Musica Antiqua Italica – Il Paradiso della Musica

Die Musik in Italien zwischen dem 14. und dem 16. Jahrhundert
Hatzfeld. Italien ist im Mittelalter und in der Renaissance ein musikalisches Wunderland. Auf den Plätzen, in den Tavernen und an den Höfen begegnen sich Kulturen und Klangwelten. Ein Land, in dem verschiedene (Musik-)Kulturen aufeinander treffen, sich aneinander reiben und dabei etwas Neues und noch nie da Gewesenes entstehen lassen. Die Villanella erzählt vom Leben auf dem Land und von der Liebe. Saltarellireißen mit ihrer tänzerischen Energie mit, während die feinen Linien der Ricercare zum Lauschen verführen. Zwischen stiller Versenkung und ausgelassenem Taumel liegt ein ganzer Kosmos menschlicher Sehnsucht. Oni Wytars lässt diese Vielfalt mit ausdrucksstarken Stimmen, historischen Instrumenten und pulsierender Perkussion lebendig werden. Kunstvolle Recercadas von Diego Ortiz begegnen den Klängen meist anonymer Meister des späten Mittelalters und der Renaissance. Mal zart und schwebend, mal überschäumend und voller Temperament: Diese Musik lässt ahnen, weshalb Menschen im Klang ein Stück Paradies fanden.

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Musikerinnen und Musiker
Gabriella Aiello – Gesang, Kastagnetten
Peter Rabanser – Gesang, Barockgitarre, Ceccola, Chalumeau
Marco Ambrosini – Schlüsselfidel, Maultrommel, Mandoline
Michael Posch – Blockflöten
Riccardo Delfino – Harfe
Katharina Dustmann – Perkussion

Gabriella Aiello wurde in Rom, geboren, wo sie als Sängerin, Tänzerin und Musikerin aufwuchs. Sie studierte zunächst klassische Gesangstechniken, bevor sie sich der Jazzmusik zuwandte und in verschiedenen Orchesterprojekten mitwirkte, wobei sie sich auch im Jazztanz weiterbildete. Ihr Hauptinteresse gilt seit vielen Jahren der Weltmusik mit ihren magischen Vokalismen und verschiedenen Sprachen. Die Begegnung mit italienischen Künstlern wie Giovanna Marini (eine berühmte Musikethnologin und Gründerin von Schulen in Italien und Frankreich) hat Gabriellas Aufmerksamkeit auf das Studium der traditionellen italienischen Kultur mit ihren alten Volksliedern, Musiken und Tänzen gelenkt. Sie studierte Obertöne bei Roberto Laneri und wirkte in seinem Obertongesangsensemble „In Forma di Cristalli“ mit. Gabriella als Leadsängerin und Tänzerin mit verschiedenen Gruppen und tritt seit langem mit süditalienischer Volksmusik wie „Tamburi del Vesuvio“ auf multiethnischen Festivals in ganz Europa auf. Zur Vertiefung dieser Art von Musik und Tanz studierte sie auch das Spiel auf der Rahmentrommel. Zu ihren musikalischen Partner zählen Künstler wie Patrick Valliant, Riccardo Tesi, Arnaldo Vacca, Andrea Piccioni, Nisia oder Stefano Saletti.


Ein Projekt mit der Harfenistin Giuliana De Donno ist den traditionellen Liedern der Länder am Meer gewidmet. Derzeit singt Gabriella Aiello im Ensemble Oni Wytars, das eine Mischung aus traditioneller und alter Musik bietet. Sie singt weiters mit den sardischen Künstlern Mauro Palmas und Elena Ledda. Peter Rabanser wurde in Innsbruck geboren. Nach seiner musikalischen Ausbildung in klassischer Gitarre spezialisierte er sich auf osteuropäische, türkische und arabische Zupf- und Rohrblattinstrumente und beschäftigte sich intensiv mit der Erforschung europäischer und mediterraner Musiktraditionen. 1983 gründete er mit Marco Ambrosini das Ensemble Oni Wytars. Seither führt ihn eine internationale Konzerttätigkeit durch Europa, den Fernen Osten und Kanada.

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Marco Ambrosini gilt als einer der Pioniere der Nyckelharpa außerhalb Skandinaviens und als einer der ersten, die dieses Instrument nicht nur bei schwedischer Volksmusik, sondern besonders auch bei Alter und Zeitgenössischer Musik zum Einsatz bringen. Er debütierte als Solist und Nyckelharpa-Spieler in vielen internationalen Konzertsälen, wie in der Mailänder Scala, in der Alten Oper Frankfurt, in den Philharmonien in Köln, Berlin und Moskau und in der Carnegie Hall in New York. Er unterrichtet an mehreren Hochschulen in Europa und hat mehr als 160 CDs aufgenommen, die in den letzten zehn Jahren fast ausschließlich von Sony Classical, der Deutschen Harmonia Mundi und ECM veröffentlicht wurden. Michael Posch, gebürtig aus Klagenfurt, studierte Blockflöte, vorerst am Kärntner Landeskonservatorium, dann an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien sowie an der Hochschule für Musik in Trossingen. Er gilt als Interpret moderner Blockflötenliteratur in Zusammenarbeit mit den „Österreichischen Kammersymphonikern“, ist aber auch Co-Autor einer Publikation für Alte Musik. Seine Konzerttätigkeit brachte ihn neben den großen Spielstätten in Österreich, wie dem Konzerthaus und dem Musikverein in Wien, dem Stift Melk, der Styriarte, dem Brucknerhaus Linz und Schloss Ambras in Innsbruck nicht nur in fast jedes Land in Europa, sondern auch nach Moskau, Kanada, Taiwan, Türkei, Marokko, Israel, Jordanien, Syrien und in den Libanon. Zahlreiche CD-, Rundfunk- und Fernsehaufnahmen, sowohl solistisch als auch in verschiedenen Ensembles für Alte Musik („Accentus“, „Oni Wytars“, „Clemencic Consort“ und „Concentus Musicus“) zeugen von seiner musikalischen Aktivität. Seit 1991 leitet er das auf frühe Musik spezialisierte Ensemble Unicorn. Er gibt Meisterkurse für Blockflöte u. a. am „Higher Institute for Western Music“ in Damaskus, am „Royal Conservatory Amman“, am „Koninklijk Conservatorium Brussels“ und unterrichtet Blockflöte sowie Alte Musik am „Konservatorium Privatuniversität der Stadt Wien“, wo er auch die österreichweit einzige „Abteilung für Alte Musik“ leitet. Riccardo Delfino wurde 1963 in Krefeld (D) geboren. Nach seiner Klavier-und Celloausbildung beschäftigt er sich intensiv mit europäischer Folklore und dem entsprechenden Instrumentarium. In seiner Jugend bereist er als Straßenmusikant ganz Europa und erforscht die mittelalterlichen Wurzeln der traditionellen Musik. 1990 absolviert er die Musikhochschule in Göteborg mit dem „University Certificate in Music“ für Alte Musik. Er spezialisiert sich auf Drehleier, Dudelsack und historische Harfen und gilt als international anerkannter Spezialist für historische Aufführungspraxis.

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Seit 1982 spielt er in verschiedenen internationalen Ensembles für Alte Musik wie „Oni Wytars“ (D), „Ensemble Unicorn“ (A), „Accentus Austria“ (A), „Le Concert Spirituel“(F), „Les Menus-Plaisirs du Roy“ (B). Diverse Anstellungen als Theatermusiker, internationale Kurs- und Konzerttätigkeit, über 80 CD-Aufnahmen, zahlreiche Fernseh- und Rundfunkproduktionen. Katharina Dustmann ist Musikerin mit Schwerpunkt auf mediterraner Percussion. Ihre musikalische Ausbildung und langjährige, nationale und internationale Bühnenpraxis prägen ihr Profil ebenso wie ihre Arbeit als Tonmeisterin im Bereich Audio für Film, Kunst und Theater im Studio Katharco. Sie ist Leiterin des Ensembles Evas Äpfel und gemeinsam mit Marco Ambrosini und Peter Rabanser, Leiterin des Ensemble Oni Wytars. Als Instrumentalistin widmet sie sich der persischen Zarb, der türkischen Darbuka und verschiedenen Rahmentrommeln, darunter dem italienischen Tamburello. Ihr Repertoire umfasst traditionelle wie zeitgenössische Percussionspraxis und findet in unterschiedlichen kammermusikalischen und interdisziplinären Formationen seinen Ausdruck. Neben ihren Studio- und Projektarbeiten ist Katharina Dustmann regelmäßig konzertant tätig. Ihre künstlerische Arbeit verbindet Klangkunst, rhythmische Vielfalt und eine klare musikalische Handschrift, die sich über viele Jahre kontinuierlich entwickelt hat.