verdunstungsverluste zu minimieren
• Wasser gezielt und präzise ausbringen, z. B. durch angepasste Beregnungssysteme
• Moderne Technologien nutzen: Sensoren und digitale Anwendungen helfen, den tatsächlichen Wasserbedarf von Pflanzen zu bestimmen
• Bestehende Bewässerungssysteme wie zum Beispiel Starkregner mit Sektorsteuerung nachrüsten, um Wasserverluste zu reduzieren
Neben der technischen Bewässerung ist auch das integrierte Wassermanagement zu betrachten. „Wir sollten den Landschaftswasserhaushalt gezielt stabilisieren: durch Verlangsamung und Rückhaltung des Abflusses sowie Überführung von Winterwasser in die Vegetationszeit“, betont Julian Veit.
Maßnahmen wie eine reduzierte Bodenbearbeitung, Mulchen oder auch die Umrüstung auf gesteuerte Drainagesysteme helfen dabei, natürliches Regenwasser besser zu nutzen und den
Bewässerungsbedarf langfristig zu reduzieren.
„Themenwoche Bewässerung“ geplant
Um die Bedeutung eines nachhaltigen Umgangs mit Wasser weiter herauszustellen, plant der LLH eine Themenwoche rund um Wasser in der Landwirtschaft. Dabei werden verschiedene Aspekte wie moderne Bewässerungssysteme, innovative Technologien und Anpassungsstrategien an den Klimawandel beleuchtet. Die „Themenwoche Bewässerung“ startet am Freitag, 14. August, mit täglichen Veröffentlichungen über die Social-Media-Kanäle des LLH und gipfelt in einer Veranstaltung zur Bewässerung. Ziel ist es, für den verantwortungsvollen Umgang mit Wasser zu sensibilisieren und praxisnahe Lösungsansätze aufzuzeigen. Der Weltwassertag verdeutlicht auch in diesem Jahr: Wasser ist eine wertvolle und zunehmend knappe Ressource – ihr Schutz und ein bewusster Umgang damit sind eine zentrale Aufgabe für Gegenwart und Zukunft.

















