Neue Anlaufstelle in Waldeck-Frankenberg für queere Menschen

Korbach(pm). In Deutschland zählt sich laut der „Pride Studie“ von 2023 des Marktforschungsinstituts Ipsos mehr als 10 % der Bevölkerung zur LGBTQ- Gemeinschaft, unter den jungen Erwachsenen ab Jahrgang 1997 sind es sogar mehr als 20 %. Zur queeren beziehungsweise LGBTQ-Gemeinschaft gehören Menschen, die sich beispielsweise als lesbisch, schwul, bisexuell oder transgender bezeichnen und sich nicht der traditionellen, eher heterosexuellen Lebensweise zugehörig fühlen. Um dem Beratungsbedarf bei möglichen Konflikten oder Fragen rund um diese Lebensweise besser zu decken und diesen Menschen weiterzuhelfen wird im Landkreis Waldeck-Frankenberg eine neue Fachberatungsstelle für queere Menschen eingerichtet. Diese wichtige Entscheidung geht auf einen gemeinsamen Antrag der Kreistagsfraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und FDP zurück, der nach intensiver Beratung im Sozialausschuss des Kreistags mit großer Mehrheit verabschiedet wurde. „Ein großer Erfolg und Meilenstein auf dem Weg zu einer offenen und diversen Gesellschaft!“, kommentiert Karin Krüger, Vorsitzende des Sozialausschusses und Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen, den Erfolg des Antrags.


Obwohl in den letzten Jahren bereits viel für queere, inter*, nicht-binäre, trans*, lesbische, schwule und bisexuelle Menschen erreicht wurde, bringt eine Lebensweise abseits traditioneller Normen nach wie vor viele Herausforderungen mit sich. Neben der zunehmenden Zahl von queeren Menschen steigt auch der Bedarf an spezifischen Beratungsangeboten. Queere Menschen sind oft besonderen psychischen und sozialen Belastungen ausgesetzt, die spezifisches Fachwissen und Sensibilität in der Beratung erfordern. Bisher standen solche spezialisierten Beratungsdienste nur in Kassel zur Verfügung – eine erhebliche Hürde, insbesondere für jüngere Menschen in der Region. Dies ändert sich nun durch die neue Anlaufstelle in Waldeck-Frankenberg. Damit wird nicht nur der Zugang zu dringend benötigter Hilfe erleichtert, sondern auch ein aktiver Beitrag zur Förderung einer vielfältigeren und toleranteren Gemeinschaft geleistet. Um die erforderlichen Kompetenzen in der Beratung aufzubauen, wird eine Fachkraft durch spezielle Weiterbildungen entsprechend qualifiziert. Die Beratung kann so passgenau auf die individuellen Bedürfnisse queerer Menschen eingehen und ihnen in schwierigen Situationen unterstützend zur Seite stehen. „Mit der Einrichtung dieser Beratungsstelle wird ein weiterer Schritt in Richtung Gleichberechtigung und Akzeptanz gemacht – ein starkes Signal für eine offene und diverse Gesellschaft“, unterstreicht Karin Krüger abschließend die Bedeutung des Antrags.

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