Anmeldungen für Studienplätze ab sofort möglich
Kassel. Das duale Studienprogramm StudiumPlus der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) und des CompetenceCenter Duale Hochschulstudien – StudiumPlus e.V. (CCD) soll zum Wintersemester 2027/28 in Kassel starten. Für drei der vier geplanten Bachelor-Studiengänge ist eine ausreichende Nachfrage zu verzeichnen: Wirtschaftsingenieurwesen Fachrichtung Maschinenbau, Ingenieurwesen Fachrichtung Maschinenbau und Ingenieurwesen Fachrichtung Elektrotechnik. Für den Studiengang Softwaretechnologie wird in den kommenden Wochen noch mit mehr Resonanz bei Unternehmen gerechnet, die Studienplätze anbieten. Das wurde bei einer Informationsveranstaltung der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) Nordhessen, der IHK Kassel-Marburg und StudiumPlus im Haus der Arbeitgeberverbände in Kassel deutlich. Unter den 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren 26 Vertreterinnen und Vertreter regionaler Unternehmen, außerdem führende Vertreter von Stadt und Landkreis Kassel. Entscheidend sind die Meldungen der Betriebe: Ein Studiengang startet, wenn rund 15 Studierende zusammenkommen. In den drei genannten Studiengängen ist diese Marke nach den bisherigen Rückmeldungen so gut wie erreicht.
Für Softwaretechnologie wurden dagegen bislang weniger betriebliche Studienplätze in Aussicht gestellt. Mögliche Schwerpunkte sind Softwareentwicklung, IT-Security und Data Science. IT-Unternehmen und IT-Abteilungen der Region sind deshalb aufgerufen, ihren Bedarf jetzt anzumelden. Unternehmen, die noch unsicher sind, erhalten bei der IHK eine anbieterneutrale Beratung zum Thema Duales Studium. „Heute geht es nicht mehr um das Ob, sondern um das Wie“, sagte Coralie Zilch, Geschäftsführerin der VhU Nordhessen und des Arbeitgeberverbands HESSENMETALL Nordhessen, zur Begrüßung. Nach einer Prognose des Instituts für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK) der Goethe-Universität Frankfurt könnten in Stadt und Landkreis Kassel bis 2030 insgesamt 13.340 Fachkräfte fehlen – 4.640 in der Stadt und 8.700 im Landkreis. Für Zilch ist das duale Studium eine Antwort darauf: „Es gewinnt Nachwuchs und bindet ihn langfristig an die Region. StudiumPlus ergänzt unsere bewährte Zusammenarbeit mit der Universität Kassel um ein praxisintegriertes Modell mit hoher Anwendungsorientierung.“ Dr. Thomas Fölsch, Bereichsleiter Bildung der IHK Kassel-Marburg, betont: „Aus Sicht unserer Unternehmen ist entscheidend, dass Studienangebote wissenschaftlich fundiert sind und zugleich den Anforderungen der betrieblichen Praxis gerecht werden. Unsere gemeinsame Unternehmensbefragung mit der VhU hat deutlich gemacht, welche Qualifikationen die regionale Wirtschaft benötigt. Dass daraus nun ein konkretes Studienangebot für Kassel entsteht, ist ein wichtiger Schritt. Genau darin liegt die Stärke von StudiumPlus: Wissenschaft und betriebliche Praxis werden eng miteinander verzahnt.“
In Nordhessen ist StudiumPlus kein Neuling: Seit 2009 betreibt das Programm Außenstellen in Bad Wildungen, Bad Hersfeld und Frankenberg. Den entscheidenden Impuls für Kassel gab eine Erhebung der VhU Nordhessen und der IHK Kassel-Marburg unter Unternehmen im Frühjahr 2025, die einen großen Bedarf an diesem Modell ergab. Getragen wird das Programm von der THM und dem CCD, in dem mehr als 1.000 Partnerunternehmen organisiert sind. „Wir bilden nicht auf Vorrat aus, sondern reagieren exakt auf die Nachfrage der Betriebe“, machte Uwe Hainbach, Vorstandsvorsitzender des CCD, deutlich. Während das Land Hessen das reguläre Lehrprogramm finanziert, ermöglichen die Beiträge der Partnerunternehmen zusätzliche Leistungen wie kleine Lerngruppen und die intensive Betreuung der Praxisphasen. Wie das Studium abläuft, erläuterte Prof. Dr. Jens Minnert, Leitender Direktor des Wissenschaftlichen Zentrums Duales Hochschulstudium (ZDH) an der THM. Vorlesungsphasen wechseln sich im Block mit zusammenhängenden Praxisphasen im Unternehmen ab. So können die Studierenden bereits während
des Studiums an betrieblichen Projekten mitarbeiten. Neben den Professorinnen und Professoren lehren Fach- und Führungskräfte aus den Unternehmen im dualen Studienprogramm und bringen so aktuelles Praxiswissen in die Hochschule mit ein. Rund die Hälfte der Studienanfängerinnen und -anfänger hat bereits eine Ausbildung abgeschlossen. Weil das Studium auch beruflich Qualifizierten ohne Abitur offensteht, können Betriebe eigene Auszubildende nach der Lehre zum Bachelor führen. Mehr als 90 Prozent schließen nach Angaben von StudiumPlus in der Regelstudienzeit ab.
Als Standort ist der FiDT Innovationspark an der Marbachshöhe vorgesehen (Gebäude 6, Ludwig-Erhard-Straße 6), wie der künftige Standortleiter Prof. Dr. Gerd Manthei erläuterte. Auf Etagen mit jeweils mehr als 680 Quadratmetern sollen Seminar-, PC-, Gruppenarbeits-, Aufenthalts- und Büroräume entstehen. Für die Betriebe beginnt die Arbeit jetzt, denn ein Studienplatz setzt einen Vertrag mit einem Partnerunternehmen voraus. Die Auswahl der Bewerberinnen und Bewerber liegt dabei in den Händen der Unternehmen. Unternehmen sollten offene Plätze deshalb frühzeitig ausschreiben, etwa über den kostenfreien Studienplatzfinder (https://studiumplus.de/duales-studium/vor-dem-studium/freie-studienplaetze/) von StudiumPlus. Die Anmeldung für einen Studienplatz ist ab sofort möglich – wie viele Studiengruppen dann zum Wintersemester 2027/28 starten, wird sich bis zum Frühsommer 2027 entscheiden, da dann die verbindlichen Anmeldezahlen final sind. Informationen zur Mitgliedschaft als Partnerunternehmen (https://studiumplus.de/unternehmen/) und weitere Informationen gibt es unter www.studiumplus.de.
StudiumPlus ist das duale Studienprogramm der Technischen Hochschule Mittelhessen und des CompetenceCenters Duale Hochschulstudien – StudiumPlus e. V., dem Wirtschaftsverein der über 1.000 Partnerunternehmen. Das Programm umfasst ein vollwertiges Bachelor- oder Master-Studium an einer der größten Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Hessen kombiniert mit intensiver Praxiserfahrung. Mit über 1.900 Studierenden ist StudiumPlus der größte duale Anbieter in Hessen mit Hauptsitz in Wetzlar und Außenstellen in Bad Hersfeld, Bad Vilbel, Bad Wildungen, Biedenkopf, Frankenberg, Kassel (ab 2027) und Limburg.

